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Wie lang bleibt das Top-Duo bei RBR?

Wieso RBR den Piloten dringend Erfolge ermöglichen muss, obwohl diese gültige Verträge haben, wie Ricciardo Druck macht und ob ein neuer Verstappen in Sicht ist.

Fotos: RedBullContentPool

Daniel Ricciardo und Max Verstappen haben für die kommende Saison Verträge, doch kann Red Bull seine Piloten auch halten, wenn diese die Geduld verlieren und woanders ein attraktives Angebot vorfinden? "Beide fahren nächstes Jahr definitiv für Red Bull", besteht für Red Bulls Motorsportkonsulenten Helmut Marko nicht der geringste Zweifel. Leistungsklauseln gäbe es auch keine.

Und auch Red-Bull-Boss Dietrich Mateschitz bestätigt gegenüber den Salzburger Nachrichten, dass beide Fahrer für 2018 "natürlich" fest im Team verankert seien. "Und wo sollen sie hingehen? Es werden weder bei Mercedes noch bei Ferrari Plätze frei." Eine interessante Aussage, denn das gilt keineswegs als sicher: Bei Mercedes hat sich Valtteri Bottas gut eingefunden, doch trotz Kimi Räikkönens Pole-Position in Monaco gibt es in Maranello Stimmen, die an der Seite Sebastian Vettels frisches Blut fordern. Der Finne ist inzwischen 37 Jahre alt, und selbst der Deutsche hat noch keinen bindenden Vertrag für 2018 unterschrieben.

Dazu kommt, dass vor allem Ricciardo langsam die Geduld verliert. Der "Aussie" ist inzwischen 27 Jahre alt, hat mit Vettel einen viermaligen Weltmeister im Red-Bull-Stallduell besiegt, hat aber bislang nur vier Grand-Prix-Siege auf dem Konto. Und die geplante Attacke auf den WM-Titel im Jahr 2017 ist wegen des zu langsamen Red-Bull-Renault-Pakets ausgeblieben.

Ricciardo fordert Titelchance

"Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir - und ich - um die WM kämpfen wollen", stellt Ricciardo gegenüber Fairfax Media klar. "Für mich kann das kein langfristiger Plan mehr sein. Ich habe natürlich geglaubt, dass wir dieses Jahr eine Chance haben, aber die entgleitet uns. Wir müssen also im Laufe des Jahres wahre Fortschritte sehen und benötigen ein Zeichen, dass es nächstes Jahr gelingen kann. Das sind meine eigenen Ziele."

Klingt nicht so, als würde Ricciardo ein weiteres Jahr ohne Perspektive auf den WM-Titel hinnehmen. Denkt er über einen Wechsel nach? "Derzeit nicht", sagt er. "Für nächstes Jahr ist es unwahrscheinlich." Auch Marko ist es nicht entgangen, dass die Rückschläge beim Mann aus Perth mehr Spuren hinterlassen als bei Verstappen.

"Der Verstappen ist so jung, da ist das egal", analysiert der Österreicher. "Der will einfach, und was du ihm hinstellst, das bewegt er am Limit. Der braucht auch keine Aufwärmphase. Ricciardo ist natürlich schon länger dabei. Da merkt man dann schon manchmal - wie nach Australien - die Enttäuschung. Zuerst der Crash, dann die zwei technischen Defekte. Das nagt dann schon."

Welche Alternativen hätte RB Racing zu Ricciardo-Verstappen?

Klar ist also, dass Red Bull so rasch wie möglich wieder auf die Siegerstraße zurückkehren muss, will man seine Fahrer, die Marko als die beste Paarung im Fahrerlager bezeichnet, behalten, denn auch der aufstrebende Verstappen weiß um sein Potenzial. Für den Fall der Fälle hätte man sonst immer noch Carlos Sainz, der bei Toro Rosso geparkt ist und auf seine Chance brennt.

Was der Spanier, der im Vorjahr schon mit Renault flirtete, davon hält, dass die Red-Bull-Piloten offenbar wasserdichte Verträge haben? "Dazu kann ich nichts sagen", gibt sich der 22-Jährige zugeknöpft. "Ich muss weiter Leistung bringen und Red Bull und allen anderen zeigen, dass ich ein schneller Mann bin. Und dass sie sich irgendwann auf mich verlassen können. Hoffentlich dauert es nicht zu lange."

Und wenn alle Stricke reißen, wäre da noch der Red-Bull-Nachwuchskader. Der inzwischen 21-jährige Franzose Pierre Gasly sieht seine Felle langsam davonschwimmen, denn die Tatsache, dass ihm Daniil Kwjat bei Toro Rosso vorgezogen wurde, obwohl dieser bereits für das A-Team von Red Bull gefahren war, spricht eine deutliche Sprache. Auch Marko übte mitunter Kritik an ihm.

Juniorteam: Kein Verstappen in Sicht...

Doch befinden sich in den Nachwuchsklassen Red-Bull-Piloten vom Format eines Verstappen? "Auf Verstappen-Niveau ist keiner", erweist sich Juniorteamchef Marko einmal mehr als Mann der klaren Worte. "Aber in der GP3 haben wir einen Finnen, den Niko Kari, der im Longrun sehr schnell ist." Durch Schwächen im Qualifying habe der 17-Jährige dies bislang aber nicht in Ergebnisse ummünzen können.

Dahinter tummeln sich mit dem 17-jährigen Briten Dan Ticktum, und den beiden 16-Jährigen Neil Verhagen (USA) und Richard Verschoor (NED) drei Piloten in der Formel-Renault. Absolute Euphorie bricht bei Marko nicht aus, wenn er über das Trio spricht. Verhagen müsse man noch "Zeit geben, "weil der Formelsport in den USA auf so einem niedrigen Niveau ist. Da fehlt die Dichte. Man kann ihn nicht mit den Europäern vergleichen. Unser Verschoor, der im Vorjahr zwei Meisterschaften in der Formel 4 gewonnen hat, ist etwas enttäuschend. Und dann haben wir noch den Ticktum, der ein bisschen unbeständig ist."

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