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Formel 1: Analyse

Zwei aus 123: Sieben Teams ohne Chance

2017/18 gingen 98,4% aller Podestplätze an jene drei Teams, die seit 2014 alle Rennen gewonnen haben – 51% Siegquote für Hamilton.

Ross Brawn, Sportchef der Formel-1-WM, hat die immer weiter aufgehende Schere zwischen den Siegerteams und dem Mittelfeld kritisiert und will nach Lösungen suchen, um deren Leistungen einander wieder anzugleichen. Ferrari, Mercedes und RB Racing fahren ihre eigene Meisterschaft aus, der Rest hat faktisch keinerlei Chance, eines dieser sechs Fahrzeuge zu bezwingen.

Allein die Podestbilanz spricht 2018 Bände: Von 63 möglichen Podestplätzen holten die drei siegfähigen Teams 62; lediglich Sergio Pérez (Force India) konnte beim turbulenten Baku-Rennen auf Rang drei fahren. Auch in der Saison davor hat es nur einen einzigen Podestplatz für einen anderen Rennstall gegeben – und zwar ebenfalls in Aserbaidschan: Damals war es Lance Stroll, der für Williams Dritter werden konnte.

"Zwei Podestplätze von 123 möglichen sind inakzeptabel", wurde Ross Brawn deutlich. Er fürchtet, dass es so weiter gehen könnte, denn die Kluft wird aus finanzieller und technischer Sicht immer größer, zumal Ferrari, Mercedes und RB Racing dank großzügiger Bonuszahlungen auch den Löwenanteil der FOM-Vermarktungsgelder erhalten und damit ihren Vorsprung weiter ausbauen können.

Das Problem möchte der Brite zusammen mit der FIA und den Teams angehen. Die Zukunft der Formel-1-WM hänge davon ab, sagte er: "Es liegen einige Lösungen auf dem Tisch. Wir müssen akzeptieren, dass wir nicht mehr lange so weitermachen können." Er bezeichnete zwar die Kämpfe im Mittelfeld als aufregend, aber für Fans sei es schwer, sich für den Kampf um Platz acht wirklich begeistern zu können.

Die B-WM ging 2018 an Nico Hülkenberg (Renault), der mit 69 Punkten vor Sergio Pérez (62) und dem Haas-Piloten Kevin Magnussen (56) lag. Seit Einführung der Turbohybrid-V6-Motoren 2014 gab es Grand-Prix-Siege nur noch für Ferrari, Mercedes und RB Racing; 51 dieser 100 Rennen wurden von Lewis Hamilton gewonnen, fast drei Viertel von seinem Mercedes-Team.

Für die Zukunft ist unter anderem eine Budgetobergrenze angedacht, die den Vorsprung der drei Topteams wieder verringern soll; Details wie die Bedingungen deren Einhaltung sind allerdings völlig ungeklärt. Eine größere Reglementsreform wird es nicht vor 2021 geben; allerdings zeichnet sich ab, dass die V6-Turbo-Hybridaggregate beibehalten werden sollen.

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