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Formel 1: Interview

Kubica bestätigt Vertrag mit Ferrari

Ohne seinen Rallyeunfall wäre Robert Kubica 2012 Teamkollege von Fernando Alonso bei Ferrari geworden, wie der Pole nun bestätigt.

Fernando Alonso und Robert Kubica hätte das Ferrari-Dream-Team in der Formel-1-WM 2012 gelautet. Wie der Pole gegenüber Beyond the Grid nun erstmals öffentlich zugab, waren der Vertrag für ein solches Engagement bereits vorbereitet. Der schwere Unfall bei einer Rallye in Italien machte dem jedoch einen Strich durch die Rechnung: Kubica verunglückte vor dem F1-Saisonstart 2011, eine ins Auto eingedrungene Leitplanke verletzte dabei seinen rechten Unterarm schwer.

Auf die konkrete Frage, ob er 2012 neuer Ferrari-Teamkollege von Alonso geworden wäre, antwortete Kubica mit einem klaren Ja. Der Vertrag war in Zusammenarbeit mit dem damaligen Teamchef Stefano Domenicali entstanden. Bei der Scuderia hätte Kubica nach eigener Aussage weniger Geld verdient als zuvor bei Lotus. "Es gibt immer mehrere Ziele. Das erste ist, überhaupt mal in die Formel-1-WM zu kommen, dann will man sich etablieren, einen guten Ruf erwerben, was schon schwieriger ist – und dann will man Weltmeister werden oder für Ferrari fahren; dem war ich sehr nahe."

Für Kubica wäre ein Traum in Erfüllung gegangen. Der Pole, der bereits in frühen Jahren seiner Kartkarriere aus seiner Heimat nach Italien übersiedelt war, hat seit jeher eine enge Bindung zu Ferrari. "Es war aber klar, dass ich im nächsten Team keine Rallyes mehr hätte fahren dürfen", sagte er. Beim Team aus Maranello waren die Vorgaben für die Piloten hinsichtlich ihrer Freizeitaktivitäten schon immer strikt, hohes Risiko war und ist tabu; der Einsatz bei der Rallye "Ronde di Andora" 2011 hätte demnach auch sein allerletzter sein sollen.

"Ich habe Rallyes genutzt, um insgesamt ein besserer Fahrer zu werden – zum Beispiel wenn es darum geht, in der Formel-1-WM bei einsetzendem leichten Regen nicht gleich auf Intermediates zu wechseln, sondern auf Slicks zu bleiben und viele Positionen gut zu machen", sagte Kubica. "Es waren seltsame Umstände damals. Es war klar, dass es meine letzte Rallyefahrt sein würde. Ich wollte erst gar nicht starten. Ich wollte absagen, aber als der Teamchef erzählte, wie viel Aufwand sie betrieben hatten, um es mir zu ermöglichen, bin ich gefahren. Dann ist es passiert – das war's."

Nachdem er die unmittelbaren Folgen seines Unfalls überstanden hatte, intensivierte Kubica seine Rallyeaktivitäten sogar noch, weil ihm der direkte Weg zurück in den Rundstreckenspitzensport verwehrt blieb, und wurde 2013 in einem Citroën DS3 RRC mit Maciek Baran am Beifahrersitz nach fünf Klassensiegen in sieben Rallyes sogar Weltmeister der WRC2-Kategorie. Heute ist er Testfahrer für das strauchelnde Williams-Team.

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