Formel 1

Inhalt

Formel 1: News FIA President Jean Todt 2018

Analyse: Die neuen Formel-1-Regeln 2019

Die Weichen für die kommende Formel-1-Saison werden früh gestellt. Und so stehen die Regeln für 2019 schon seit Mai 2018 fest. Wir analsieren sie.

Foto: Photo4

Für viele Fans ist die Formel 1 längst nicht mehr so aufregend, dass sie jedes Rennen im TV verfolgen. Die Weltmeisterschaft 2018 war bereits drei Rennen vor Schluss entschieden, die ersten sechs Plätze teilten sich drei Teams und die Dominanz von Mercedes und Ferrari erstickt jede Spannung im Keim.

Fest steht, dass der internationale Automobilverband FIA (Bild oben: FIA-Präsident Jean Todt) jetzt handeln muss, um die Fans bei Laune zu halten und sie nicht an andere Rennserien wie die elektrisch betriebene Formel E mit ihrem innovativen Konzept der City-Rennen zu verlieren.

Mehr Benzin erlaubt

Die Weichen für die kommende Formel-1-Saison werden früh gestellt. Und so stehen die Regeln für 2019 schon seit Mai 2018 fest. Eine davon betrifft den Benzinverbrauch, für den es seit 2014 eine Obergrenze gibt. Sie wurde zuletzt 2017 auf 105 Kilogramm pro Rennen angehoben. Für 2019 dürfen es sogar 110 Kilogramm sein.

Dabei handelt es sich aber um Augenauswischerei, um Fans zu beruhigen, die meinen, Benzingrenzen würden echtes Racing verhindern. In Wirklichkeit sind es die Teams, die freiwillig sparen und kaum mehr als 105 Kilogramm verbrauchen werden, denn weniger Sprit bedeutet weniger Gewicht und damit mehr Speed sowie eine längere Haltbarkeit der Reifen. Auswirkungen auf die Spannung in der kommenden Saison wird diese Regeländerungen also wohl kaum haben. Es gibt jetzt schon Formel 1 Wetten für 2019 und die Quoten sind wenig überraschend. Wieder werden Mercedes und Lewis Hamilton als Favoriten auf den Gesamtsieg gehandelt. Sebastian Vettel und Ferrari werden ebenfalls realistische Chancen auf den Sieg in der Fahrer- bzw. Konstrukteursweltmeisterschaft eingeräumt.

Kleine Teams benachteiligt

Dennoch gibt es Strecken, auf denen mehr Sprit an Bord durchaus sinnvoll ist. Doch die neue Regelung erfordert auch größere Tanks - und das verursacht Kosten, die vor allem die kleinen Teams belasten. In einem Formel-1-Boliden ist jeder Millimeter verplant und so muss bei einem anderen Tank auch auch das Monocoque verändert werden. Diese Investition kann sich schnell auf eine Viertelmillion Euro belaufen.

Die anderen Regeländerungen für die kommende Saison betreffen vor allem die Aerodynamik. So soll der Frontflügel breiter und weniger anfällig gegenüber einem Abtriebsverlust beim Hinterherfahren werden, auch der Heckflügel darf breiter und zugleich tiefer angebracht werden. Die vorderen Bremskanäle werden ohne Winglets auskommen. Den Teams soll es erschwert werden, die Luft von den Vorderreifen um das Auto zu leiten und dem dahinter fahrenden Boliden als "Dirty Air" aufzuzwingen, der es dadurch schwerer hat, den Vordermann zu überholen. Die Verbesserungen dürften sich aber in einem sehr kleinen Bereich bewegen.

Fahrer müssen nicht mehr hungern

Ab 2019 müssen die Fahrer zudem biometrische Handschuhe tragen - für mehr Sicherheit und eine einfachere medizinische Versorgung im Ernstfall. Darüber hinaus wird es erstmals kein Gesamtgewicht geben, sondern eine Trennung zwischen Fahrer und Auto.

Die FIA will damit schwereren Fahrern entgegenkommen und hat deshalb das Standard-Fahrergewicht mit 80 Kilogramm hoch angesetzt. Ist der Pilot leichter, müssen Zusatzgewichte ins Auto, um die Differenz auszugleichen. Lewis Hamilton äußerte sich bereits positiv zur neuen Gewichtsregel und freut sich, endlich mehr essen und sein Wohlfühlgewicht haben zu dürfen. Schließlich hat er rund 14 Kilogramm Spielraum.

Ob er sich da nicht zu früh freut? Denn die Zusatzgewichte dürfen die Teams sehr weit unten am Auto platzieren (gut für den Schwerpunkt) und können damit auch Unterschiede in der Gewichtsverteilung zwischen Vorder- oder Hinterachse ausgleichen, indem sie die Gewichte weiter vorne oder weiter hinten anbringen. Es wäre also möglich, dass die Teams weiterhin Druck auf ihre Fahrer machen werden, ein möglichst geringes Gewicht zu halten, damit sie mehr Spielraum bei der Gewichtsverteilung erhalten.

Auf einen neuen Hersteller wartet die Formel 1 auch 2019 vergebens. Porsche hat einen Einstieg für 2021 in Aussicht gestellt, der jedoch an Bedingungen geknüpft ist, die wohl von der FIA wegen des Widerstandes der aktuellen Teams nicht erfüllt werden. Andere Rennserien wie die DTM sind da einen Schritt weiter. Hier hat man erkannt: Konkurrenz belebt das Geschäft. Die Fans freut es.

Drucken

Ähnliche Themen:

17.04.2019
Formel 1: News

Abgesehen von Spannung und Nervenkitzel können sich Motorsport-Fans auch reale Gewinnchancen sichern, indem sie Wetten platzieren oder sich Casinospielen widmen.

09.02.2017
Formel 1: News

Die Formel 1 hatte in den letzten Jahren mit sinkender Popularität zu kämpfen. Deshalb wurden für die Saison 2017 Änderungen beschlossen.

Frisch geliftet Mercedes-AMG CLS 53 4Matic+ - im Test

Nach der Verjüngungskur kommt der Mercedes CLS faltenfrei aus der Garage. Als AMG CLS 53 mit elektrisch unterstützten 457 PS. Im Test.

24h Nürburgring Walkenhorst siegt bei BMW-Gala

BMW hat dem 24h-Qualifikationsrennen Nürburgring seinen Stempel aufgedrückt und feiert mit Walkenhorst vor zweimal Rowe einen Dreifachsieg.

Zweirad-Peugeot Schicker Stadtflitzer: Peugeot Pulsion 125

Peugeot Motocycles verstärkt seine Präsenz in der 125er-Klasse: Der neue Peugeot Pulsion zeigt deutliche Verwandschaft zu vierrädrigen Peugeots.

ARC: Rallye St. Veit Klassensieg von Rossgatterer in Kärnten

Die Reise führte Rossgatterer nach St. Veit an der Glan in Kärnten. Beim dritten ARC-Lauf wollte er sein Können unter Beweis stellen.