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Neues Punktesystem: Zähler für alle?

Die Verantwortlichen der Formel-1-WM wollen mehr Zweikämpfe außerhalb der Top 10 – Punkte auch für Poles und schnellste Rennrunden?

Mehrheitseigner Liberty Media plant, der Formel-1-WM ein neues Punktesystem zu verpassen. Wie am Rande des Grand Prix von Großbritannien publik wurde, denken die US-Amerikaner darüber nach, ab 2020 alle Zielankünfte – also derzeit bis zu 20 – mit WM-Zählern zu belohnen, um bei Kämpfen um Ränge außerhalb der Top 10 für mehr Spannung zu sorgen. Auch ein Punkt für die Pole Position und die schnellste Rennrunde stehen angeblich im Raum, doch es gibt bereits Kritik.

Christian Horner, Teamchef von Red Bull Racing sagte zu auto motor und sport: "Die Formel 1 hat größere Probleme zu lösen. Wir sollten die erst einmal richtig angehen, bevor wir uns mit einem neuen Punktesystem auseinandersetzen." Der Vorschlag, der im Raum steht: 25 Punkte für den Sieger beibehalten, und den Rest dann nach dem Schema 20, 18, 16, 15, 14 ... 3, 2, 1 verteilen.

Force-India-Teamchef Vijay Mallya betonte, dass mit einem Ergebnis unter den Top 10 ein gewisser Nimbus verbunden wäre. "Das würde verwässert, sobald man an alle Punkte ausschüttet", meinte er. "Wenn wir gut abschneiden, schicken mir meine Freunde immer Kurznachrichten wie 'Gratuliere, wieder unter den Top 10!' Da schwingt doch Erfolg mit."

Liberty argumentiert, dass die Qualität der Rennen zunähme. Kein Pilot würde sich zurücknehmen und das Material schonen, sondern hart attackieren, weil es immer um Zählbares ginge. "Es gab den Vorschlag, Punkte unter den Top 15 zu verteilen", berichtete Mallya aus einer Sitzung der Strategiegruppe im Laufe der Vorwoche, als das Thema erstmals zur Sprache kam. Jene Kompromisslösung agierte mit dem Schlüssel 25, 20, 18, 16, 14, 12, 10 und dann 8 bis 1.

Einigen konnte sich Liberty, das nicht näher spezifizierte Analysen auf Basis einer Befragung von 7.000 Personen vorlegte, mit der FIA und den Teams zunächst nicht. "Darüber werden noch weitere Debatten geführt werden", prognostizierte Mallya. Das gilt offenbar auch für ein neues Wochenendformat mit (unter anderem) einem Qualifikationsrennen, das zuletzt aber nicht mehr zur Sprache gekommen ist.

Das Punktesystem der Formel-1-WM wurde im Laufe der Jahrzehnte zahlreichen Revisionen unterzogen: Bis 1959 wurden nur fünf Piloten belohnt, das Schema lautete 8, 6, 4, 3, 2. Anschließend erweiterte man ihn auf die Top 6 und verteilte die Punkte nach dem Modus 9, 6, 4, 3, 2, 1. Bis 1999 blieb dies, von der Eliminierung der Streichresultate für die WM-Gesamtwertung abgesehen, unangetastet.

Anschließend wurden erstmals zehn Punkte für einen Grand-Prix-Sieger ausgeschüttet, ehe ab 2003 die Top 8 Zähler erhielten (10, 8, 6, 5, 4, 3, 2, 1). Seit 2010 kommt der aktuelle Schlüssel zum Einsatz, der die Top 10 belohnt; er lautet 25, 18, 15, 12, 10, 8, 6, 4, 2, 1 und wurde von vielen anderen Rennserien unter dem FIA-Banner so übernommen. Für die schnellste Rennrunde gab es in der Formel-1-WM bislang nur von 1950 bis 1959 einen Punkt, für die Pole Position noch nie, obwohl sich einst schon Bernie Ecclestone dafür eingesetzt hatte.

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