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Formel-1-Test: Barcelona II

Vettel über eine Sekunde vor Magnussen

Langsam machen die Teams ernst: Sebastian Vettel fährt die bisher beste Runde des Winters, Mercedes überzeugt mit Rennsimulationen.

Sebastian Vettel hat am vorletzten Tag der Wintertestfahrten in Barcelona zwar eine überragende Bestzeit erzielt, den stärksten Gesamteindruck vor dem Saisonauftakt am 25. März in Melbourne hinterließ aber dennoch Mercedes. Darauf deutet zumindest die Auswertung der ersten Rennsimulationen der Topteams hin, die am Donnerstag absolviert wurden.

Am Vormittag legte zunächst Valtteri Bottas vor: Im ersten Versuch schaffte er 1:22er-Zeiten, im zweiten steigerte er sich um eine bis zwei, im dritten dann sogar um bis zu drei Sekunden; da konnten weder Vettel noch Max Verstappen mithalten. Im Schnitt der am ehesten vergleichbaren Zeiten fehlte diesen beiden Fahrern beinahe eine Sekunde auf den "Silberpfeil".

Allerdings sind solche Vergleiche nach wie vor mit Vorsicht zu genießen, denn während Bottas am Vormittag agierte, als das Thermometer keine 20 Grad anzeigte, war es bei den Rennsimulationen von Vettel und Verstappen schon um ein paar Grad wärmer. Das kann bei den sensiblen Reifen einen großen Unterschied ausmachen, ebenso wie die Benzinmenge, die natürlich streng geheim gehalten wird.

Vettels 1:17,182 war die schnellste Runde des bisherigen Winters und bedeutete 2,35 Sekunden Vorsprung auf Bottas (9.) und 2,66 auf Verstappen (12.); auch Lewis Hamilton (+ 2,114) kam nicht über Platz acht hinaus. Die Zuverlässigkeit dürfte allerdings bei allen drei Topteams stimmen: Mercedes schaffte 181 Runden, Ferrari 188 und RB Racing 187. Verstappen war damit trotz eines Drehers in der Zielkurve fleißigster Fahrer des Tages.

Vierter wurde Nico Hülkenberg, eine halbe Zehntelsekunde vor seinem Teamkollegen Carlos Sainz junior. Renault schraubte am vorletzten Testtag einen neuen Frontflügel und weitere neue Technikdetails an den RS18. Am Ende fehlten 1,493 Sekunden auf die Bestzeit von Vettel. "Das Bild, das wir hier sehen, kann in Melbourne schon wieder ganz anders sein", hoffte Hülkenberg auf andere Kräfteverhältnisse beim Saisonauftakt.

Das nach bisher fünf Defekten an sechs Testtagen krisengeschüttelte McLaren-Team kam diesmal reibungslos durch. Stoffel Vandoorne schaffte mit 1:18,855 die bisher schnellste Zeit des MCL33; während seiner Rennsimulation am Nachmittag fehlten dann aber doch bis zu zwei Sekunden auf die schnellsten Autos. In der Zeitentabelle wurde der Belgier mit 1,673 Sekunden Rückstand Sechster.

Die einzige rote Flagge des Tages verursachte Marcus Ericsson: Der Schwede rutschte in Kurve vier von der Strecke und grub sich ins Kiesbett ein. Erfreulich war hingegen, dass Sauber mit zwei Sekunden Rückstand auf Platz sieben erstmals ein kleines Erfolgserlebnis für sich verbuchen konnte.

Bei Williams teilten sich Testfahrer Robert Kubica und Lance Stroll den FW41. Der Pole war am Vormittag um fast eine halbe Sekunde schneller als der Kanadier nach der Pause. Auf welches Programm man ihn gesetzt hatte, ist aber nicht bekannt. Kevin Magnussens Haas VF-18 war mit einem neuen T-Flügel unterwegs und schaffte damit prompt den zweiten Platz (+ 1,178).

Die Wintertestfahrten 2018 gehen am Freitag in Barcelona zu Ende. Danach haben die Rennställe noch in ihren Fabriken etwas Zeit, die gesammelten Daten auszuwerten, bevor es am 24. März mit dem Qualifying zum Grand Prix von Australien in Melbourne richtig ernst wird.

Barcelona-Testfahrten, 8/3/2018:

 1. S. Vettel      Ferrari      1:17,182  188 Rd.
2. K. Magnussen Haas + 1,178 153
3. P. Gasly Toro Rosso + 1,181 169
4. N. Hülkenberg Renault + 1,493 79
5. C. Sainz jr. Renault + 1,543 69
6. S. Vandoorne McLaren + 1,673 151
7. M. Ericsson Sauber + 2,062 148
8. L. Hamilton Mercedes + 2,114 84
9. V. Bottas Mercedes + 2,350 97
10. R. Kubica Williams + 2,447 73
11. S. Pérez Force India + 2,452 159
12. M. Verstappen RB Racing + 2,660 187
13. L. Stroll Williams + 3,080 67

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