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Formel-1-Test: Barcelona II

Räikkönen Schnellster am letzten Tag - Wert bleibt fraglich

Kimi Räikkönen zaubert am letzten Tag der Testfahrten eine Fabelzeit in den Asphalt - um eineinhalb Sekunden schneller als Mercedes. Doch was ist diese Zeit wert?

Kimi Räikkönen sicherte sich die Bestzeit am letzten Tag der Formel-1-Wintertests 2018 in Barcelona, doch der große Favorit auf den Sieg beim Saisonauftakt am 25. März in Melbourne heißt Mercedes. Denn während Ferrari am Donnerstag und Freitag mit Hypersoft-Reifen die schnellsten Einzelrunden des Winters hinknallte, überzeugte der Silberpfeil mit beeindruckenden Rennsimulationen.

Der Mercedes", sagt unser Experte Karun Chandhok, der die Autos in Kurve 9 genau beobachtet hat, "sieht wirklich immens schnell aus. Und das, obwohl sie offensichtlich mehr Benzin an Bord haben. Als ich dort stand, war Bottas jedenfalls derjenige, der am wenigsten vom Gas gehen musste."

Vergleicht man die Rennsimulationen der Topteams gestern (Bottas/Vettel) mit jenen von heute (Hamilton/Räikkönen), wie das etwa die Kollegen von 'auto motor und sport' gemacht haben, dann scheint der Longrun-Abstand zwischen Mercedes und Ferrari nahezu eine Sekunde pro Runde zu betragen.

Aber: "Wir glauben nicht, dass wir auch nur annähernd eine Sekunde vorne sind", schwächt Valtteri Bottas ab. Wenngleich er lächelt: "Es ist jedenfalls nicht in die falsche Richtung gegangen über den Winter. Wir haben Verbesserungen gefunden, die Balance ist angenehmer. Und die Rennsimulation gestern war sehr positiv."

Irritierend allerdings, dass sich Mercedes offenbar nicht an der Zeitenjagd beteiligen wollte, denn mit der Vergabe der Tagesbestzeit hatten weder Bottas (6./+1,604) noch Lewis Hamilton (11./2,243) etwas zu tun. Räikkönen blieb in 1:17.221 Minuten nur knapp hinter Vettels Donnerstags-Bestzeit. Hätte er seine drei schnellsten Sektoren in eine Runde bekommen, wäre er sogar absolut Schnellster gewesen.

Fernando Alonso erreichte in der letzten Stunde des Tests auf Hypersoft-Pirellis den zweiten Platz, mit 0,563 Sekunden Rückstand auf Räikkönen. Wenige Minuten vor Schluss schien er sogar kurz auf P1 auf, mit einer 1:16er-Zeit. Doch die Freude darüber währte nur kurz: Wegen Abkürzens der Schikane wurde die Runde gestrichen.

Trotzdem war es kein erfreulicher Testtag für die neue Allianz McLaren-Renault: Schon um 9:53 Uhr rollte Alonso bei Kurve 7 aus und zog eine Ölspur. Anschließend stand er mehr als vier Stunden in der Garage. "Wir hatten ein Problem mit dem Turbo", gibt McLaren-Rennleiter Eric Boullier zu.

Eine längere Zwangspause einlegen musste auch der zweite Spanier im Feld, Carlos Sainz. Nach nur vier Runden trat ein Getriebeproblem auf, das seinen R.S.18 stundenlang außer Gefecht setzte. Das tat doppelt weh, weil Renault nach dem neuen Frontflügel gestern heute weitere neue Teile testen wollte, unter anderem neue Barge-Boards.

Sainz hätte eigentlich nur den Vormittag fahren sollen. Weil aber kein Ersatzgetriebe verfügbar war und der Tausch von Einzelteilen lange dauerte, wurde Nico Hülkenberg früher nach Hause geschickt. Als Sainz dann wieder auf die Strecke ging, fuhr er auch mal einen Quali-Run. Der spülte ihn am Ende mit 0,871 Sekunden Rückstand auf den dritten Platz.

Hinter Daniel Ricciardo (4./Red Bull/+1,106) ließ auch Romain Grosjean (5./+1,191) aufhorchen. Zwar unterstellen manche dem Haas-Team, in Sachen Benzinlast schon am unteren Limit getestet zu haben - aber der erste Eindruck vom VF-18 ist positiv. Und Brendon Hartley (7./+1,728) schaffte mit dem Toro-Rosso-Honda erneut bemerkenswerte 156 Runden.

Force India und Sauber konnten hingegen auch beim großen Winter-Finale keine Akzente setzen. Charles Leclerc (9./+1,897) leistete sich ganz im Gegenteil den nächsten Dreher, als er um 10:14 Uhr in Kurve 11 von der Strecke rutschte. "Zu viel gepusht", gibt der Rookie zu - und sagt: "Dumm, dass mir das zu so einem ungünstigen Zeitpunkt passiert. Aber ich werde daraus lernen."

Bei Williams saß entgegen der ursprünglichen Planung nicht Robert Kubica im FW41. Stattdessen durften Sergei Sirotkin (10./+1,968) und Lance Stroll (12./+2,733) ran. "Wir haben Robert nicht darum gebeten, und Lance auch nicht. Es war seine Idee", stellt Teamchefin Claire Williams klar. "Ich kenne das Auto gut genug", ergänzt Kubica. "Da dachte ich mir, dass die beiden mehr davon haben, wenn sie sich besser auf Australien vorbereiten können."

Die zehn Formel-1-Teams werden nun zurück in die Fabriken reisen, um die Daten der beiden Barcelona-Testwochen auszuwerten. Anschließend geht es gleich weiter zum ersten Grand Prix der Saison 2018 in Australien. Am 23. März steht im Albert Park von Melbourne das erste Freie Training auf dem Programm.

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