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Ecclestone: Ferrari verlässt Formel 1 ohne Wimpernzucken

Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone warnt seine Nachfolger von Liberty Media davor, Ausstiegsdrohungen Ferraris nicht ernst zu nehmen.

Ex-Formel-1-Boss Bernie Ecclestone warnt seine Nachfolger von Liberty Media davor, Ausstiegsdrohungen Ferraris nicht ernst zu nehmen. Auto, Motor und Sport sagt er, dass unter dem neuen Präsidenten Marchionne ein Abschied der Scuderia aus der Königsklasse denkbar wäre - weil es dem FIAT-Boss nur um gute Zahlen und zufriedene Aktionäre ginge, nicht aber um die Tradition. "Sergio kann ohne die Formel 1 leben. Er interessiert sich nur für das Geschäft", erklärt Ecclestone.

Heißt für die Liberty-Verantwortlichen Chase Carey und Ross Brawn, dass sie Marchionne entweder von ihrem neuen Motorenkonzept für die Saison 2021 überzeugen oder im Streit um die Novelle einlenken müssen. Sich darauf zu verlassen, dass Ferrari auch die größte Kröte schluckt, wäre naiv. "Wenn Marchionne der Weg nicht gefällt, den die Formel 1 einschlägt, wird er damit aufhören", betont Ecclestone. "Ich fürchte, Ferrari könnte ohne die Formel 1 leben - umgekehrt nicht."

Erfahrungen aus der Vergangenheit könnten Liberty zu dem Glauben verführen, das neue Antriebsreglement gegen Marchionnes Widerstand durchdrücken zu können. Schon öfter stemmten sich die Roten gegen diverse Pläne, immer wieder standen sie doch in der Startaufstellung. Doch die Zeiten hätten sich unter dem neuen Ferrari-Präsidenten geändert, sagt Ecclestone: "Wäre es Luca di Montezemolo gewesen, hätte man es nicht so ernst nehmen müssen. Motorsport war Lucas Leben."

Was seine Kritik am Vorschlag für die Antriebe der Zukunft angeht, stimmt Ecclestone Marchionne zu. An den V6-Turbohybriden lässt der 87-Jährige kein gutes Haar: "Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich diesen Motor eingestampft. Er war ein Desaster von dem Tag an, an dem er eingeführt wurde."

Die Formel 1 solle zu einem Konzept zurückkehren, das gutes Racing erlaubt, selbst wenn es sich um einen V12 handle. Das wiederum dürfte Mercedes, Renault und Honda nicht schmecken, weil die übrigen Autokonzerne auf Relevanz für die Serienentwicklung erpicht sind.

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