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Formel 1: Analyse

Renault frühestens 2021 erfolgreich?

Sportchef Abiteboul will Siege vor 2021 nicht ausschließen, doch klar ist, dass dies ohne Budgetobergrenze nicht leicht werden wird.

Der aktuelle Zustand von Renault in der Formel-1-WM kann von zwei Seiten gesehen werden: Einerseits schafften es die Franzosen sich auch im dritten Jahr des erneuten Werksengagements zu steigern – nach den Plätzen neun und sechs in der Konstrukteurs-WM erreichte man heuer mit Rang vier das bisher beste Ergebnis seit Rückkehr des eigenen Rennstalls. Andererseits ist der Rückstand auf die siegfähigen Teams weiterhin zu groß – auch im dritten Jahr blieb man ohne Podestplatz, und in der WM holte man mit 122 Punkten stolze 533 weniger als das Weltmeisterteam Mercedes; selbst auf das auf Rang drei liegende beste Renault-Kundenteam fehlten 297 Zähler.

In den kommenden Jahren dürfte es kaum leichter werden, diese Lücke zu schließen, weiß auch Renault-Sportchef Cyril Abiteboul: "Natürlich wissen wir, dass die Schritte umso größer werden, je weiter man kommt." Eine Schwierigkeit ist, dass der Hersteller weniger Geld ins eigene Werksteam investiert als die Topteams. Helfen könnte das angekündigte Budgetlimit, doch die aktuelle Planung sieht vor, dass dieses nur schrittweise und nicht vor 2021 eingeführt wird.

"Wir müssen in der Lage sein, zu vernünftigen Kosten Rennen zu gewinnen", stellt Abiteboul klar. Bis mindestens 2021 dürfen die anderen Teams wie Ferrari und Mercedes aber weiterhin soviel Geld ausgeben, wie sie wollen. Bedeutet das im Umkehrschluss, dass die Franzosen, sofern sie nicht ebenfalls mehr Geld investieren, frühestens in zweieinhalb Jahren um Siege mitkämpfen können?

Laut Abiteboul sei es aktuell noch zu früh, um eine Prognose abzugeben: "Ehrlich gesagt möchte ich mich nicht über die Situation beklagen, denn als wir in die Formel-1-WM eingestiegen sind, kannten wir die Umstände." Als Renault 2016 das Lotus-Team komplett übernahm, war ein Budgetlimit noch nicht absehbar. Daher freut sich Abiteboul darüber, dass nun überhaupt eine solche Obergrenze kommen soll.

Es sei frappierend, wieviel die Gegner derzeit ausgeben. Eine Kritik sei das aber nicht: "Ich respektiere das komplett. Wir müssen einfach schauen, wie wir diesen Burschen irgendwann einmal nacheifern können." Für ihn sei klar, dass irgendwann eine Budgetobergrenze sowie eine andere Einnahmenverteilung kommen müsse; seiner Meinung nach sei das aktuelle Modell schlichtweg nicht nachhaltig.

"Ich denke, dass das alle so sehen. Deshalb ist es nur eine Frage des Zeitpunkts", gibt sich Cyril Abiteboul relativ entspannt. Ein klares Ziel für 2019 möchte er noch nicht ausgeben. Grundsätzlich sei es die Vorgabe, sich in allen Bereichen zu verbessern und die Lücke nach vorne zu schließen, doch selbst das dürfte mit den aktuellen Strukturen bei Renault alles andere als einfach sein.

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