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Formel 1: Interview

Brawn: "Die Formel 1 kennt keine Gnade"

Ross Brawn sieht sowohl im Arrivabene-Rauswurf als auch im Absturz von McLaren und Williams die Brutalität seiner Serie bestätigt.

Was in den 90er Jahren undenkbar schien, wurde spätestens 2018 bittere Realität: Die einstigen Giganten McLaren und Williams fuhren zumindest bei einigen Grands Prix dem Feld hinterher. "Die Formel 1 kennt einfach keine Gnade", kommentierte Ross Brawn, Sportchef der Rennserie, den Absturz der zwei Traditionsteams. "Es handelt sich zwar um große Rennställe mit großer Historie, aber am Ende zählt nur, was auf der Strecke passiert – und wenn man keine erstklassige Arbeit leistet, wird einem das jeden zweiten Sonntag vor Augen geführt."

Glaubt der Brite, der mit Ferrari und seinem eigenen, eponymen Rennstall große Erfolge in der Formel-1-WM gefeiert hat, an eine Trendwende bei seinen ehemaligen Konkurrenten? "Wir würden es uns wünschen, da es sich um klingende Namen handelt – und sie haben die Kapazität, um wieder konkurrenzfähig zu sein, aber es wird hart für sie", antwortete er.

Erfolg sei auch eine Frage der Stabilität; die habe in den vergangenen Jahren bei McLaren und Williams gefehlt. "Bei Mercedes arbeiten immer noch die Leute, die ich dort 2007 angetroffen habe", blickte er auf seine Zeit als Honda-Teamchef zurück. "Das ist sehr wichtig. Bei McLaren und Williams gab es hingegen Änderungen, und es dauert immer eine Weile, ehe sich alles einspielt."

Wie gravierend sich personelle Änderungen auswirken, habe man diese Saison auch bei Ferrari gesehen, sagte Brawn: "Es besteht kein Zweifel, dass sich der Tod von Sergio Marchionne ausgewirkt hat." In seiner Rolle als Sportchef kannte der Brite den im Sommer 2018 verstorbenen Ferrari-Präsidenten dank zahlreicher Verhandlungen gut.

"Das war für sich schon tragisch, aber es schlug sich auch auf das Team nieder. Bei einem Mann seines Kalibers muss so etwas die Lage eine Zeitlang deutlich destabilisieren", so Brawn. Dennoch ist er davon überzeugt, dass sein Ex-Team, das sich nun auch von Teamchef Maurizio Arrivabene getrennt hat, 2019 mit Sebastian Vettel um den Titel fahren wird.

"Sie werden aus den Erfahrungen lernen, und auch Sebastian wird die Ereignisse analysieren. Daher haben sie gute Chancen, erneut mitzukämpfen. Man muss sich doch nur anschauen, wie sich Ferrari in den vergangenen zwei, drei Jahren verbessert hat. Dass sie beinahe den Titel geholt haben, ist eine ziemliche Leistung, wenn man die damalige Lage in Betracht zieht." Siege allein seien in der Formel-1-WM schon eine enorme Leistung; den Titel zu gewinnen aber eine ganz andere Nummer.

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Binotto statt Arrivabene Binotto statt Arrivabene Binotto statt Arrivabene Binotto statt Arrivabene

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