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Formel-1-Test: Barcelona I

Kvyat stiehlt anderen Fahrern die Show

Daniil Kvyat beschert Toro-Rosso-Honda am Mittwoch die erste Bestzeit, während das Haas-Team gleich alle drei Abbrüche verursacht.

Daniil Kvyat hat am dritten Tag der Testfahrten auf dem Circuit de Catalunya eine neue Bestzeit aufgestellt: Im Toro Rosso STR14 mit Honda-Motor und den allerweichsten C5-Reifen unterbot der russische Rückkehrer die bisherige Marke von Sebastian Vettel um knapp vier Zehntel und schraubte den Bestwert auf 1:17,704 hinunter. Einziger Schönheitsfehler: Der Deutsche hatte am Montag die nominell langsameren C3-Pneus am Ferrari SF90 montiert. Die neue Rekordrunde wurde erst kurz vor dem Ende des dritten Testtags erzielt.

Kimi Räikkönen hatte im Alfa C38 von Sauber bereits am Vormittag eine 1:17,762 markiert und damit das Tableau stundenlang angeführt. Am Ende blieb dem Ex-Weltmeister mit 0,058 Sekunden Rückstand der zweite Platz vor Daniel Ricciardo im Renault RS19, der jedoch bereits 0,46 Sekunden hinten war. Vettel belegte den vierten Platz vor Max Verstappen im RB15 und Nico Hülkenberg im RS19. Weltmeister Lewis Hamilton im Mercedes W10 wurde auf Position zwölf gewertet, mehr als 3 Sekunden hinter der Spitze.

Nicht allzu gut verlief der dritte Testtag für Haas: Gleich drei Mal rollte der VF-19 des US-Rennstalls mit unterschiedlichen Defekten aus. Am Vormittag musste Testfahrer Pietro Fittipaldi das Fahrzeug mit Elektronikproblemen abstellen, am Nachmittag blieb Romain Grosjean mit fehlerhafter Zündung liegen, und wenige Minuten vor Testschluss stand der Bolide des Franzosen erneut, diesmal wegen eines Druckverlusts im Hydrauliksystem. Es waren dies zugleich die einzigen drei Abbrüche des Tages.

Die meisten Teams nutzten die sonnigen Bedingungen für Dauerläufe: Sechs von ihnen spulten jeweils über 100 Runden ab; Räikkönen (138), Kvyat (137) und Vettel (134) meisterten sogar mehr als zwei komplette Renndistanzen. Die wenigsten Kilometer gingen auf das Konto von Williams, das bisher noch gar nicht in Erscheinung getreten war: Nachdem der FW42 erst am Morgen eingetroffen war, unternahm am Nachmittag George Russell bloß Funktionstests. Dabei blieb er gut acht Sekunden hinter der Bestzeit zurück und wurde nach 23 Runden inklusive Dreher abgeschlagen Letzter.

Carlos Sainz junior im McLaren MCL34 wurde am Mittwoch nach Drehern gleich zwei Mal abseits der Ideallinie gesichtet. Sein Arbeitstag begann mit eineinhalb Stunden Verspätung: Sein Team hatte am Vorabend einen Getriebedefekt entdeckt und einen Wechsel vorgenommen, der nicht bis zum Testauftakt abgeschlossen war. Der Spanier bescherte seinen Mechanikern bei seinem zweiten Ausritt weitere Arbeit, als der MCL34 auf den Randsteinen einige Teile verlor. Am Ende lag er 1,6 Sekunden hinter der Spitze auf P9 des Tagesklassements.

Nach einem DRS-Defekt am Dienstag blieb der Heckflügel bei Renault erneut den gesamten Vormittag geschlossen. Hülkenberg absolvierte etliche Kurzeinsätze, probierte diverse Reifensorten und führte abschließend einige Rennsimulationen durch, ehe sein neuer Teamkollege Ricciardo, dem das DRS wieder zur Verfügung stand, den RS19 übernahm. Beide Renault-Piloten nutzten für ihre besten Runden Softreifen.

Ferrari konnte mit Vettel lange den zweiten Platz halten, fiel durch die Schlussattacken der Konkurrenz aber noch auf P4 zurück; der SF90 war allerdings auch auf 'long runs' getrimmt. Nach 134 Runden hatte der Deutsche 0,6 Sekunden Rückstand. Max Verstappen büßte für RB Racing rund vier Zehntelsekunden auf Ferrari ein. Der RB15 stand zwischendurch längere Zeit an der Box und wurde umfangreich umgebaut, unter anderem bekam er einen neuen Heckflügel verpasst.

Größere Probleme hingegen bei Racing Point: Wie auch Renault plagte sich Sergio Pérez mit einem klemmenden DRS herum, das die Fahrleistung des RP19 beeinträchtigte. Der Mexikaner schaffte nur 67 Runden und blieb in 1:20,102 2,4 Sekunden hinter Kvyat. Damit war er aber schneller als die beiden Mercedes-Werksfahrer, die sich erneut ein Cockpit teilten: Valtteri Bottas drehte am Morgen 88 Runden, danach steuerte Hamilton im W10 weitere 94 bei. Ihre besten Zeiten waren beinahe ident: 1:20,7 für den Finnen, 1:20,8 für den Briten.

Barcelona-Testfahrten, Mttwoch

 1. D. Kvyat       Toro Rosso    1:17,704
2. K. Räikkönen Alfa/Sauber + 0,058
3. D. Ricciardo Renault + 0,460
4. S. Vettel Ferrari + 0,646
5. M. Verstappen RB Racing + 1,083
6. N. Hülkenberg Renault + 1,096
7. R. Grosjean Haas + 1,356
8. P. Fittipaldi Haas + 1,545
9. C. Sainz jr. McLaren + 1,650
10. S. Pérez Racing Point + 2,398
11. V. Bottas Mercedes + 2,989
12. L. Hamilton Mercedes + 3,114
13. G. Russell Williams + 7,921

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