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Formel-1-Test: Barcelona I

Wochenbestzeit für Nico Hülkenberg

Die absolute Bestzeit bei den ersten Testfahrten des Jahres ging an Nico Hülkenberg – Mercedes war erstmals richtig auf Zeitenjagd.

Nico Hülkenberg hat die Auftaktwoche der Testfahrten als Erster beendet. Dem Deutschen gelang am vierten Tag auf dem Circuit de Catalunya im Renault RS19 auf den weichsten C5-Reifen mit einer 1:17,393 die bisher beste Rundenzeit. Sein Tag war jedoch nicht ohne Probleme: Kurz vor 17 Uhr rollte sein Auto aus bisher noch ungeklärten Gründen aus – unmittelbar nachdem Hülkenberg seine schnellste Runde erzielt hatte.

Es war die zweite von insgesamt vier Abbrüchen am Abschlusstag. Die erste hatte Lando Norris im McLaren MCL34 schon nach wenigen Minuten herbeigeführt. Der Rookie war in Kurve 5 von der Strecke abgekommen und im Kiesbett gestrandet, ohne dabei größere Schäden anzurichten. Die dritte sowie die vierte Unterbrechung ereigneten sich binnen weniger Minuten kurz vor dem Ende. Beide Male war es Antonio Giovinazzi, der den Sauber C38 am Streckenrand parkte.

Beim haarigsten Zwischenfall war Robert Kubica im Williams FW42 allzu langsam unterwegs und stand dabei dem Mercedes von Lewis Hamilton im Weg. Vor einer Schikane wäre es deshalb beinahe zu einer Kollision gekommen, die der Brite nur im letzten Moment durch ein Ausweichmanöver verhinderte. Es war nicht die einzige Szene, bei der Kubica für Aufsehen im negativen Sinne sorgte.

Einen besseren Eindruck hinterließ Renault, wenngleich Hülkenberg und Daniel Ricciardo insgesamt nur auf 58 Runden kamen. Es habe ein paar Probleme gegeben, sagte der Deutsche. Ricciardo tastete sich erstmals ans Limit heran und belegte 0,392 Sekunden hinter seinem Teamkollegen Platz drei. Gesprengt wurde die beiden von Rookie Alexander Albon im Toro Rosso STR14, der bis auf 0,244 Sekunden an die Bestzeit und so an die Kvyat-Bestzeit vom Vortag herankam.

Etwas offensiver als bisher trat diesmal auch Mercedes auf: Der Titelverteidiger setzte zum ersten Mal auf weichere Reifen. Das Ergebnis: Valtteri Bottas belegte mit einem Rückstand von 0,464 Sekunden den vierten Platz unter 14 Piloten, Weltmeister Lewis Hamilton kam mit einer etwas härteren Reifenmischung ein Zehntel dahinter auf Position fünf. Der Finne beklagte danach zwar das schmale Arbeitsfenster der Pneus, aber besser war Mercedes heuer noch nicht klassiert.

Charles Leclerc im Ferrari SF90 hielt sich hingegen zurück, zumindest mit Blick auf die Zeitentabelle: Er erzielte auf der Mediummischung C3 eine 1:18,046, damit fehlten ihm über sechs Zehntelsekunden auf die Bestzeit. Er zeigte aber trotzdem viel Einsatz und prügelte den Ferrari aggressiv um den Kurs, leistete sich dabei aber auch kleine Fehler und einen folgenlosen Ausflug ins Kiesbett. Einmal büßte der Monegasse über einen Randstein sogar einen Sensor ein.

Die Ausdauer jedenfalls stimmt bei Ferrari: Leclerc und Vettel kamen mit dem SF90 in der ersten Woche auf fast 2.800 Kilometer. Übertroffen wurde dieser Wert nur vom Mercedes W10, der rund 60 Kilometer mehr schaffte. McLaren beschloss diese Testfahrten mit Norris auf Rang sieben. Der Brite meisterte trotz eines losen Hecks 614 Kilometer und damit zwei komplette Renndistanzen.

Trotz seiner Probleme legte Giovinazzi 154 Runden zurück. Seine schnellste Runde setzte er auf C3-Reifen und blieb damit 1,118 Sekunden hinter der Bestzeit zurück. Als eines der wenigen Teams brachte Alfa/Sauber sogar bereits Updates: Der C38 wurde mit modifizierter Motorabdeckung gesichtet. Haas setzte auf seine beiden Grand-Prix-Piloten, ließ Grosjean und Magnussen für je eine Renndistanz auf die Strecke. Auf C4-Pneus blieb Grosjean im VF-19 in 1:18,563 gut eineinhalb Zehntel vor seinem Teamkollegen, der die C3-Mischung verwendete.

Fast zeitgleich mit Magnussen folgte Pierre Gasly im RB15 auf Position elf. Mit knapp 680 Kilometern stemmte der Franzose ein Mammutprogramm, und das Honda-Aggregat machte keine größeren Probleme. Etwas mehr als zwei Sekunden büßte Lance Stroll im RP19 von Racing Point auf die Spitze ein. Abgesehen von einem Dreher erlebte er einen unauffälligen Tag mit nur 72 Runden. Schnelle Runden waren nicht sein Ziel, sein Bestwert von 1:19,664 kam auf C2-Reifen zustande.

Für die beiden Williams-Fahrer Kubica und George Russell blieb nur der Zeitenkeller, mit 65 Runden schafften sie zusammen auch nur eine Renndistanz. Der Rückstand des unangefochtenen Schlusslichts, das wegen der zu späten Fertigstellung des FW42 keine eineinhalb Tage testen konnte, pendelte um die vier Sekunden. Immerhin stand dem einstigen Weltmeisterteam heuer erstmals ein kompletter Testtag zur Verfügung.

Die Testfahrten in Barcelona gehen nächste Woche in eine neue Runde. Am 26. Februar beginnt auf dem Circuit de Catalunya die zweite Testwoche, erneut über vier Tage à acht Stunden.

Barcelona-Testfahrten, Donnerstag

 1. N. Hülkenberg  Renault       1:17,393
2. A. Albon Toro Rosso + 0,244
3. D. Ricciardo Renault + 0,392
4. V. Bottas Mercedes + 0,464
5. L. Hamilton Mercedes + 0,584
6. C. Leclerc Ferrari + 0,671
7. L. Norris McLaren + 1,038
8. A. Giovinazzi Alfa/Sauber + 1,118
9. R. Grosjean Haas + 1,170
10. K. Magnussen Haas + 1,327
11. P. Gasly RB Racing + 1,387
12. L. Stroll Racing Point + 2,271
13. G. Russell Williams + 3,604
14. R. Kubica Williams + 4,149

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