Formel 1

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Runde 2 – Hitzig!

Mit Spannung und Neugierde wird der zweite Saison-GP, das Hitzerennen im malaysischen Sepang erwartet...

Michael Noir Trawniczek

Es wird heiß sein in Malaysien. 50 Grad Celsius in den Cockpits. Aber auch heiße Diskussionen: War Melbourne der erste Beweis dafür, dass die neuen Formel 1-Regeln der Königsklasse wieder die nötige Spannung gebracht haben? Oder war Melbourne nur eine Wetter- bzw. Saftey Car-Lotterie? Ist die Überlegenheit der Scuderia Ferrari nun als beendet zu betrachten? Oder wären die beiden roten Boliden ohne den besonderen Umständen dem Feld auf und davon gefahren?

Viele Fragen hat Melbourne offen gelassen. Etwas besseres hätte dem „Zirkusdirektor“ Bernie Ecclestone gar nicht passieren können. David Coulthard ist der WM-Leader, Juan Pablo Montoya und Kimi Raikkonen seine Verfolger – und auf Platz 4 der Weltmeister, Michael Schumacher.

Große Frage: Melbourne ein Ausnahmefall?

Dieses Ergebnis alleine könnte den Eindruck erwecken: Die Formel 1 ist wieder so wie sie sein soll. Viele starke Sieger kämpfen bis zuletzt um die WM-Krone. Der GP von Australien war eine Freude für viele Formel 1-Freunde – der GP von Malaysien wird jetzt für weitere Erkenntnisse sorgen. Das 2.Qualifying von Melbourne zeigte eine klare Überlegenheit der Scuderia. Wenngleich das gesamte Qualifying wegen der unterschiedlichen Spritmengen verwässert erscheint. Noch dazu wurde seine im Sinne des neuen Reglements logische Fortpflanzung im Rennen durch die Wetterumschwünge und die Saftey Car-Phasen teilweise über den Haufen geworfen. Im Rennen leisteten sich beide Ferrari-Piloten Fehler: Rubens Barrichello eliminierte sich wie so oft am Saisonbeginn mit seinen hohen Erwartungen selbst, Michael Schumacher räuberte unsanft über die Randsteine und beschädigte sein Fahrzeug. Aber auch Juan Pablo Montoya verschleuderte den Sieg...

Viel Aufschluss über die derzeitigen Kräfteverhältnisse gab Melbourne nicht – man kann aber davon ausgehen, dass Ferrari immer noch in einer eigenen Liga spielt. Für David Coulthard war dieser Sieg beim ersten Saisonrennen jedoch Futter für sein Ego – für seinen jährlichen Optimismus in Sachen WM-Titel erntete der Schotte mancherorts gar schon Gelächter, jetzt kommt Coulthard als WM-Führender nach Sepang. McLaren-Mercedes nützte die Gunst der Stunde, bewahrte in dem turbulenten Rennen die nötige Ruhe und überzeugte letztlich auch mit einer geradlinigen Strategie. Bei BMW-Williams wiederum war Juan Pablo Montoya dem Sieg nahe, nach den miserablen Tests mit dem FW25 war Montoya’s dritter Platz im 2.Qualifying fast eine Überraschung. Ralf Schumacher erfüllte die vom gesamten Team geäußerten bescheidenen Erwartungen schon eher.

Auch bei den in der vergangenen Woche in Jerez abgehaltenen Tests war BMW-Williams nicht unbedingt überzeugend. Schon eher Toyota-Pilot Cristiano da Matta, der an zwei Tagen Bestzeit in den Asphalt brannte. McLaren hat den Spanier Pdero de la Rosa als zweiten Testpiloten neben Österreich’s Alexander Wurz an Bord gebracht – es gibt viel zu tun: Die Weiterentwicklung des MP4-17D und der neue MP4-18. Ob und wie viel die Silberpfeile bereits näher an Ferrari dran sind, ist eine der Fragen, die vor Malaysien gestellt werden...

Die Strecke: Bei den Piloten beliebt...

Seit 1999 wird auf der von Stararchitekt Hermann Thilke entworfenen Strecke nahe der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur Formel 1 gefahren. Der Kurs gehört heute zu den beliebten bei den F1-Piloten. Zwei durch Länge und Breite bestechende Gerade, dazwischen eine Spitzkehre – das sind die markanten Teile des Kurses, der Rest besteht aus eher mittelschnellen Kurven und kurzen Geraden dazwischen.

Bei einem der ersten Motorrad-GP auf dem neuen Kurs nisteten noch Kobraschlangen in den Begrenzungen. Rund 300 km/h ist die höchste Geschwindigkeit, man erreicht sie am Ende der ersten Geraden. Von der Breite her erlaubt Sepang jedoch durchaus Überholmanöver, Belagsprobleme gibt es auf diesem Kurs nicht...

History: Viermal Pole für Schumi...

Die Tabelle der bislang in Sepang abgehaltenen Rennen verrät, dass ein Fahrer hier seit dem ersten Rennen an immer die Poleposition holen konnte – Weltmeister Michael Schumacher. Dafür gab es drei verschiedene Sieger: Eddie Irvine 1999, als er noch für Ferrari die WM-Kastanien aus dem Feuer holen sollte. Michael Schumacher, der 2000 und 2001 ganz oben auf dem Treppchen stand. Und Ralf Schumacher – BMW-Williams feierte letztes Jahr in Sepang einen Doppelsieg, Michael Schumacher nur auf Platz 3. Diese Zuversicht und Stärke, welche im letzten Jahr noch auf einen Kampf zumindest zwischen Ferrari und Williams hoffen ließ, scheint Williams heuer noch nicht gefunden zu haben. Man spricht von einem völlig neuen Konzept, welches man erst langsam und Schritt für Schritt zum Laufen bringen könne. Trotzdem kann man scheinbar zumindest mit Juan Pablo Montoya immer rechnen.

Renault zeigte in Melbourne eine anständige Performance, ebenso Toyota und Sauber. BAR-Honda war in den Freien Trainings stark. Minardi machte aus der Not eine Tugend und verzichtete auf das 2.Qualifying, um den Parc Fermé zu übergehen und länger am Auto arbeiten zu können.

Man darf gespannt sein auf die malaysische Startaufstellung. Man darf gespannt sein auf die in Malaysien herrschenden Kräfteverhältnisse in der Königsdisziplin. Dank Melbourne wird das zweite Rennen der noch jungen Saison jedenfalls mit großer Neugier erwartet...

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