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Grand Prix von Deutschland 2011

Die „Silberpfeile“ stagnieren

Daimler-Chef Zetsche übt langsam Druck auf das Mercedes-Werksteam aus – immerhin gab es beim Heimspiel Punkte, doch das genügt nicht…

Als Ende 2009 Mercedes das damalige Weltmeisterteam BrawnGP übernahm und Rekordweltmeister Michael Schumacher aus der Rente zurückholte, wurde von Siegen und dem Weltmeistertitel gesprochen. 29 Rennen später ist der erste Triumph immer noch nicht geglückt.

Der Motor mit dem Stern gewinnt weiterhin Rennen, aber im Heck des McLaren. Auch beim wichtigen Heimrennen auf dem Nürburgring glänzte das Silber nicht an der Spitze.

Michael Schumacher passierte ein Fahrfehler und kam schließlich als Achter ins Ziel. Teamkollege Nico Rosberg wurde Siebter. Beide Silberpfeile wurden vom Chrompfeil mit Lewis Hamilton am Steuer überrundet.

Die Konstrukteurswertung spiegelt die mangelnde Konkurrenzfähigkeit wieder. Die nackten Zahlen weisen für Red Bull 355 Punkte aus, Mercedes hat deren 78 - 277 Zähler Defizit in zehn Rennen.

Daimler-Chef Dieter Zetsche übt langsam Druck aus. "Wir müssen vor allem unsere Hausaufgaben bei den Fahrzeugen machen. Sie sind derzeit sicherlich wettbewerbsfähig, aber nicht so gut, wie wir uns das gewünscht haben.", wird der Deutsche von der 'Bild am Sonntag' zitiert. "Daran arbeiten wir."

Personell hat sich das Team rund um Ross Brawn verstärkt. Mit Bob Bell wurde ein neuer Technischer Direktor verpflichtet, der am 1. April 2011 seine Arbeit aufnahm. Bell ist in der Branche kein Unbekannter, denn er war mitverantwortlich für die Renault-Modelle der Jahre 2005 und 2006, mit denen Fernando Alonso Weltmeister wurde.

Er trägt die Gesamtverantwortung für alle technischen Abläufe in der Chassisabteilung. Seine Verpflichtung gibt Brawn mehr Freiheiten, um die Zusammenarbeit der Chassisabteilung des Teams mit der Motorenabteilung bei Mercedes-Benz HighPerformanceEngines in Brixworth zu beaufsichtigen.

Während Mercedes sein Team neu strukturiert, hält Sebastian Vettel die deutsche Fahne in der Formel 1 hoch. Wäre der Weltmeister ein Kandidat für Mercedes? "Wenn die Fahrzeuge voll leistungsfähig sind, ist es der Fahrer, der über den Erfolg entscheidet. Michael Schumacher hat zuletzt gezeigt, dass er nach wie vor über beachtliche Fähigkeiten verfügt", hält Zetsche dem Rekordweltmeister die Stange. "Zu Sebastian Vettel haben wir ein gutes Verhältnis. Privat fährt er übrigens einen Mercedes SLS..."

Mercedes punktet beim Heimrennen mit beiden Fahrern

Das Heimrennen auf dem Nürburgring wurde beiden Lokalmatadoren im Mercedes-Team am Sonntag mit Punkten versüßt. Nico Rosberg belegte beim Großen Preis von Deutschland den siebten Rang. Michael Schumacher wurde trotz eines Drehers auf der abseits der Ideallinie teilweise noch feuchten Strecke Achter. Der Dreher in Runde 23 kostete ihn über 15 Sekunden.

"Ich hatte einen guten Start, konnte in der ersten Runde einige Positionen gutmachen und lag auf Platz fünf", so Rosberg. "Das Setup war heute nicht perfekt, das Auto arbeitete nicht so gut wie im Qualifying. Ich hatte ein gutes Duell mit Felipe Massa, aber obwohl ich hart gepusht habe, war ich nicht in der Lage, ihn hinter mir zu halten."

"Der siebte Platz ist okay, aber wir wissen, dass noch viel Arbeit vor uns liegt, um im Rennen das Maximum aus unseren Updates herauszuholen. Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen werden, denn ich habe mit meinen Ingenieuren und meinen Jungs in der Garage ein großartiges Team hinter mir. Wir werden sehen, was beim kommenden Rennen in Ungarn passiert."

"Es war ein spannendes Rennen mit sehr viel Action, sowohl für die Zuschauer als auch für die Fahrer", so Schumacher. "Ich hoffe, dass jeder auf der Tribüne seinen Spaß hatte und für die kalten Temperaturen entschädigt wurde. Mein Dreher kam völlig überraschend, allerdings ist diese Stelle bei feuchten Bedingungen dafür prädestiniert, auch wenn es heute gar nicht so feucht war."

"Dadurch habe ich einige Positionen verloren, was schade ist. Gegen Ende wäre Regen hilfreich gewesen, aber die Chancen waren gering und deshalb habe ich auch nicht darauf gezählt. Alles in allem bin ich mit dem Rennverlauf zufrieden. Wir haben eine kleine Verbesserung gezeigt, umso mehr freue ich mich auf Ungarn."

"Zu Beginn des Rennens hat es für uns ganz gut ausgesehen", analysiert Teamchef Ross Brawn. "Nico lag sehr stark in den Top-6 und es sah danach aus, als könnte er dort das Rennen beenden. Allerdings war die Pace im dritten Stint nicht so gut, was ihn Positionen gekostet hat. Michael scheint in Kurve zehn auf eine feuchte Stelle gekommen zu sein, wodurch er sich drehte."

"Danach zeigte er eine starke Aufholjagd und beendete das Rennen zehn Sekunden hinter Nico. Wir sahen heute einige gute Kämpfe auf der Strecke, unsere Fahrer waren ebenfalls in ein paar involviert und konnten dabei ein paar weitere Punkte für die Weltmeisterschaft sichern."

"Zumindest haben wir mit den Plätzen sieben und acht für Nico und Michael Punkte geholt", so Sportchef Norbert Haug. "Unser Renntempo war auch dadurch beeinflusst, dass Nico und Michael für recht lange Zeit Benzin sparen mussten. Zu Beginn sah unser Speed im Vergleich zu den drei Top-Teams besser aus als nach dem ersten Renndrittel."

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