Formel 1

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Grand Prix der USA 2013

Die Tops & Flops aus Austin

Ein USA-GP als Schlaftablette. Undankbare Österreicher, die sich zu wenig freuen. Tops: RBR/Vettel, Grosjean, Bottas & „Hulk“. Flops: Webber, FI & Ferrari.

Michael Noir Trawniczek

Dass man ausgerechnet in den USA eine Schlaftablette von einem Rennen zelebriert hat, wird der Formel 1 in den Vereinigten Staaten ganz sicher nicht weiterhelfen. Sicher wurde in den hinteren Reihen hart gekämpft – doch die breite Masse benötigt die Spannung „am Spitz“.

Doch dort ist heuer seit der Sommerpause Stillstand eingetreten: Red Bull Racing ist dermaßen überlegen, dass es sich für die Formel 1 wie einst bei Schumacher und Ferrari im Grunde geschäftsschädigend auswirkt. „Undank ist der Welt Lohn“, könnte Dietrich Mateschitz jetzt sagen. Manchmal wird auch angedeutet, die Österreicher würden sich zu wenig über die RBR-Erfolge freuen…

Nur denken viele in Österreich: „Wofür soll ich danken? Worüber soll ich mich freuen?“ Immer, wenn auf dem Podium „Land der Berge“ für das siegreiche Team abgespielt wird, erinnert sich der Autor an folgende Szene bei einem Symposium in Graz, mit dem Thema „Steirisches Knowhow in der Formel 1“. Dort beantwortete Dr. Helmut Marko die im Anschluss an ein Referat in aller Öffentlichkeit gestellte Frage, wie viele Österreicher tatsächlich bei RBR in den technischen Abteilungen des in Milton Keynes ansässigen Rennstalls arbeiten würden mit einem spöttischen: „Genau weiß ich es nicht. Aber so gut wie gar keine. Die arbeiten in der Gastro – jeder macht halt das, was er kann. Hahaha.“

Das heißt: Die Österreicher vor den TV-Schirmen sollen sich also darüber freuen, dass die Briten, die das Auto entwickeln, österreichische Schmankerl genießen dürfen? Prinzipiell muss man sich natürlich für jeden Briten, der kein britisches Essen zu sich nehmen muss, freuen – nur: Man braucht sich nicht wundern, warum die Serienweltmeistertitel von RBR in Österreich so wenig emotional gefeiert werden…

Wie auch immer: Amerika wird man mit solchen Rennen nicht erobern. Da haben sie dort Besseres, was noch dazu günstiger und zugänglicher ist.

Top: Vettel & RB – Super!

Wie eingangs erwähnt: Alles perfekt, grandiose Leistung, super, wirklich, bravo – nur das Jubeln fällt trotzdem schwer. Übrigens: Bitte einen Apfelstrudel, danke. Nein, diesmal bitte keinen Schlag. Aber ein „Kafetscherl“ dazu wär nicht schlecht. Schmeckt super, danke, danke wirklich sehr. Mmmmh.

Top: Grosjean & Lotus – verlässliche Größe

Aus dem „Crashpiloten“ Romain Grosjean scheint eine verlässliche Größe zu werden. Sein Raketenstart hat auch gezeigt: Wenn sein Coup aufgeht, kommt Großes dabei heraus. Er musste also früher ein Risiko eingehen, um daraus zu lernen – heute eben sind seine Starts absolut gewinnbringend. Lotus stellt derzeit wohl – zumindest im Rennen – das zweitbeste Auto. Es ist ein Auto, welches für die Anforderungen dieser Saison optimiert wurde. Es geht mit den Reifen relativ schonend und berechenbar um. Man kann dem Team aus Enstone nur wünschen, dass die Eigner einen Investor finden, denn diese Mannschaft verdient es, weiterkämpfen zu dürfen.

Top: Bottas – kleine Sensation

Der achte Startplatz von Valtteri Bottas war schon eine kleine Sensation – doch dass der junge Finne mit dem brustschwachen Williams auch im Rennen diese Position halten konnte, hat wohl Auswirkung auf die weitere Karriere des Valtteri Bottas. Jeder konnte sehen, dass dieser Mann bereit ist. Zum einen der Kampfgeist – als er Gutierrez in der dritten Kurve außen überholt hat. Aber auch Verlässlichkeit in einem dicht gedrängten Mittelfeld. Jetzt fehlt nur noch, dass Williams für 2014 ein besseres Auto auf die Räder stellen kann.

Top: Hülkenberg – ein Großer

In aller Regelmäßigkeit zeigt Nico Hülkenberg, dass er wohl eine große Zukunft in der Formel 1 verdient und hoffentlich auch haben wird. Lotus zeigt zu Recht Interesse und Hülkenberg sollte diese Option ziehen. Den eher schwachen Sauber auf Startplatz vier zu stellen, war eine Meisterleistung. Selbst wenn sich im Rennen „nur“ Platz sechs ausging, ist das mit einem Sauber doch eine beachtliche Leistung.

Flop: Webber – kein Weltmeister

An diesem Wochenende hat Mark Webber wieder einmal gezeigt, warum er nicht vier Mal Weltmeister wurde. Im Qualifying zunächst auf Pole-Kurs, doch dann zwei kleine Fehlerchen und schon war der Finger wieder zu sehen. Der Start war zur Abwechslung einmal gut, doch in der ersten Kurve verlor Webber zwei Plätze. In der Folge konnte er gegen Grosjean nichts mehr ausrichten. Das Potential des Autos lässt nur die Plätze eins und zwei als Erfolg gelten. Platz drei ist mit diesem Auto ein Flop.

Flop: Force India – Potential nicht genützt

Das Team hat schon bessere Zeiten erlebt. Im Qualifying hat man Adrian Sutil in den Verkehr geschickt, das freie Training hat gezeigt, dass für Force India mehr möglich gewesen wäre. Dass Sutil am Start abgeschossen wurde – dafür können weder Sutil noch das Team etwas. Wohl aber geht eine erfolglose Reifenstrategie bei Paul di Resta mit auf das Konto des Teams. Ein zweiter Stopp war nötig, womit alle Punktechancen beim Teufel waren.

Flop: Ferrari - abgeschlagen

Die stolzen Italiener sind derzeit maximal die vierte Kraft. Vieles macht Fernando Alonso mit seinem Können wett. Felipe Massa hingegen war einmal mehr ein Schatten seiner selbst. Das Rennergebnis bringt es auf den Punkt: Alonso fährt besser als es sein Auto zulassen würde und wird Fünfter. Massa fährt schlechter als es sein Auto zulassen würde und belegt Platz 13. Das Auto selbst würde in etwa Rang acht zulassen. Und das ist für ein Team wie Ferrari nichts anderes als ein Flop.

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