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Grand Prix von Abu Dhabi 2013

Die Tops & Flops aus Abu Dhabi

Top waren Red Bull Racing-Renault, Rosberg, Alonso und Di Resta. Flops lieferten Räikkönen, Hamilton, Sauber, Sutil und McLaren-Mercedes.

Michael Noir Trawniczek

Bei einem Sebastian Vettel darf man getrost strengere Maßstäbe anlegen – im Qualifying hat er die Pole verloren, weil er in der ersten Kurve zu viel wollte. Im Rennen hat er zwar alles richtig gemacht, aber für ein „Top“ reicht es diesmal nicht. Zugleich gehört Vettel ja auch dem Red Bull Racing-Team an, und dieses erhält diesmal ein schwer verdientes „Top“…

Top: Red Bull Racing - Doppelsieger

Und zwar aus gutem Grund: Denn endlich konnte das britische, mit österreichischer Lizenz fahrende Team mit beiden Piloten die Überlegenheit des RB9 ausspielen. Endlich durfte auch Mark Webber ohne technische Probleme fahren. Für seinen Start hätte Webber eigentlich einen „Flop“ verdient, doch dann wurde er mit einem schönen Überholmanöver gegen Nico Rosberg Zweiter – und mehr war für ihn selbst von der Poleposition aus nicht möglich. Dazu ist Vettel einfach zu gut. Webber hat lange genug daran gearbeitet, dass mittlerweile niemand mehr von ihm erwartet, dass er Vettel schlägt.

Top: Rosberg – “Best of the Rest”

Für das Mercedes-Team ist es wenig schmeichelhaft, wenn sich alle über einen dritten Platz freuen, als wäre es ein Sieg. Dazu wird einfach viel zu viel Geld in die Formel 1 gepulvert, um dann hinter dem verächtlich als „Brausehersteller“ bezeichneten Mitbewerber die zweite Geige zu spielen. Zudem muss man Mercedes die gebrochene Radaufhängung am Wagen von Hamilton anlasten, als dieser im Qualifying auf Pole-Kurs unterwegs war. Nico Rosberg hingegen hat das Beste aus der Situation herausgeholt – die Vorgabe des Teams lautete Platz drei und die hat Rosberg gekonnt umgesetzt.

Top: Alonso - Löwe

Streng genommen dürfte man Fernando Alonso kein “Top” verleihen. Schließlich hat er im Qualifying gepatzt. Im Rennen jedoch hat er wie ein Löwe und für manche vielleicht über dem Erlaubten um einen fünften Platz gekämpft. Alonso ist einfach ein Garant für wirklich maximalen Einsatz. Sein Manöver gegen Jean-Eric Vergne wurde zu Recht nicht bestraft – und der Franzose verdient ein „Sonder-Top“ dafür, dass er öffentlich erklärt hat, dass Alonso mit seiner Fahrt neben der Strecke einen schweren Unfall verhindert hat. Vergne sagte auch, dass er Alonso zunächst nicht gesehen hat. Alonso hat also auch in dieser Situation richtig und zugleich kompromisslos gehandelt. Man kann nur hoffen, dass er seine beleidigten Rippen bald wieder auf Vordermann bringt und er für die letzten beiden Rennen einsatzfähig ist.

Top: di Resta - Gummimagier

Paul di Resta konnte mit seinem weichen Fahrstil einen für Force India traumhaften sechsten Platz herausfahren – satte 20 Runden fuhr er auf der weicheren Reifenmischung, 35 dann mit der härteren. Performance-Einbußen gab es keine, die hätte er sich im Kampf gegen Lewis Hamilton und Felipe Massa nicht leisten können. Grandiose Leistung als Pilot.

Flop: Räikkönen – Bilderbuch-Flop

Natürlich kann man darüber streiten, ob Kimi Räikkönen eine Mitschuld daran trägt, dass sein Unterboden nach dem Qualifying dermaßen beschädigt war, dass er den Belastungstest der FIA nicht bestand und der „Iceman“ deshalb ans Ende des Feldes gestellt wurde. Fraglich ist auch, wer nun wirklich entschieden hat, dass Räikkönen nicht aus der Boxengasse, sondern aus der letzten Startreihe das Rennen in Angriff nimmt. Fraglich ist auch, wer nun wirklich die Schuld an seinem Auffahrunfall in der ersten Kurve trägt. Dass er diesen absichtlich provoziert haben könnte, ist mehr als nur eine gewagte Aussage. Wie auch immer: Ob Teilschuld oder nicht Teilschuld – das Abi Dhabi-Rennwochenende des Kimi Räikkönen war quasi ein „Bilderbuch-Flop“, mehr Flop geht eigentlich nicht mehr.

Flop: Hamilton – im Schatten

Für den Aufhängungsschaden im Qualifying kann er wahrscheinlich nicht belangt werden – doch seine Rennperformance hat er selbst als grottenschlecht bezeichnet. Hamilton fand einfach keinen Grip und stand schwer im Schatten des Nico Rosberg. Platz sieben ist mit dem zweitbesten Auto zu wenig.

Flop: Sauber – ein Fehler zu viel

Da fährt Nico Hülkenberg einen tadellosen fünften Startplatz heraus – und das Team macht alles zunichte. Hätte man bei Hülkenberg keinen „unsafe release“ verbrochen, hätte er zumindest ein paar WM-Punkte an Land ziehen können. So aber waren seine Mühen umsonst. Wenn das Auto ohnehin keine Offenbarung ist, sollte wenigstens das Team reibungslos arbeiten – weil das nicht geschah, gibt es den „Flop“.

Flop: Sutil – schon im Quali gescheitert

Vom Potential her hätten beide Force India in den Punkterängen landen können – doch Adrian Sutil hat es schon im Training nicht geschafft, eine optimale Balance zu finden. Als er dann im Q1 aussteigen musste, war sein Schicksal so gut wie besiegelt. Am Ende landete er auf Platz zehn – man muss kein Mathematikgenie sein, um auszurechnen, wie viele Punkte der Deutsche liegen ließ.

Flop: McLaren - Farce

Sicher konnte Sergio Perez als Neunter zwei Punkte einfahren – doch das ist für ein früheres Siegerteam wie McLaren einfach unwürdig. Die Fahrer haben schon des Öfteren ihre Qualitäten unter Beweis gestellt. Das Auto ist eine Farce.

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