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Grand Prix von Bahrain 2013

Bahrain: Britische Politiker fordern Absage

Britische Parlamentsmitglieder drängen Bernie Ecclestone zur Absage des Bahrain-Grand-Prix - Amnesty International fordert politische Einflussnahme der Formel 1

Bernie Ecclestone gerät vor dem umstrittenen Grand Prix von Bahrain am kommenden Sonntag zunehmend unter Druck. Eine Gruppe britischer Parlamentsmitglieder hat den Formel-1-Promoter wegen anhaltender Menschenrechtsverletzungen und Proteste in dem autoritären Golf-Staat in einem Brief aufgefordert, das Rennen abzusagen. "Seit April 2012 haben viele weitere Menschen, darunter Kinder, ihr Leben verloren, und das ganze Land lebt in Angst und Einschüchterung", heißt es in dem Schreiben, das 20 Politiker unterzeichnet haben.

Der Brief wurde auch an die Teams, Fahrer, Sponsoren und die übertragenden Fernsehsender geschickt. Zuletzt hatte die Hacker-Organisation Anonymous Ecclestone mit einem Internet-Angriff gedroht, sollte das Rennen stattfinden und der umstrittene Grand Prix von Bahrain am kommenden Sonntag nicht abgesagt werden.

Seit zwei Jahren kämpfen Oppositionelle der mehrheitlich schiitischen Bevölkerung für mehr Rechte in Bahrain, das seit Jahrhunderten von der Herrscherfamilie Al-Khalifa regiert wird - einer sunnitischen Dynastie. 80 Menschen sind in dem autoritären Land seit dem Ausbruch des Arabischen Frühlings Anfang 2011 ums Leben gekommen. Allein in diesem Monat sollen bisher rund 100 Aktivisten eingesperrt und 30 verletzt worden sein. 2011 war das Rennen in Bahrain abgesagt worden, nachdem die aufkommenden Unruhen von Truppen aus dem benachbarten Saudi-Arabien blutig niedergeschlagen worden waren.

"Vergangenes Jahr fand das Rennen unter Bedingungen des Kriegsrechts statt. 300 Demonstranten wurden verhaftet und mussten einige Monate im Gefängnis verbringen", schrieb Andy Slaughter, Vorsitzender der "All Party Parliamentary Group for Democracy in Bahrain", weiter. Das Rennen werde genauso viel negative Publicity bekommen wie vor einem Jahr: "Ich denke, die meisten demokratisch gesinnten Menschen wären entsetzt, wenn Sie (Ecclestone, d. Red.) Bahrain trotz grausamster Menschenrechtsverletzungen erlauben würden, Teil der Formel-1-Weltmeisterschaft zu sein."

Regina Spöttl, Expertin für die Golfstaaten bei Menschenrechtsorganisation "Amnesty International" unterstützt hält eine Boykottaufforderung jedoch nicht für sinnvoll sondern fordert vielmehr von der Formel 1, zur Lage in Bahrain Stellung zu beziehen: "Es gibt einen Appell an die Teams, Fahrer und Sponsoren, etwa die Freilassung politischer Gefangener einzufordern. Solche Aktionen hätten mehr Einfluss als eine Boykottforderung von uns", sagte Spöttl der Tageszeitung 'Die Welt'.

Kein Verständnis hat die Menschenrechtlerin für die Aussagen von Ecclestone, der die Proteste immer wieder bagatellisiert: "Da werde ich ein wenig wütend. So eine Aussage ist sehr egoistisch", sagt Spöttl. Ecclestone solle lieber seine Macht nutzen, um Veränderung zu bewirken. "Das Königreich Bahrain braucht diesen Grand Prix so dringend, um in der Weltöffentlichkeit wahrgenommen zu werden, dass die Herrscher sicherlich zu Zugeständnissen bereit sind", meint Spöttl. "Aber dafür müsste sie erst einmal jemand einfordern."

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