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Grand Prix von Bahrain 2013

Die Tops & Flops aus Bahrain

Top waren Vettel, Lotus, Di Resta und McLaren. Flops lieferten Ferrari, Mercedes, Webber, Sauber und wieder einmal Van der Garde.

Michael Noir Trawniczek

Top: Vettel - perfekt

Obwohl Red Bull Racing am lautesten gegen die aktuelle Reifengeneration wettert, konnte Sebastian Vettel mit genau diesen Reifen ein perfektes, ein überlegenes Rennen fahren.

Die Strategie, im Qualifying lieber einen weiteren Satz Reifen einzusparen (insgesamt hat Vettel an diesem Rennwochenende drei neue Reifensätze der harten Mischung eingespart), war goldrichtig, am Renntag setzte Vettel die Strategie seines Rennstalls perfekt um – an diesem Rennsonntag hatte keiner eine Chance gegen Vettel. Eine Top-Leistung des dreifachen Weltmeisters.

Top: Lotus – strategische Meisterleistung

Perfekt funktionierte auch die Zweistoppstrategie des Lotus-Rennstalls rund um Teamchef Eric Boullier. So konnte man auch den Fehler von Kimi Räikkönen im Qualifying ausmerzen, der Finne verlor in seinem Quali-Run ein paar Zehntelsekunden und konnte nur den achten Startplatz erringen. Romain Grosjean stand gar nur auf dem elften Startplatz – das zeitweilige „Sorgenkind“ fuhr jedoch ein beherztes Rennen, sodass am Ende Räikkönen und Grosjean verdientermaßen neben Vettel auf dem Podium standen.

Top: Di Resta - reif

Dort wäre beinahe auch Paul di Resta gelandet – es wäre sein erstes Podium gewesen, für sein Team Force India wäre es der zweite Podiumsplatz gewesen. Es lastete also sehr viel Druck auf den Schultern des Schotten. Der jedoch blieb cool – und als er realisierte, dass Lotus mehr Grip hatte, fuhr er den vierten Platz nach Hause. Di Resta fand die richtige Mischung aus kämpferischem und strategischem Fahren. Eine reife Leistung. Und ein wichtiges Ergebnis für Force India-Mercedes.

Top: McLaren - sportlich

McLaren ist mit dem MP4-28 zwar noch lange nicht dort, wo der Rennstall normalerweise in der Startaufstellung daheim ist – doch an diesem Rennsonntag zeigten die Briten wieder einmal, dass sie es ernst meinen, wenn sie von der gleichberechtigten Behandlung ihrer Piloten sprechen.

Teamchef Martin Whitmarsh verriet, dass man sich nach dem Rennen mit Jenson Button und Sergio Perez an einen Tisch gesetzt habe. Dort wurde lediglich festgestellt, dass Perez in einer Phase des Rennens „etwas zu hart attackiert“ habe, ansonsten aber betonte man, dass die beiden Fahrer weiterhin gegeneinander fahren dürfen. „Das war schon immer so bei McLaren, das ist unser Verständnis von Motorsport“, sagte Whitmarsh.

Einige mögen jetzt einwerfen, dass genau diese Betrachtungsweise McLaren mögliche WM-Titel gekostet habe, zuletzt im Jahr 2007, als Alonso und Hamilton gegeneinander fuhren und am Ende der damalige Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen der lachende Dritte war. Trotzdem oder gerade deshalb verdient McLaren für seine dem Sport zugewandte Philosophie ein Top. Bravo!

Flop: Ferrari - Chaos

Als die Ferrari-Mechaniker bei Fernando Alonsos F138 einfach den steckengebliebenen DRS-Heckflügel mit der Hand nach unten drückten, wirkte das zunächst sogar cool. Doch als der Spanier eine Runde später schon wieder in die Boxengasse einfahren musste und man einfach das Gleiche tat, erinnerte die Scuderia an längst vergangenen alte Tage, als die rot gekleideten Mechaniker mit chaotischen Boxenstopps für Lacher sorgten.

Dazu kommen die seltsamen Reifenschäden am Wagen von Felipe Massa. Ferrari hat sich am letzten Wochenende nicht mit Ruhm bekleckert, zumindest am Rennsonntag herrschte bei den Roten das Chaos – ein Flop, wie er im Buche steht. Doch es ist zu hoffen, dass es sich um einen „Ausrutscher“ handelt.

Flop: Webber – kein Vettel

Während Sebastian Vettel an der Spitze demonstrierte, warum er drei WM-Titel einfahren konnte, demonstrierte Marl Webber wieder einmal, warum er niemals die Nummer 1 bei Red Bull Racing werden wird – und wahrscheinlich auch bei keinem anderen Team.

In Wahrheit kann Webber nur hin und wieder auf Augenhöhe mit Vettel fahren. Am letzten Wochenende fehlten dem Australier schon im Qualifying fünf Zehntelsekunden auf seinen „liebsten Feind“ im eigenen Team.

Auch im Rennen fuhr Webber keinesfalls fehlerlos, in seinem zweiten Stint verheizte er die Reifen, so musste er im dritten Stint 20 Runden lang mit den gleichen Reifen fahren und wurde so zum Freiwild für Hamilton und Perez. Mark Webber ist eben doch kein Sebastian Vettel…

Flop: Mercedes - Reifenfresser

Enttäuschender hätte das Rennen nach der Poleposition von Nico Rosberg nicht verlaufen können. Der Mercedes scheint also immer noch ein „Reifenfresser“ zu sein, vor allem an der Hinterachse. Eine Schwachstelle, die alles zunichtemacht. Da nützt kein Lewis Hamilton, da nützt kein Nico Rosberg, da nützt kein Niki Lauda und da nützt kein Toto Wolff. Schade.

Flop: Sauber – Wurm im Auto

Das aktuelle Auto von Sauber hat bei seinem Launch extrem aufgeräumt und gut ausgeschaut, mit Nico Hülkenberg hat man einen Spitzenpiloten im Team. Doch irgendwie scheint der Wurm in diesem Auto zu sein – die Ergebnisse und der aktuelle Stand in der Weltmeisterschaft der Konstrukteure sprechen Bände.

In Bahrain landeten Nico Hülkenberg und Esteban Gutierrez auf den Plätzen zwölf und 18 – das ist für den ambitionierten Schweizer Rennstall ein klarer Flop. Dieses Team kann mehr leisten…

Flop: Van der Garde – Schlusslicht der Schlusslichter

Während der Franzose Charles Pic im Caterham den 17. Platz belegen und damit Gutierrez und die beiden Marussia von Jules Bianchi und Max Chilton hinter sich lassen konnte, gondelte der eigentlich gar nicht „fliegende Holländer“ Giedo van der Garde wieder einmal als Letzter über die Ziellinie. Als einziger mit einem Rückstand von zwei Runden.

Paydriver sind in der heutigen Zeit sicher nötig – doch Van der Garde scheint mit Abstand schlechter zu sein als seine Bezahlfahrerkollegen. Caterham hat Heikki Kovalainen zumindest für den Freitag zurückgeholt – es wäre ratsam, den erfahrenen Finnen auch im Rennen ins Cockpit zu setzen. Das ist ganz und gar nicht böse gemeint, aber: Giedo van der Garde ist einfach zu langsam…

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