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Grand Prix von Bahrain 2013

Ferraris setzen die Bestmarke

Im ersten freien Training des Bahrain-GP setzten sich die beiden Ferraris an die Spitze, dahinter Nico Rosberg und Sebastian Vettel.

Foto: Ferrari

Die Formel 1 ist trotz aller politischen Diskussionen um die Austragung des Grand Prix von Bahrain am Freitag zur Tagesordnung übergegangen. Am Vormittag stand um 9:00 Uhr das erste Freie Training auf dem "Bahrain International Circuit" auf dem Programm. Wie auf der Wüstenstrecke üblich, ging es zunächst mit wenig Verkehr auf der Strecke los. Die Piste war zum Start in die 90-minütige Session sandig, aber nach rund einer halben Stunde begannen die Teams mit der ernsthaften Arbeit.

Alle Teams rückten in der ersten Session ausschließlich mit der harten Reifenmischung aus, die weicheren Medium-Pneus werden wohl erst am Nachmittag ausgepackt werden. Entsprechend langsam waren die Rundenzeiten. Selbst die Bestmarke von Felipe Massa war nicht sonderlich beeindruckend schnell. In 1:34.487 Minuten war der Ferrari-Pilot, der in den Vorjahren in Bahrain oft gut unterwegs war, fast eine Sekunde langsamer als die Bestmarke aus dem ersten Freien Training im Vorjahr.

Dennoch hinterließ Ferrari insgesamt in einer wenig aussagekräftigen Einheit den besten Eindruck. Massa benötigte nur wenige Runden, um auf gutes Tempo zu kommen. Auch der F138 von China-Sieger Fernando Alonso (2./+0,077 Sekunden) war schnell. Allerdings klagte der Spanier immer wieder über eine mangelhafte Balance. Zuerst gab es bei beiden Autos aus Maranello starkes Untersteuern, später klagte Alonso über Übersteuern am Kurvenausgang, das durch abgefahrene Reifen und hohe Benzinlast verstärkt wurde.

Bei Ferrari probierte man am Morgen einen veränderten Frontflügel aus. Der aerodynamische Effekt des Bauteils wurde mit reichlich FloViz-Farbe sichtbar gemacht. Ob der neue Flügel tatsächlich Fortschritt bringt, lässt sich noch nicht bemessen. Massa und Alonso spielten während der gesamten Session immer wieder an der Bremsbalance, um blockierende Reifen beim Anbremsen zu verhindern und die Reifentemperaturen an Vorder- und Hinterachse im Lot zu halten.

Im Lager von Mercedes spielte Nico Rosberg (3./+0,134) seine innige Liebe zum Rennkurs in der Wüste aus. Der Deutsche nahm seinem Teamkollegen Lewis Hamilton (13./+1,305) über eine Sekunde ab. Während Rosberg mit 22 Runden nicht nur fleißig, sondern auch konstant schnell unterwegs war, kam der Brite nicht recht auf Tempo. Das mag aber durchaus am Programm gelegen haben. Hamilton machte Aerodynamiktests und übte eine Sprit sparende Fahrweise, um nicht wieder im Nachteil zu sein.

Sebastian Vettel (4./+0,303) präsentierte sich zum Auftakt des Bahrain-Wochenendes solide, allerdings auch mehrfach am Limit. Mit einem veränderten Frontflügel rutschte der amtierende Champion mehrfach am Kurvenausgang über die Vorderachse weit über die Randsteine. Am Ende des Trainings rüstete man auf eine alte Version des Flügels zurück. Bessere Rundenzeiten waren damit nicht mehr möglich, aber die Reifen waren zu jenem Zeitpunkt auch bereits erheblich verschlissen. Red Bull fuhr erstmals mit Löchern in der Radnabe, die aerodynamische Vorteile versprechen.

Teamkollege Mark Webber blieb als Siebter (+0,614) am Vormittag ebenso unauffällig wie die beiden McLaren-Piloten Jenson Button (6./+0,582) und Sergio Perez (11./+1,153). Wie erwartet stark zeigte sich Force India. Paul di Resta (5./+0,462) und Adrian Sutil (8./0,632) waren bereits in Malaysia bei ähnlicher Hitze und den gleichen Reifenmischungen schnell gewesen. Dort wurde man allerdings im Rennen von Problemen mit den Radmuttern gebremst - das sollte in Bahrain nicht noch einmal passieren.

Als einer der großen Favoriten auf den Rennsieg am Sonntag in Sakhir gilt Kimi Räikkönen. Dessen Lotus kam aber am Freitagmorgen noch nicht ganz so gut auf Tempo. Der Finne landete in 1:35.345 Minuten auf Platz neun, sein Teamkollege Romain Grosjean wurde von KERS-Sorgen geplagt und letztlich Zehnter. Lotus probierte die neue Version des FRIC-Systems aus. Allerdings schien dies nicht zu überzeugen. Bei Räikkönens Fahrzeug machte man sich schon vor dem Ende des Trainings an einen umfassenden Umbau.

In den hinteren Reihen fiel unter anderem Williams auf. Valtteri Bottas (12./+1,296) war mit einer neuen Version des Heckflügels auf der Bahn. Das Hauptblatt des Spoilers ist an der Unterseite gewölbt. Pastor Maldonado (16./+2,011) war mit der alten Version unterwegs. Formel-1-Rückkehrer Heikki Kovalainen kam bei seinem Freitagseinsatz im Caterham nicht gut auf Tempo, Rodolfo Gonzalez hatte bei Marussia viel Pech. Der Rookie konnte wegen eines Getriebeschadens nur sieben Runden drehen. Am Nachmittag werden wieder Giedo van der Garde (Caterham) und Jules Bianchi (Marussia) fahren.

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Räikkönen zeigt sich zufrieden Räikkönen zeigt sich zufrieden 1. Fr. Training - Ergebnis 1. Fr. Training - Ergebnis

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