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Grand Prix von Singapur

Die Tops & Flops aus Singapur

Top-Leistungen von Vettel, Alonso und Räikkönen. Flops lieferten Mercedes, Di Resta und Ricciardo. Sonderflop für Alonso und Webber, aber auch die FIA.

Michael Noir Trawniczek

Zunächst war man sofort geneigt, in das alte Lied einzustimmen: Die FIA und ihre lächerlichen Strafen – nur weil Alonso den gestrandeten Webber als „Taxi“ an die Box mitnahm. Was als kollegiale Geste gerade in der sterilen Formel 1 eine Art Lichtblick darstellt – und was auch früher immer wieder praktiziert wurde…

Doch beim Betrachten jenes Videos, welches zeigt, wie und wo Alonso anhielt, um Webber aufzunehmen, und wie zwei Piloten nur mit Mühe ausweichen konnten, relativiert sich diese Meinung. Alonso hätte nicht mitten auf der Ideallinie anhalten müssen, er hätte locker auf die asphaltierte Auslaufzone fahren können, dort hätte Webber ungefährdet und keine anderen Piloten gefährdend aufsteigen können...

Der Jammer dabei ist der starre und stumpfsinnige Strafen-Katalog, den die FIA-Stewards zur Verfügung haben. Eine solche „Taxifahrt“ generell zu bestrafen, kann und soll in Frage gestellt werden – schließlich ist es eine Sache zwischen den jeweils betroffenen Piloten, hier sollte die FIA ihre dubiose Rolle als „Anstandsdame“ überdenken. Wenn dann jedoch andere Fahrer in Gefahr gebracht werden, sieht die Sache anders aus. Für die FIA freilich macht es keinen Unterschied. Und genau das ist das Dilemma…

Top: Vettel - einsam

Das war der klassische Sebastian Vettel: Ausgerüstet mit einem völlig überlegenen Fahrzeug, aus der Poleposition startend. Doch halt: Den Angriff von Nico Rosberg hat Vettel kämpferisch gleich wieder egalisieren können, nur rund zwei Sekunden lang durfte Rosberg Führungsluft atmen. Danach fuhr der Serienweltmeister eines seiner einsamen Rennen: Einsam in Führung, einsame Klasse.

Natürlich ist der RB9 nicht unbeteiligt an dieser Dominanz, ganz und gar nicht. Dennoch erhält Red Bull Racing kein „Top“. Schließlich besteht ein Team aus zwei Boliden – und es ist eine Riesen-Niederlage, dass am Wagen von Mark Webber erneut das Getriebe seinen Geist aufgab.

Top: Alonso – trotz Ferrari gut

Dass er schon wieder eine Qualifying-Niederlage gegen Felipe Massa einstecken musste, kann Fernando Alonso nach dieser Rennperformance und diesem genialen Raketenstart gewiss verziehen werden. Und es muss immer wieder gesagt werden: Alonso ist so gut, obwohl er einen Ferrari fährt.

Der F138 darf sich nun zu den vielen anderen erfolglosen Kreationen aus Maranello gesellen – die Entwicklung des Autos wird eingestellt. Wenn man bedenkt, dass man, wie Teamchef Stefano Domenicali verrät, vor der Sommerpause „alles für eine Performance-Steigerung ab Singapur in die Wege geleitet“ habe, muss man sagen: Die Entscheidung, nur noch am 2014er-Boliden zu arbeiten ist goldrichtig.

Denn von einer Performance-Steigerung des Autos kann keine Rede sein – es ist Alonso, der über sich hinauswächst. Und es ist Massa, der im Rennen wieder auf Normalgewicht zurückschrumpft.

Top: Räikkönen – von P13 auf P3

Lotus-Teamchef Eric Boullier soll sauer sein auf Kimi Räikkönen, weil dieser sich erdreistet hat, offen auszusprechen, dass es ihm gar nicht gefällt, dass er sein Gehalt nicht oder zumindest immer verspätet erhält. Boullier sollte lieber die letzten Rennen mit dem „Iceman“ genießen und dankbar sein, dass er mit diesem Piloten hat arbeiten dürfen. Der sich trotz Rückenschmerzen vom 13. Startplatz auf Platz drei vorarbeitet.

Man darf wirklich gespannt sein, ob Räikkönen im kommenden Jahr dafür sorgen kann, dass wir wie im Jahr 2008 wieder den weinerlichen, wütenden, nicht verlieren könnenden Alonso zu Gesicht bekommen. Räikkönen hat auf jeden Fall den nötigen Speed – von der Coolness muss man wohl gar nicht erst sprechen…

Freilich benötigt man für das Gutmachen von zehn Plätzen auch ein schnelles Auto – doch auch Lotus hat beim zweiten Auto, jenem von Romain Grosjean gepatzt. Das „Top“ geht daher ausschließlich an Kimi Räikkönen.

Flop: Mercedes - Strategiefehler

Wer vom zweiten Startplatz losfährt und auf Platz vier landet, hat einen „Flop“ geliefert – zumindest dann, wenn dieser jemand Mercedes heißt und bei der Strategie dermaßen daneben liegt. Niki Lauda war richtiggehend wütend – ein solcher Fehler dürfe nicht noch einmal passieren, forderte er. Und er hat ja auch Recht: Wenn man schon in punkto Renn-Performance hinterherhinkt, sollte man wenigstens eine perfekte Strategie anwenden. Doch Mercedes fehlte offenbar der Mut, auf Risiko zu setzen.

Fahrer Nico Rosberg braucht sich nichts vorzuwerfen, Lewis Hamilton auch nicht – obwohl es ihn „wurmen“ wird, dass er diesmal völlig im Schatten seines Teamkollegen stand. Vom Ergebnis her jedoch ist ein fünfter Platz hinter Rosberg in Ordnung.

Doch wie gesagt: Mercedes hat bereits weitaus höhere Ansprüche angemeldet und wird auch daran gemessen. Selbst wenn Toto Wolff plötzlich Red Bull Racing nicht mehr als Konkurrenten, sondern als Vorbild sehen möchte. Konkurrent oder Vorbild – geschlagen muss RBR werden! Nur das rechtfertigt langfristig den Aufwand.

Flop: Di Resta - Tiefpunkt

Paul di Resta musste schon im ersten Qualifying aussteigen – ein Tiefpunkt für den Schotten. Am Rennsonntag wurde er dank seiner Strategie und dem schonenden Umgang mit den Reifen kurzeitig bis auf Platz drei vorgespült – allein: Ein Crash sorgte dafür, dass Di Resta dieses Rennwochenende als waschechten Flop in Erinnerung behalten wird.

Flop: Ricciardo - Frust

Wechselhaft auch die Stimmung bei Daniel Ricciardo: Der künftige Teamkollege von Sebastian Vettel konnte seinen Toro Rosso-Ferrari auf Startplatz neun stellen – doch das Gegenteil eines Raketenstarts sorgte gleich einmal für Frustration. Der Toro Rosso steckte schließlich in der Leitplanke, Ricciardo löste die Safety Car-Phase aus. Auch für ihn ist es ein Wochenende, das er abhaken und möglichst schnell vergessen kann.

Vettel ausgebuht - warum? Vettel ausgebuht - warum? Wolff sieht RBR als Vorbild Wolff sieht RBR als Vorbild

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