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Webber vergleicht Formel 1 mit Wrestling

Genervt von zu weichen Reifenmischungen und bedeutungslosen Schaukämpfen spottet der Australier über Pirelli und die aktuelle Formel 1.

Häufig musste sich Mark Webber gegen den Vorwurf wehren, dass der Rennstart seine große Achillesferse sei, doch am Sonntag in Shanghai blieb er davon verschont. Nach einem – vermeintlichen – Defekt im Benzinsystem seines RB9 oder an der Tankanlage musste er vom letzten Platz aus in den Grand Prix starten, bei dem er nach einem weiteren Missgeschick seitens der Crew vorzeitig ausschied. Trotzdem will der 36jährige kein Trübsal blasen: "Ich kann gar nicht enttäuscht sein, wenn ich sehe, wie unsere Leistungen waren", spielt er auf die positiveren Eindrücke aus China an.

Webber erinnert an die freien Trainings: "Am Freitag und am Samstag Vormittag lief noch alles rund für mich und auch Q1 nach Plan." Dann kam das Ausrollen in der Haarnadelkurve wenige Meter vor der Boxengassen-Einfahrt, was für viele Experten nicht wie eine technische Panne, sondern – auch wegen des Funkverkehrs – wie ein Auto mit leergefahrenem Tank aussah. Der Sprit fehlte dann tatsächlich, die FIA fand statt der geforderten drei Liter Prüfmenge nur 150 Milliliter im Boliden vor und setzte Webber ans Feldende zurück.

Vor drei Jahren war der Australier in Shanghai von Rang 18 auf Platz drei nach vorne gefahren. Wäre eine solche Leistung auch in der Saison 2013 denkbar? "Das ist nicht unmöglich, aber viel schwieriger. Damals gab es mehr Fahrzeuge im Rennen, und es galt weniger, die Reifen zu schonen."

Webber ist damit bei seinem Lieblingsthema angelangt, schließlich zaubern ihm die Gummis von Pirelli einige Sorgenfalten auf die Stirn: "In den ersten fünf oder sechs Runden sieht alles gut aus, jeder kämpft miteinander, aber das ist derzeit ein bisschen wie bei der WWF", spottet der Australier per Vergleich mit der für ihre gestellten Showkämpfe berühmt-berüchtigten Wrestling-Liga über die empfindlichen Mischungen, die eine extrem schonende Fahrweise verlangen.

Deshalb hätte auch er in Q3 genau wie Sebastian Vettel auf eine gezeitete Runde verzichtet, um am Start freie Reifenwahl zu haben – doch so weit kam es ja nicht. "Jeder weiß, was mit den Pneus los ist, und ist sich im Klaren darüber, dass es sich nicht um einen Rennreifen handelt", kritisiert Webber die weiche Mischung mit der gelben Markierung und wundert sich nicht über die zeitigen Boxenstopps der Kollegen: "Viele wollen ihn schnell wieder loswerden."

Deshalb, so Webber, müsse man bei der Strategie unkonventionell vorgehen: "Wenn man von Platz fünf die gleiche Strategie fährt wie alle anderen auch, dann ist das auch der Rang, auf dem man ins Ziel kommt. Man muss etwas anders machen, um ein besseres Resultat zu erzielen." Zum Beispiel die weiche Mischung ganz am Ende aufziehen, wenn wenig Sprit im Tank ist?

Sebastian Vettels Strategie von Shanghai, die am Ende spektakuläre Rundenzeiten brachte, aber keine Ergebnisverbesserung, hat Webber offenbar verdrängt und erwähnt Sutils diesbezüglichen Versuch von Melbourne:

"Adrian Sutil hat es in Melbourne versucht und gesagt, dass es nicht funktioniert hat, weil er mit anderen Fahrern auf der Strecke gekämpft hat", erinnert er an den Force-India-Reinfall und schlägt kapitulierend motorsportlichen Pazifismus vor: "Wer mit anderen kämpft, bekommt Probleme; also riskiere keine Zweikämpfe und versuche einfach, mit dem Reifen ins Ziel zu kommen."

Die Tops & Flops Die Tops & Flops Lauda: Pirelli bringt neue Reifen Lauda: Pirelli bringt neue Reifen

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