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Grand Prix von Australien 2014

Turbo-Premiere in Down Under

In Melbourne werden die neuen, turbobefeuerten Wagen zeigen, was in ihnen steckt. Doch keiner weiß so recht, was wirklich passieren wird.

Michael Hintermayer

Zwischen 1985 und 1995 fand das Saisonfinale der Formel 1 traditionell in Adelaide statt, doch ab 1996 zog der Grand Prix von Australien auf einen anderen Stadtkurs um, im Albert Park von Melbourne. Melbourne ist seither - mit wenigen Ausnahmen - Gastgeber für den ersten Grand Prix der Saison. Erst 2006 fand der Australien-Grand-Prix erstmals als drittes Saisonrennen statt, um eine Überschneidung mit den Commonwealth-Games zu vermeiden. Seither wechselte der "Opener" unregelmäßig zwischen Australien und Bahrain.

Die 5,303 Kilometer lange Strecke ist bestimmt von Vollgas-Passagen, auf die meist schikanenartige Kurven folgen, wobei die Kurveneingänge überwiegend langsamer als die Kurvenausgänge durchfahren werden können.

Da die Rennstrecke um den Lake Albert nur einmal im Jahr benutzt wird und im übrigen Jahr der normale Straßenverkehr auf ihr rollt, ist die Piste vor allem am ersten Trainingstag sehr schmutzig. Trotzdem freuen sich Protagonisten und Fans gleichermaßen auf das Wochenende, ist Melbourne doch nicht nur für sein pulsierendes Nachtleben bekannt, sondern auch für einzigartige Atmosphäre entlang der Strecke.

Seit 2009 wird der Grand Prix in Melbourne übrigens nicht mehr um 14:00, sondern um 17:00 Uhr Ortszeit gestartet. Das bedeutet einerseits etwas europafreundlichere TV-Zeiten, andererseits aber auch, dass die Sonne zu Rennende schon extrem tief steht. Das sorgt für eine besondere Atmosphäre und wunderschöne Aufnahmen für Kameramänner und Fotografen.

Dieses Jahr steht der Grand Prix von Australien unter einem besonderen Stern, denn es ist auch die Premiere der „neuen“ turbogetriebenen Formel-1-Wagen. Die Prognosen, was genau beim ersten Formel-1-Rennen der heurigen Saison passiert gehen weit auseinander.

Nach den Wintertests in Bahrain und Jerez ist eines klar: Mercedes hat die Favoritenrolle übernommen. Kein anderes Team spulte so viele Runden ab und war dabei so schnell. Allgemein können alle Teams, die ein Mercedes-Triebwerk unter der Kohlefaserhaut verbaut haben, als favorisiert angesehen werden, da Motorenhersteller Renault mit der Technik hadert. Auch das von vielen abgeschriebene Williams-Team meldete sich bei den Tests mit Top-Zeiten zurück.

In Frankreich wird derweilen rund um die Uhr gearbeitet. Renault kämpft mit einem Sammelsurium an Problemen. Der Turbolader, die Elektromotoren, der Auspuff, aber vor Allem die Software machten bei den Tests Probleme und zwangen die Teams von RBR, Lotus und Caterham in die hinteren Ränge.

Ferrari führte in den Tests das Verfolgerfeld an. Die Roten sind allerdings schwer einzuschätzen, da die Motoren bei den Testfahrten „angeblich“ mit einer Sicherheitsreserve von 40PS betrieben wurden.

Das Weltmeisterteam von Red Bull Racing hingegen steckt in ernsten Schwierigkeiten. Der Antriebsstrang und die Kühlung sorgen für massive Probleme. Teamchef Christian Horner hat den ersten Grand Prix der Saison schon abgeschrieben: "Vielleicht gibt es dieses Jahr eine noch größere Dominanz als im Vorjahr", sagt er. "Wenn man sich die Mercedes-Rennsimulationen ansieht, dann wäre es keine Überraschung, wenn sie mit zwei Runden Vorsprung auf alle ins Ziel kommen. Sie haben einen riesigen Vorteil." Doch bis zu den Europarennen will das Team wieder zu alter Stärke finden und vorne mitmischen.

Auch Alexander Wurz ist von der Mercedes-Dominanz überzeugt - gegenüber Sportwoche erklärte er: „Alle Renault-Teams werden zu Saisonbeginn vermutlich mal einen Rückstand aufreißen. Mit den doppelten Punkten am Saisonende kann sich die WM aber noch zuspitzen."

Roberto Dalla, Chef des Formel-1-Elektronikzulieferers Magneti Marelli, kann sich sogar einen Totalausfall beim Saisonauftakt vorstellen: „In Melbourne könnte es passieren, dass kein einziges Auto die Zielflagge sehen wird, weil alle Teams so schwerwiegende Probleme bei den Testfahrten hatten", erklärte er gegenüber La Gazzetta dello Sport. Die neue Technik in nur zwölf Testtagen in den Griff zu bekommen, sei von Anfang an eine "unmögliche Mission" gewesen.

Zudem könnte es laut Wetterberichten am Sonntag regnen, was die Sache nicht gerade einfacher macht, da die verschiedenen Antriebssysteme auf nasser Fahrbahn perfekt zusammenarbeiten müssen. Wenn dies nicht der Fall ist, kann das enorme Drehmoment der Elektromotoren die Piloten in einen Dreher zwingen.

Fazit: Egal was in Melbourne passiert, es wird der Auftakt für eine der spannendsten Formel-1-Saisonen sein, die es gab und die jetzt noch anfällige Turbo-Technik wird den Fahrern, Technikern und Konstrukteuren der Formel 1 zahlreiche schlaflose Nächte.

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