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Sebastian Vettel im Interview

Sebastian Vettel spricht im ausführlichen Interview über seinen dritten Startplatz, die Chancen für Sonntag und die Hierarchie im RB Racing-Team.

Sebastian, Sie sind gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt. Wie viel Freude macht das dann hier in Spa?

Es ist immer wichtig, sich vorne zu platzieren. Das macht das Leben am Sonntag in der Regel ein bisschen leichter. Ich glaube, es war heute ziemlich schwierig mit den wechselnden Bedingungen im Nassen. Wir haben nicht so viel Flügel drauf, deswegen war's sehr rutschig in den Kurven, gerade in Eau Rouge war's immer ein bisschen eine Schlitterpartie. Alles in allem kann ich mit dem dritten Platz gut leben.

Trotz des schwachen Freitags scheinen Sie heute sehr gut zurechtgekommen zu sein. Liegt das an Ihnen oder an dem Fahrzeug?

Der Regen hat uns schon geholfen. In trockenen Bedingungen hätten wir nicht auf Platz drei fahren können. Also war das schon gut heute. Wenn es dann regnet, ist es immer eine Lotterie. Natürlich kann man da selber einen Unterschied machen, aber ich glaube, wichtig war, dass wir auf der Strecke geblieben sind und die richtigen Reifen zum richtigen Zeitpunkt drauf hatten.

Haben Sie irgendwelche Bedenken nach dem Qualifying?

Über die Zuverlässigkeit? Nicht wirklich. Ich weiß nicht, warum die Zündkerze gestern kaputt ging und eine Kettenreaktion auslöste - dadurch brach Feuer am Auto aus und vieles war zerstört. Ich weiß es nicht, ich hatte einen Zündkerzendefekt vor vier Jahren in Bahrain. Ich bin wahrscheinlich der Fahrer mit dem höchsten Konsum an Zündkerzen in der Formel 1. Aber ich habe keine Bedenken.

Sie sind viermaliger Weltmeister und in diesem Jahr haben Sie noch keine Pole eingefahren. Wie lange kann man damit leben?

So lange ich eben muss. Ich versuche alles, es ist nicht so, als ob ich mich dazu entscheiden würde, konstant keine Pole zu fahren. Diese Jungs (Mercedes; Anm. d. Red.) machen einen guten Job, ihr Team ist sehr stark, das ist es, was es so schwierig macht, sie zu schlagen. Meine Saison war nicht so, wie ich es mir erhofft hatte, aber es sind immer noch ein paar Rennen zu fahren. Ich denke, wir haben heute das Maximum rausgeholt, also hoffe ich auf ein starkes Ergebnis morgen.

Was muss passieren, damit Sie die beiden Mercedes-Piloten morgen ärgern können?

Wenn beide sich am Start schwer tun, dann würde das schon helfen. Das ist hier immer schwer zu sagen, weil danach eine relativ lange Gerade kommt, wenn man mal Eau Rouge nicht als Kurve zählt. Deshalb gibt es normalerweise immer Windschattenduelle hoch zur Schikane, zur Kurve fünf.

Lassen wir uns überraschen. Sonst sollten wir im Renntrimm näher dran sein. Was das Wetter angeht, ist für morgen trocken gemeldet, aber ich glaube, hier weiß man nie und am besten ist es, einfach in den Himmel zu schauen.

Nach Ungarn, nun auch hier wieder schneller gewesen als Teamkollege Daniel Ricciardo. Ist damit die Teamhierarchie wieder hergestellt?

Mir ist das eigentlich ziemlich wurscht. Das Problem ist, dass zwei vorne sind, die konstant vor uns sind und die es uns schwer machen, den Abstand zu verringern. Ich glaube, das ist das Hauptziel. Ich weiß nicht, wieso das für euch immer so wichtig ist, mich stört das eher, dass die Mercedes so weit vorne sind.

Im Trockenen wären wir nicht so weit vorne gewesen, da hätten die Williams, die Ferraris ein deutlicheres Wort mitreden können, so war's ganz knapp. Als erster da zu stehen, also nach den Mercedes auf Platz drei, freut mich natürlich. Die Abstände waren dann ja auch sehr eng.

Macht der Fahrer im Nassen den Unterschied?

Auf dieser Strecke hier kann man das so sagen. Man ist aber natürlich auch auf sein Werkzeug angewiesen, weil es ziemlich schmerzhaft sein kann, wenn das nicht funktioniert. Ich glaube, im Nassen kann man selber ein bisschen mehr rauskitzeln. Das ist natürlich sehr viel Gefühlsfrage und Instinktsache.

Die Runde, die ich zuletzt hatte, war gut. Klar ist, dass man bei diesen Bedingungen immer ein bisschen wegrutscht und vielleicht zu früh am Gas ist, die Räder durchdrehen und dann immer ein bisschen Zeit verliert. Letzten Endes war es wichtig, der beste Verfolger zu sein.

Ihr habt die Gänge verändert, indem ihr sie verkürzt habt...

Haben wir?

Ja, so stand es in der Pressemitteilung der FIA. Sind sie länger?

Sie sind nicht kürzer.

In der zweiten Saisonhälfte drehen Sie gerne noch einmal richtig auf. Ist das auch hier in Spa der Fall?

Gestern war das ja noch nicht so der Fall. Aufgedreht haben eher die Mechaniker, die hatten mehr zu tun, als ich gestern. Ich hatte die Hände ziemlich lange in den Hosentaschen, was mir nicht gefallen hat. Heute war schon ein besserer Tag und ich hoffe für morgen, dass alles hält.

Vergangene Saison startete in Spa eine sehr spezielle zweite Saisonhälfte für Sie. In diesem Jahr ist alles anders - zwei Sekunden Rückstand auf die Pole muss sich nicht wirklich gut anfühlen, oder?

Wer weiß, vielleicht können wir es noch rumdrehen und die neun in Folge noch einmal schaffen. Aber es ist in diesem Jahr ein bisschen anders. Der Abstand zu Mercedes ist nicht nett, wir haben hart gearbeitet das ganze Jahr und versucht, den Abstand zu verringern.

Sie sind ein Fahrer, der sich immer mal gerne Regen wünscht. Welchen Regentanz führen sie heute Abend noch auf?

Da muss ich nicht groß tanzen, wir sind hier in Spa. Hier gibt's anscheinend genug Leute, die heute Abend im Dorf noch tanzen.

Wenn Sie für morgen einen Wunsch frei hätten, was wäre das?

Das alles hält, das alles gut läuft. Den Rest kriegen wir so gebacken.

Und was sagen Sie zum Wettergott?

Der kann machen, was er will. Wenn er uns Regen bringt, ist es uns auch nicht unrecht.

Mercedes deklassiert die Konkurrenz Mercedes deklassiert die Konkurrenz 3. Fr. Training - Bericht 3. Fr. Training - Bericht

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