Formel 1

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Grand Prix von China 2014

Die Tops & Flops aus Shanghai

Top waren Lewis Hamilton und Mercedes, Fernando Alonso und Daniel Ricciardo. Flops lieferten Kimi Räikkönen, Pastor Maldonado und Williams.

Michael Noir Trawniczek

Top: Hamilton & Mercedes - fehlerlos

Lewis Hamilton fuhr an diesem Wochenende die ganze Zeit über in einer eigenen Liga. Sicher hat er mit dem Mercedes das beste Auto zur Verfügung, doch man erkennt an der Performance von Nico Rosberg, wie gut Hamilton gefahren ist. Wäre Rosberg der Lapsus in der letzten Quali-Runde nicht passiert, wäre er immer noch eine halbe Sekunde langsamer als Hamilton gewesen. Im Rennen selbst hat Hamilton weltmeisterhaft dominiert, der Brite hat derzeit eindeutig einen „Lauf“, Hamilton leistet sich zurzeit keinen Fehler – Rosberg muss sich etwas einfallen lassen, sonst ist er seine WM-Führung schon in Spanien los.

Top: Alonso - Fahrerleistung

Der Ferrari F14T ist maximal das drittbeste Auto, man kann damit also eigentlich nur Fünfter werden. Von einem Weltmeisterboliden ist dieses Fahrzeug meilenweit entfernt. Teamchef Stefano Domenicali musste abtreten, Präsident Luca di Montezemolo holte einen Quereinsteiger, die Verzweiflung im Team muss groß sein. Denn es ist jedes Jahr das Gleiche: Man beginnt mit einem Rückstand, holt dann zwar auf, aber den Titel holt jemand anderer…

In dieser trostlosen Situation hat Fernando Alonso in Shanghai wieder einmal gezeigt, warum er sein Geld wert ist. Der aufholende Daniel Ricciardo im schnelleren RB10 konnte ihn nicht nervös machen, er legte immer wieder ein „Schäuferl“ nach, passte seine Rundenzeiten an den Verfolger an, um diesen zu zermürben. Der Spanier ist ein echter Spitzenpilot, der auch mit mittelmäßigen Autos überzeugen kann. Nur: Alonso muss niemandem mehr etwas beweisen, er möchte einfach nur ein Auto, mit dem er um Siege und um den WM-Titel kämpfen kann.

Top: Ricciardo – sehr guter Job

Daniel Ricciardo hat bei Red Bull Racing sicher keinen leichten Job zu erledigen. Natürlich freut man sich dort, wenn er schnell ist – die Frage ist nur, wie sehr man sich freut, wenn er kontinuierlich schneller als Sebastian Vettel ist? Schon zum dritten Mal war Ricciardo im Qualifying schneller als der vierfache Weltmeister. Auch im Rennen stellte er Vettel in den Schatten, indem er mit den Reifen besser haushalten konnte. Zugute halten muss man Vettel den – derzeit zumindest noch und zumindest auf einer verbalen Ebene – recht lockeren Umgang mit der Tatsache, dass Ricciardo derzeit mit dem Auto besser klarkommt. Jedenfalls wieder eine grandiose Leistung des Australiers, möge sein Lächeln bestehen.

Flop: Räikkönen - rätselhaft

Offenbar kommt Kimi Räikkönen mit dem Ferrari F14T überhaupt nicht klar. Alarmierend sind Aussagen wie: „Es gibt da keine bestimmten Dinge, von denen ich behaupten könnte, dass sie verantwortlich wären." Scheinbar kann Räikkönen mit diesem Auto nur mit neuen Reifen schnell fahren: „Wenn der Gripp der neuen Reifen weg ist, dann muss ich langsamer fahren, sie kühlen aus und die Probleme werden größer. Es dreht und dreht sich weiter. Jeder hasst das. Es gibt da nichts Magisches. Ich kann meinen Stil nicht verändern." Irgendetwas muss man aber ändern – ein Rennfahrer zeichnet sich auch darin aus, dass er den Wagen auf seine Bedürfnisse hin abstimmt. Bleibt zu hoffen, dass diese Ratlosigkeit verschwindet, denn sonst wird man den „Iceman“ nicht mehr lange in der Formel 1 sehen. Nicht, weil man ihn dann nicht mehr haben möchte, sondern weil er dann wirklich die Motivation verlieren würde. Und das wäre sehr schade…

Flop: Maldonado – unterirdisch

Bei Pastor Maldonado wäre die Trauer über ein Ende seiner Formel 1-Karriere wesentlich geringer – im Training leistete sich der Lotus-Pilot Aktionen, die eigentlich in der Formel 1 nicht vorkommen sollten. „Auf den Outlaps gibt es viel zu tun“, rechtfertigte sich Maldonado für einen seltsamen Dreher, der deshalb zustande kam, weil er im Cockpit so viele Knöpfe bedienen musste. Dass er den Lotus am gleichen Tag auch bei der Boxeneinfahrt in die Reifenstapel warf, kommentierte er mit den Worten: „Es handelt sich um eine knifflige Stelle, und wir haben dort schon öfter Zwischenfälle gesehen." Doch in Wahrheit wirkte Pastor Maldonado ein wenig überfordert…

Flop: Williams - überfordert

Völlig überfordert wirkten auch die Williams-Mechaniker beim Boxenstopp von Felipe Massa, über eine Minute musste der Brasilianer auf die Freigabe warten, nachdem es offenbar massive Probleme mit dem linken Hinterreifen gab. So etwas darf einem Team, das wieder Rennen gewinnen möchte, einfach nicht passieren – daher ein klarer Flop für Williams.

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