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Grand Prix von Großbritannien 2014

„Heute war nicht mein Tag“

Erstmals seit 22 Jahren fuhr wieder eine Frau in einem offiziellen Formel 1-Training, doch Susie Wolff konnte in Silverstone nur eine schnelle Runde drehen….

Der historische Moment der Formel 1 war heute in Silverstone nur von kurzer Dauer. Rund 20 Minuten, nachdem Susie Wolff mit ihrem Williams als erste Frau seit 22 Jahren in einem offiziellen Training aus der der Box gefahren war, nahm der Einsatz der Schottin im ersten Freien Training zum Großen Preis von Großbritannien ein vorzeitiges Ende. Der Mercedes-Antrieb stellte seinen Dienst ein, und Wolff musste den Williams am Streckenrand abstellen.

Kurz darauf wurden die Gesichter in der Williams-Box noch länger, denn Felipe Massa flog am Ausgang der Stowe-Kurve ab und schlug mit seinem FW36 in die Reifenstapel ein, wobei das Auto heftig beschädigt wurde. Damit war das erste Freie Training für das Team beendet. "Ich kam auf den Randstein und habe das Auto verloren. Dann hatte ich einen Unfall, also war es kein guter Start", erklärt Massa. "Immerhin geht es mir gut und ich bin mir sicher, dass alles gut werden wird."

Frust pur auch bei Teamkollegin Wolff, die heute zum ersten Mal anstelle von Valtteri Bottas im Auto saß. "Es ist sehr enttäuschend. Nach all der harten Arbeit nur eine schnelle Runde gefahren zu sein ist hart, aber so ist die Formel 1 eben manchmal", sagt die Ehefrau von Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff bei Sky Sports F1.

Öldruck-Porblem lässt Wolff ausrollen

Ursache für den frühen Ausfall von Wolff war ein Problem mit dem Öldruck des Motors. "Es ist ein ziemlich schwerwiegendes Problem. Der Motor hat sich ausgeschaltet, also muss es einen Schaden geben", sagt Wolff.

In ihrer ersten und im Endeffekt einzigen schnellen Runde hatte die Schottin Alexander Wurz, der als Fahrer-Mentor für das Williams-Team tätig ist, allerdings überzeugt. "Das ist sehr schade für Susie, die in der ersten Runde gleich eine gute Performance hatte", sagt der Österreicher im Gespräch mit Sky.

Wurz:"Susie war Schnellste beim Reifenaufwärmen"

"Alle Fahrer hatten mit dem Aufwärmen der Reifen Probleme, auch sie, aber sie war die Schnellste. Das tut mir leid für sie und ist für das Team sehr schade, denn wir hatten wichtige Tests zu tun gehabt, mit dem Unterboden, mit aerodynamischen Teilen. Die können wir jetzt nicht durchführen", so Wurz. "Die Zeit von ihr und Felipe war leider sehr wenig, um Erfahrungen zu sammeln. Das ist ein suboptimaler Tag für das Williams-Team."

Den Unfall von Massa analysiert Wurz wie folgt: "Er ist leicht quer auf das künstliche Gras gekommen und ist dann abgegangen. Man sieht dort sehr viele Spuren in die selbe Richtung, das ist diese Kurve, wo man nach innen abgeht. Da ist sehr wenig Auslaufzone, und dann gab es die Kaltverformung des Karbons am Reifenstapel."

Nächster Einsatz für Wolff schon in Hockenheim

"Jetzt müssen die Mechaniker und das Team schauen, dass sie so schnell wie möglich die Autos wieder fit bekommen, damit wir im zweiten Training wieder draußen sind", erklärt Wurz. Dabei erwartet die Mechaniker allerdings ein Wettlauf gegen die Zeit. "Bei Massa muss man schauen, ob das Monocoque okay ist oder ob das gewechselt werden muss. Bei der Susie gibt es wahrscheinlich einen Motorwechsel und Valtteri dreht dann im zweiten Freien Training am Steuer. Ich hoffe, dass beide Autos am Anfang der Session herausfahren können, um die verlorene Zeit aufzuholen."

Obwohl ihr Formel-1-Debüt nur von kurzer Dauer war, hat Wolff den Freitagseinsatz für Williams genossen. "Es fühlte sich da draußen wirklich toll an. Obwohl so viele Medienvertreter um mich herum waren, waren es nur noch mein Auto und ich, nachdem ich den Helm einmal angezogen hatte. Ich möchte mich bei allen, die mich unterstützt haben, bedanken", sagt sie.

"Ich denke, ich hatte sehr viel Glück, überhaupt diese Gelegenheiten in Silverstone und Hockenheim zu bekommen. So ist die Formel 1 eben, es läuft nicht immer alles glatt. Heute war nicht mein Tag, aber ich werde zuversichtlich bleiben, weiter hart arbeiten und dafür sorgen, dass es in Hockenheim mein Tag werden wird", so Wolff, die schon in 14 Tagen beim Deutschland-Grand-Prix erneut im Auto sitzen wird.
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