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Erneute Pole für Nico Rosberg

Hamilton brach seine letzte Runde ab und überließ somit seinem Teamkollegen die Pole; vier Topfahrer scheiterten bereits in Q1.

Die Vergabe der Startplätze für das neunte Rennen der Formel-1-Saison 2014 war ein Thriller – mit einem Ergebnis, das in der letzten Minute noch auf den Kopf gestellt wurde. In einem dramatischen Finish sicherte sich Nico Rosberg (Mercedes) die Pole Position vor Sebastian Vettel (R·B·R).

Zunächst sah alles nach einer Pole für Lokalmatador Lewis Hamilton (Mercedes) aus, aber der fiel auf nasser Strecke noch vom ersten auf den sechsten Platz zurück. "Es ist rutschig", funkte er in seiner zweiten Runde im Q3. Das Team antwortete ihm: "Wenn du nicht d'ran glaubst, lass Nico durch!" Dessen Zwischenzeiten im ersten und zweiten Sektor wiesen Rückstand auf, nicht aber jene im dritten Sektor, und so nahm Rosberg seinem frustrierten Teamkollegen nicht weniger als 3,466 Sekunden ab.

Dabei war der Konsens in der Boxengasse, dass es sich wahrscheinlich gar nicht mehr lohnen würde, noch eine Runde zu drehen. "Aber wir dachten, dass es nichts kostet, also probieren wir es halt", lacht Rosberg – das brachte ihm die Pole Position ein. "Es war eine tolle Teamleistung", freut er sich. "Wir haben die richtigen Entscheidungen getroffen, und es ist alles gut gelaufen."

Hamilton hingegen war der große Verlierer des Nachmittags – und in den Interviews dementsprechend kurz angebunden: "Ich weiß nicht", antwortet er achselzuckend auf die Frage, wer denn entschieden habe, keine schnelle Runde mehr in Angriff zu nehmen – um dann zu seufzen: "Das war ein schlechter Tag!" Immerhin: In Silverstone kann man gut überholen – und mit einem Mercedes ist derzeit auch ein sechster Startplatz kein Beinbruch.

Vettel war praktisch dazu gezwungen, es noch einmal probieren, denn der amtierende Weltmeister war zu Beginn von Q3 zu spät auf die Strecke gegangen und musste ohne Zeit an die Box fahren, als der Regen zunahm. Letztendlich fehlten 1,620 Sekunden auf die Spitze, aber damit kann er leben: "Der zweite Platz ist sehr erfreulich. Der Abstand ist ein bisschen groß, aber es war sehr schwierig, richtig zu erahnen, wie viel Risiko man eingehen kann."

Teamkollege Daniel Ricciardo war am Ende, als die Zeiten purzelten, nicht mehr auf die Strecke und fiel so noch auf den achten Platz zurück. Vor Freude strahlte hingegen Lokalmatador Jenson Button (McLaren): "Ich weiß, es ist nur ein dritter Platz im Qualifying, aber für uns ist das nach den letzten 18 Monaten wie ein Sieg, noch dazu vor Heimpublikum. Wir waren nicht so schnell wie die Mercedes, aber im Vergleich zu allen anderen war die Pace durchaus da."

Hülkenberg kam zu seinem vierten Startplatz ein bisschen wie die Jungfrau zum Kinde. "Ich bin für meine letzte Runde herausgefahren und dachte mir: 'Am besten, ich fahre direkt wieder in die Box. Das wird sowieso nichts mehr.' Ich dachte, dass es hoffnungslos sei, weil ich den Regen sah und wusste, wie sich die Strecke anfühlt. Die Jungs meinten, dass ich trotzdem rausfahren soll. Das war die richtige Entscheidung", berichtet er.

Kevin Magnussen (McLaren) und Hamilton teilen sich die dritte Reihe, Sergio Perez (Force India) und Ricciardo die vierte. Die beiden Toro Rossos, die in Q3 die ersten auf der Strecke waren und damit kurz goldrichtig zu liegen schienen, rutschten noch auf die Positionen neun und zehn zurück – aber immerhin waren sie, im Unterschied zu den Topteams Ferrari und Williams, in der Entscheidung noch dabei.

Die Fahrer Valtteri Bottas, Felipe Massa, Fernando Alonso und Kimi Räikkönen waren schon in Q1 ausgeschieden. "Schlechtes Timing, aber sowas passiert", sagt Räikkönen. Alonso erklärt: "Als Sauber die Medium-Reifen aufzog, waren sie im ersten Sektor auf Anhieb schnell. Wir haben sie dann auch schnell aufgezogen, aber offenbar nicht schnell genug. Dann war die Strecke wieder nass, und wir haben es nicht geschafft, die Runde in den Kasten zu bekommen."

Williams-Cheftechniker Pat Symonds stimmt zu: "Es war eine Frage von Sekunden. Im Nachhinein sagt sich das leicht, aber ja, wir hätten früher rausfahren können. Wir haben den Regen nicht kommen gesehen. Das war auf dem Radar, ehrlich gesagt, nicht zu erkennen. Gelbe Flaggen sind immer ein Risiko, aber wir dachten, wir hätten das im Griff. Hätten wir den Regen kommen gesehen und das ignoriert, müssten wir uns natürlich Fragen stellen. Es war einfach Pech."

Verursacht wurden die gelben Flaggen am Ende von Q1 und Q2 jeweils von den Sauber-Piloten: Adrian Sutil schmiss sein Auto nach bis dahin starker Performance ebenso in die Botanik wie Teamkollege Esteban Gutiérrez wenig später. Sensationell schlug sich hingegen Marussia mit den Qualifyingpositionen zwölf und 13 – allerdings muss Max Chilton nach seinem Getriebewechsel am Vormittag um fünf Plätze nach hinten.

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