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Grand Prix von Australien 2014

„Vor uns liegt ein langer Weg“

Im Longrun-Modus liegen Fernando Alonso und Kimi Räikkönen noch eine Sekunden hinter Mercedes – Alex Wurz befürchtete zudem zu hohen Spritverbrauch…

99 Runden für Ferrari in Melbourne. Und das italienische Traditionsteam präsentierte sich in guter Verfassung. Beim Trainingsauftakt zum Großen Preis von Australien der Formel 1 sicherte sich Fernando Alonso am Vormittag den ersten Platz und belegte in der Tageswertung Position drei hinter dem Mercedes-Duo. Ein solider Anfang, doch bei Ferrari zeigt man sich nur vorsichtig optimistisch.

Die Gründe dafür: Einerseits wies Alonso einen Rückstand von knapp einer halben Sekunde auf die Spitzenzeit von Lewis Hamilton auf, andererseits hatte Ferrari die neue Formel-1-Technik noch nicht völlig im Griff. Vor allem der zweite Ferrari-Pilot, Kimi Räikkönen, litt darunter. Rund sieben Zehntel hinter Alonso erreichte er "nur" den siebten Platz, weshalb Teamchef Stefano Domenicali Antworten fordert.

"Ich muss die Situation natürlich immer pessimistisch betrachten", sagt der Italiener. "Und wir müssen zusehen, dass die Probleme, die nicht nur an Kimis Auto bestehen, alsbald gelöst werden. Die Konkurrenz schläft ja nicht und wir haben auch nicht viel Zeit. Für mich hat daher Priorität, dass diese Fehler ausgemerzt werden. Die Fahrer", und das betont Domenicali, "sind hier nicht das Problem."

Abgesehen von kleineren Ausflügen in die Grünanlagen am Albert Park Circuit hielten sich die beiden Ferrari-Piloten ohnehin schadlos. Dabei war die Anspannung an diesem ersten Freitag der Saison 2014 größer als sonst, wie Alonso betont: "Es ist der Beginn einer neuen Meisterschaft. Und da will man natürlich wissen: Wie funktioniert all das, was man im Winter entwickelt hat?", so der Spanier.

"Insgesamt war es ein positiver Tag für uns. Auch wenn eine gewisse Nervosität zu spüren war, weil wir erstmals eine komplexe neue Technologie an den Start gebracht haben. Doch alles lief gut. Das Team hat klasse Arbeit geleistet. Wir hatten keine Probleme", erklärt Alonso, übrigens im Gegensatz zu seinem Teamchef, der nach den insgesamt dreistündigen Trainings einige Baustellen ausmacht.

"Wir wollten sehen, ob es uns gelungen ist, einige der Probleme, die uns noch beim Test in Bahrain ereilt hatten, zu lösen. Noch haben wir aber nicht alle Punkte abgearbeitet", sagt Domenicali. "Das unterstreicht nur, wie komplex dieses neue Projekt ist. Wir müssen daher an den Dingen arbeiten, die wir bereits kennen, und uns ausgehend davon verbessern. Das ist unsere aktuelle Ausgangslage."

Wie auch immer: Allzu viel gibt Alonso sowieso nicht auf das Tagesergebnis vom Freitag in Melbourne. "Es ist schließlich unmöglich, schon jetzt eine Standort-Bestimmung zu wagen. Denn wie immer bedeuten die Resultate des Freitags noch nicht sehr viel", sagt der Ex-Champion. "Um mehr über das Kräfteverhältnis zu erfahren, müssen wir schon abwarten, bis alle in der gleichen Spezifikation unterwegs sind."

Letzteres war im Freien Training selbst Ferrari-intern nicht der Fall, wie Domenicali erklärt. "Unsere Fahrer haben unterschiedliche Programme absolviert, aber das ist die normale Vorgehensweise. Ich denke, manche Teams haben heute noch nicht alle Karten aufgedeckt. Vielleicht auch, weil sie noch Probleme hatten. Am Samstag könnte es schon wieder ganz anders aussehen, aber das wissen wir noch nicht."

"Es kann auch gut sein, dass das Wetter am Samstag ganz anders ist. Und wir haben mit diesen Autos noch nicht unter solchen Bedingungen getestet. Für alle von uns würde es eine interessante Herausforderung darstellen, die Fahrzeuge im Nassen einzusetzen", meint der Ferrari-Teamchef. "Bisher war es jedenfalls wichtig für uns, dass wir unser komplettes Programm abspulen konnten."

"Kleinere Probleme gehören da einfach dazu. Es ist ja nur der erste Tag einer langen Saison", sagt Domenicali. Und so überrascht es nicht, dass Räikkönen zusammenfassend von einem "ziemlich anspruchsvollen" Tag spricht. "Problemfrei war dieser Freitag nämlich nicht. Das hat uns aber nicht davon abgehalten, Daten über das Handling und über die Pirelli-Reifen zu sammeln", erklärt er.

Und noch ist das Tagwerk in Australien nicht vollbracht: "Am Abend haben wir noch einiges zu tun. Vor allem, wenn wir verstehen wollen, was nicht funktioniert hat. Das gilt es schließlich für die Qualifikation und das Rennen zu verbessern", sagt Räikkönen und übergibt das Wort an Pat Fry, den Chefingenieur von Ferrari: Und er verrät, dass Ferrari auf alle Eventualitäten hingearbeitet hat.

"Wir haben heute versucht, das Beste aus den guten Wetter- und Streckenbedingungen zu machen. Wir haben an unterschiedlichen Strategien und Einstellungen für das Rennen gearbeitet. Denn an diesem Wochenende ist die Wettervorhersage sehr vage, vor allem was den Samstag betrifft", meint der Brite und verweist darauf, dass am Qualifying-Tag durchaus mit einer nassen Strecke zu rechnen ist.

Davon war am Freitag aber nichts zu sehen, sondern nur strahlender Sonnenschein. "Das haben wir genutzt", meint Fry. "Im ersten Freien Training haben wir uns auf das Setup des Autos konzentriert. Es ging uns darum, die Balance auf der Bremse und das Gefühl der Fahrer zu verbessern. In der zweiten Sitzung haben wir uns dem Reifenvergleich gewidmet und auch einige Longruns absolviert."

Und bei den Longruns gab zumindest Alonso eine gute Figur ab, wenn auch nicht die Beste: Mit Zeiten um 1:34,6 Minuten lag er etwa eine Sekunde hinter den Mercedes-Piloten. Räikkönen aber war wesentlich langsamer unterwegs, was aber auch technische Gründe hatte, wie Fry erklärt: "Es ist schon sehr kompliziert, sämtliche der neuen Systeme im Auto perfekt zum Laufen zu bringen."

Erst im zweiten Schritt gehe es darum, die Systeme maximal gewinnbringend einzusetzen, was ebenfalls keine einfache Aufgabe sei, so Fry. Sein Fazit nach dem Trainingsauftakt in Melbourne und den Ferrari-Positionen vier und sieben: "Vor uns liegt noch ein langer Weg. Daher ist es wichtig, konzentriert zu bleiben und jedem noch so kleinen Detail große Aufmerksamkeit zu schenken."

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