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Grand Prix von Australien 2014

„Wir brauchen noch mehr Daten!“

Nach den erfolgreichen Testfahrten galt Williams-Mercedes als Geheimtipp – in Melbourne fehlten den Briten vorerst 1,3 Sekunden auf die Spitze…

Williams war als Geheimfavorit in den Australien-Grand-Prix gestartet. Nach dem Freien Training am Freitag hat sich der starke Eindruck der Testfahrten in Jerez und Bahrain jedoch relativiert. Valtteri Bottas als Achter mit einer persönlichen Bestzeit von 1:30.920 Minuten (+ 1,295 Sekunden) und Felipe Massa als Zwölfter, in seinem schnellsten Umlauf mit 1:31.119 Minuten (+ 1,494 Sekunden) gestoppt, waren wieder weit weg von der Spitze. Auch mit vollem Tank stach Williams nicht hervor.

Der Brasilianer betont jedoch, dass er es nicht auf eine schnelle Runde ankommen ließ: "Ich habe einfach versucht, bei allem, was das Setup betrifft, durchzublicken. Und eine Richtung für Samstag zu finden", erklärt er seine Herangehensweise und verspricht sich noch mehr von seinem Boliden. "Darauf lag heute unsere Konzentration und mit Sicherheit kommt noch einiges nach." Auf der Positivseite gibt es für ihn 50 abgespulte Runden und die weitgehende Abwesenheit technischer Probleme zu notieren.

Dazu hat Massa nach eigener Aussage ein Gefühl für das Handling des FW36 auf dem Kurs im Albert Park erhalten. "Was wir bei den Testfahrten herausgefunden haben, versetzt uns in eine gute Position. Schlecht lief es nicht", so der Ex-Ferrari-Star. "Es ist der erste Tag und es gibt immer noch viel, was an diesem Wochenende passieren kann. Wir müssen daran glauben, dass uns die Gunst der Stunde ein gutes Ergebnis ermöglicht." Auch Bottas bleibt optimistisch, schließlich konnte er dem Routinier ein Schnippchen schlagen.

Skepsis beim Thema Red Bull

Der Finne spricht von einem "guten Tag", der ohne Pannen verlief. "Das Team hat gut gearbeitet, als es das Auto bereitgemacht hat. Es hat sich mit 1.000 Teilen beschäftigt. Der Wagen wurde nach dem jüngsten Test komplett überarbeitet und analysiert", meint Bottas, der auf seinen 65 Runden alle geplanten Programmpunkte abhakte und viele Daten sammelte. Im Laufe der beiden Trainings sei die Balance stark verbessert worden, jedoch gäbe es noch Luft nach oben. "Trotzdem war die Leistung ermutigend", findet Williams-Techniker Rod Nelson.

Allen voran die Chassis- und Aerotests am Vormittag sowie die Erkundungen mit weichen Reifen am Nachmittag haben den Ingenieur gemeinsam mit den Zeiten auf kurzen und langen Versuchen optimistisch gestimmt. Massa wittert einen großen Unterschied zwischen den beiden von Pirelli für Australien zur Verfügung gestellten Pneus: "Wir haben erlebt, dass die weiche Mischung viel, viel schneller ist als die mittlere. Nicht nur in der ersten Runde, sondern während des gesamten Stints." Bottas hat die Konstanz überrascht: "Sie halten länger als erwartet, aber der Asphalt ist auch nicht so rau wie in Bahrain."

Massa weiter: "Trotzdem haben wir noch eine Menge zu verstehen, aber die Reifen werden einen großen Unterschied machen." Der 32-Jährige hatte sich bereits ausgerechnet, wie die Hackordnung an der Spitze aussehen würde und reibt sich daher nicht die Augen: "Es ist nicht überraschend, dass Mercedes vorne und Ferrari ziemlich stark ist", analysiert Massa.

Bottas stimmt in Sachen Silberpfeile zu: "Egal, was bei denen im Tank ist. Aber auch wir sind irgendwo in den Top 10, brauchen aber noch mehr Daten." Massa schenkt der gefühlten Wiederauferstehung der Weltmeister keinen Glauben: "Auch McLaren ist mit bei der Musik. Red Bull ist vielleicht schneller als beim Test, aber um das sicher zu wissen, ist es noch zu früh."

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