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Grand Prix der USA 2015

FIA drängt auf „Low-Budget-Turbo“

Ein alternatives Antriebpaket soll die Formel 1 auffrischen. Ecclestone und Todt pushen die kostengünstige Variante, kommt ein 2,2 Liter Biturbo V6?

Wie am Rande des US-Grand-Prix in Austin zu hören ist, will die FIA entgegen einem Beschluss der Motorenhersteller in der vergangenen Woche in Genf ab der Saison 2017 doch eine alternative Motorenformel einführen. Die Rede ist von einem 2,2-Liter-V6-Biturbo ohne Hybridkomponente. Mit der Idee soll die beherrschende Stellung der Antriebszulieferer gebrochen werden, weil sie sich offenbar auch weigern, einer Kostenobergrenze für die Belieferung der Kunden zuzustimmen.

Die Idee ist nicht neu: Im September berichtete Motorsport-Total.com von Red Bulls "Plan B", im Rahmen eines Balance-of-Performance-Models (BoP) mit einem alternativen Antrieb ohne Elektropower zu starten. Der Automobil-Weltverband drückt mit der Sache jetzt auf das Gaspedal und will in der kommenden Woche den Beschlussprozess einleiten - dafür bräuchte es keinen Konsens. Mehr als die Zukunft der Österreicher, die nach einem Übergangsjahr 2016 aber eine neue Perspektive erhalten würde, haben Jean Todt und Co. offenbar Kosten im Blick.

Deshalb firmiert die Idee in der Szene bereits unter dem Namen "Low-Budget-Turbo" und steht in Einklang mit Bernie Ecclestones Vision, ein "neues Cosworth", einen unabhängigen Zulieferer, in die Königsklasse zu bringen. Weitere Details sind ein Fixpreis von sechs Millionen Euro pro Saison, eventuell enthält das Paket auch ein Einheits-KERS zur Rückgewinnung von Bremsenergie. Der Haken bei der Sache: So ein Motor verbraucht mehr Sprit und benötigt einen größeren Tank.

Der Plan steht in Konkurrenz zu dem Vorhaben der Hersteller, das Problem mit einem gedrosselten, für höhere Laufleistungen vorgesehenen und aus diesem Grund kostengünstigeren Antrieb für finanzschwache Teams zu lösen. Oder wie kürzlich mit einer Regeländerung in die Wege geleitet, Vorjahrestriebwerke statt aktuellem Material zu verkaufen. So oder so besteht das Risiko einer Zweiklassen-Gesellschaft, wenn sich die Hersteller nicht zu einer Mindestkundenzahl verpflichten.

Eine Rückkehr zu den bis 2013 verwendeten V8-Motoren als Alternative schließt Christian Horner aus, obwohl er meint: "Die Technik war ziemlich simpel, der Sound ansprechend und die Kosten deutlich geringer." Jedoch haben die Teams längst so viel Equipment angeschafft, dass sich eine Rolle rückwärts kaum noch lohnen würde - und überdies würde die auf Hybridphilosophie erpichte FIA ihr Gesicht verlieren. McLaren-Rennleiter Eric Boullier fügt an, dass die Technik Hersteller wie Honda überhaupt erst anlocken würde.

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