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Grand Prix der USA 2015

Wer verhindert Hamiltons Titelgewinn?

Wie Sebastian Vettel und Nico Rosberg Lewis Hamiltons Titel verzögern könnten, und wieso die Spannung bei Honda und Renault groß ist.

Steigt für Mercedes in Austin die nächste Titelparty? In Sotschi krönte man sich bereits zum Konstrukteursweltmeister, nun könnte Lewis Hamilton in den USA auch schon für den Fahrertitel sorgen. Der Brite liegt in der Formel-1-WM 66 Punkte vor Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel, seinem Stallrivalen Nico Rosberg fehlen nach seinem Ausfall in Russland bereits 73 Zähler auf den WM-Leader.

Da nur noch vier Rennen ausstehen, und es diesmal beim WM-Finale keine doppelten Punkte gibt, kann Hamilton den Sack schon in Austin zumachen und seinen dritten Titel sicherstellen. "Ich weiß aus Erfahrung, dass in unserem Sport nichts erledigt ist, bis es wirklich soweit ist", steigt Hamilton vor dem Grand Prix der USA auf die Euphoriebremse: "Aus diesem Grund werde ich an diesem Wochenende nichts als selbstverständlich ansehen. Ich gehe dieses Rennen genauso an wie alle anderen in diesem Jahr auch."

Ein Sieg Hamiltons wäre die Entscheidung

Wenn Hamilton in Austin seinen zehnten Saisonsieg feiert, müsste Vettel, will er den Titelkampf offenhalten, Zweiter werden; und Rosberg sollte für dieses Ziel vor dem Briten ins Ziel kommen. Der WM-Leader benötigt neun Punkte mehr als Vettel und nur zwei mehr als Rosberg. "Nico wird sich jetzt auf 2016 konzentrieren, um dann zurückzuschlagen", meinte Mercedes-Motosportchef Toto Wolff nach dem Pech des Deutschen in Sotschi, wo ihn ein Defekt am Gaspedal aus dem Rennen gerissen hatte. Doch Rosberg widerspricht seinem Chef: "Ich denke nicht über 2016 nach, sondern nur an Rennsiege in diesem Jahr."

An den Titel denkt er indes nicht mehr: "Es ist enttäuschend, denn ich wollte den Abstand verkürzen, aber ich will in den USA unbedingt gewinnen." Das gilt auch für Vettel. Er hat dies bereits 2012 geschafft, die anderen zwei Siege in Austin schnappte sich Hamilton. Eine andere Statistik könnte die beiden Piloten zusätzlich motivieren: In Sotschi zog Hamilton mit seinem 42. Grand-Prix-Sieg mit Vettel gleich.

Ferrari: Keine perfekten Vorzeichen ...

Nicht zuletzt wegen Vettels theoretischen WM-Chancen wird Ferrari in den USA ohne das neueste Motorenupdate antreten, anderenfalls hätte man eine Rückversetzung in der Startaufstellung in Kauf nehmen müssen. In einem Neudesign wurden Öltank und MGU-K überarbeitet, damit man das Heck in der kommenden Saison schlanker gestalten kann.

Wird die Scuderia aus Maranello in Austin konkurrenzfähig sein? Der Reifenmonopolist liefert die Mischungen soft und medium, was für das Team keine optimale Lösung darstellt. Vor allem die härtere der beiden zählt nicht zu den Favoriten der Italiener, solange die Quecksilbersäule nicht nach oben schnellt. Experten erwarten für Austin aber ohnedies keine Reifenschlacht.

Das Wetter ist in Austin generell variabel: Am Wochenende sind Gewitter nicht auszuschließen, zudem ist mit enormen Temperaturschwanken zu rechnen, was es den Teams schwer macht, das optimale Setup zu finden. In den vergangenen Jahren wechselten die Streckentemperaturen innerhalb eines Tages zwischen 18 und 37 Grad Celsius. Dieses Jahr findet das Rennen aber erstmals im Oktober und nicht mehr im November, es könnte also etwas wärmer sein.

Zwei Stopps als wahrscheinliche Strategie

Im Vorjahr gewann Hamilton in Austin mit einer Zweistoppstrategie, in den Jahren zuvor war ein Stopp der Weg zum Sieg. Experten rechnen dieses Jahr wie 2014 mit zwei Stopps. Man darf gespannt sein, welche anderen Teams sich in den Kampf an der Spitze einmischen können. Da es auf dem Kurs in Austin drei echte Geraden gibt, könnte Williams für Ferrari erneut eine Gefahr darstellen, denn die Boliden von Valtteri Bottas und Felipe Massa weisen geringen Luftwiderstand auf.

Honda und Renault mit Motorenupdates?

Genau diese drei Geraden könnten für Red Bull Racing hingegen zur großen Herausforderung werden, dDafür kann der RB11 seinen hervorragenden Abtrieb in den S-Kurven des ersten Sektors ausspielen. Außerdem steht erstmals in dieser Saison eine neue Ausbaustufe des Renault-Antriebs zur Verfügung. Noch ist aber nicht klar, ob diese auch im Rennen eingesetzt wird, da Daniil Kvyat und Daniel Ricciardo eine erneute Rückversetzung akzeptieren müssten.

Hinter Red Bull Racing tobt das Duell um Platz fünf in der Konstrukteursweltmeisterschaft zwischen Force India und Lotus. Die britischen Inder haben durch Sergio Pérez' tollen dritten Platz in Sotschi den Vorsprung auf 26 Punkte ausgebaut, bei Lotus gibt man aber nicht auf. "Wir können sie noch schlagen. Wir sind ungefähr gleich stark", meint Einsatzleiter Allan Permane gegenüber auto motor und sport. "Wir müssen schauen, dass wir am Anfang des Rennens vor ihnen liegen, was aber schwierig ist, denn ihre Starts sind viel besser als unsere."

Sauber feiert in den USA seinen 400. Grand Prix, McLaren hofft auf den Durchbruch von Honda im bislang verzweifelten Kampf um den Anschluss. Das Motorenupdate, für das Fernando Alonso in Sotschi bereits eine Rückversetzung kassiert hat, soll über optimierte Brennräume und ein neues Auspuffsystem verfügen und stellt laut Team tatsächlich einen signifikanten Fortschritt dar.

Sein Einsatz steht aber noch nicht gänzlich fest: "Wenn wir uns nicht zu 100 Prozent sicher sind, müssen wir es möglicherweise verschieben", meint Honda-Motorenchef Yasuhisa Arai. "Für uns ist es wichtig, mit beiden Autos ins Ziel zu kommen. Wenn wir das nicht schaffen können, werden wir warten." Button müsste bei einem Einbau eine Rückversetzung akzeptieren.

Rossi erstmals Lokalmatador in Austin

Der Blick der US-Fans wird an diesem Wochenende auch immer wieder auf die hinteren Ränge des Feldes gerichtet sein, denn dort wird in Austin bei Manor der teaminterne Kampf zwischen Lokalmatador Alexander Rossi und Will Stevens toben. Der US-Amerikaner kennt seine Heimstrecke zwar aus der Cockpitperspektive, mit einem aktuellen Formel-1-Boliden ist er dort allerdings noch nie gefahren. Das gilt allerdings auch für seinen britischen Stallrivalen. Das Kellerduell findet also unter ähnlichen Vorzeichen statt.

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