Formel 1

  • Motorline auf Facebook
  • Motorline auf Twitter

Inhalt

Grand Prix von Ungarn 2015

"Dirty Air": Start war entscheidend

Start gewonnen, Rennen gewonnen: Ferrari konnte seine Performance ausspielen, weil man endlich nicht hinter anderen herfahren musste.

Der Grand Prix von Ungarn gehörte zu den spannenderen der heurigen Saison, was vor allem auf einen Umstand zurückzuführen ist – dass am Start kein Mercedes in Führung geblieben ist. Schon in Silverstone wurden die "Silberpfeile" von den Williams überrumpelt, dieses Mal waren es die Ferrari von Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen, die sich absetzen konnten.

Mercedes musste sich hingegen mit der Verfolgerrolle zufriedengeben und konnte die Pace der Ferrari im Verkehr überraschenderweise kaum mitgehen. "Wir hatten einen guten Speed und konnten wegziehen, weil wir konstant schneller waren", meint Räikkönen, "ich weiß aber nicht, was passiert wäre, wenn wir hinter ihnen gewesen wären." Denn bislang hatte sich in dieser Saison gezeigt: Ist Mercedes erst vorne, sind sie weg.

"Wenn du vorne kontrollierst, fährst du weg", stimmt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff zu. Zum einen ist das Rennen dann strategisch einfacher zu kontrollieren, viel wichtiger ist aber, dass der Führende freie Fahrt hat und nicht hinter einem anderen Auto herfahren muss, denn dann kommt die sogenannte "dirty air" ins Spiel – die verwirbelte Luft des Vordermanns.

Dieses Phänomen ist im Motorsport schon seit Jahren ein Problem. Durch die große aerodynamische Effizienz der Boliden ist ein nahes Hinterherfahren nahezu unmöglich. Ihre Aerodynamik sorgt für enorme Luftverwirbelungen hinter dem Auto, die das Anströmverhalten des folgenden Wagens enorm stört und so zu viel Abtriebsverlust führt. Wer nach dem Start hinten ist, kann die eigene Pace daher meist nicht mehr vollständig nutzen.

"Es war in dieser Saison häufiger so, dass wir mehr Speed hatten, als wir zeigen konnten, weil wir hinter einem anderen Auto hergefahren sind und nicht überholen konnten", meint Räikkönen, dass Ferrari durch schlechte Qualifyings häufig nicht sein wahres Potenzial zeigen konnte. In Ungarn war man hingegen nach dem Start vorne und konnte sich sofort absetzen. "Gute Starts machen daher einen großen Unterschied aus, und es war schön, mit beiden Autos einen guten Start gehabt zu haben", so der Finne.

Im Gegenzug ärgert man sich bei den "Silberpfeilen", dass man nach Silverstone zum zweiten Mal den Start verpatzt hat: "Gerade bei der Hitze und auf so einer Strecke in Ungarn, wo du kaum überholen kannst, ist deine Chance einfach weg", erklärt Toto Wolff. Nico Rosberg und Lewis Hamilton waren schon nach zwei Kurven im Hintertreffen und konnten sich im weiteren Rennverlauf lediglich an der etwas langsameren Konkurrenz vorbeischieben.

Doch ein Hinterherfahren bringt auch andere Probleme mit sich, wie die Saison gezeigt hat: Durch die verwirbelte Luft steigen auch Benzinverbrauch und Reifenverschleiß, was immer wieder dazu führt, dass Piloten absichtlich Abstand zu ihrem Vordermann halten. Häufig werden sie auch dazu angewiesen, wenn ihre Überholversuche nicht gleich von Erfolg gekrönt sind. Doch im Umkehrschluss heißt das vor allem eines: "Es stimmt, dass man eine bessere Chance hat, wenn man wie in Budapest startet und freie Fahrt hat", weiß Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene.

Berger: Ferraris Weg stimmt Berger: Ferraris Weg stimmt Rennen - Bericht Rennen - Bericht

Ähnliche Themen:

Grand Prix von Ungarn 2015

Nachberichte

+ Sonntag

+ Samstag

+ Freitag

+ Vorberichte

Weitere Artikel

Auftakt für die Volvo-Stromer

Volvo XC40 Recharge: Strom marsch!

Der XC40 Recharge bildet den Auftakt einer Serie an vollelektrischen Fahrzeugen aus dem Hause Volvo. Die Eckdaten klingen vielversprechend, Markteinführung ist Ende 2020.

Zur Halbzeit der 24 Stunden von Daytona sind die meisten heimischen Starter ohne Chance auf einen Klassensieg.

Kaum Sound, viel Fun

Harley-Davidson LiveWire - im Test

Die Harley-Davidson LiveWire zoomt sich mit 106 PS in verhalten surrenden drei Sekunden auf 100 km/h. Wir testen die erste Elektro-Harley.

WRC: Rallye Monte Carlo

Nach SP 10: Dreikampf an der Spitze

Mit über einer Minute Vorsprung auf den Rest des Feldes kämpfen Elfyn Evans, Sebastien Ogier und Thierry Neuville um die Führung.