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Grand Prix von China 2015

„Sehr sensibel“

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene analysiert den Grand Prix von China und skizziert die unterschiedlichen Charaktere von Vettel und Räikkönen.

Introvertiert, scheu und kaum redselig - so kennt man Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen. Mittlerweile ist der Weltmeister der Saison 2007 der älteste Pilot im Feld, aber dennoch keineswegs amtsmüde. In seiner zweiten Ferrari-Ära ist der Finne wild entschlossen gemeinsam mit seinem Kumpel und neuerdings auch Teamkollegen Sebastian Vettel die Mercedes-Dominanz zu durchbrechen. Dies ist bisher allerdings nur dem Deutschen gelungen.

Räikkönen wurde in den ersten beiden Saisonrennen vom Pech verfolgt. In Australien löste sich ein Hinterreifen nach einem Boxenstopp, damit war das Rennen für den 35-Jährigen vorzeitig beendet. In Malaysia fiel er nach einer Berührung mit Felipe Nasr und einem daraus resultierenden Reifenschaden auf den letzten Rang zurück. Mit einer beherzten Fahrt wurde er noch Vierter. Und auch beim dritten Saisonrennen in China sollte es der vierte Platz hinter seinem Teamkollegen werden.

Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene, der Räikkönen schon aus seiner ersten Ferrari-Periode kennt, skizziert am Rande des Rennwochenendes in China die unterschiedlichen Charaktere von Vettel und Räikkönen: "Seb ist ein starker Bursche, er ist sehr engagiert. Kimi muss die Unterstützung des Teams, speziell des Teamchefs, hören." Im Vorjahr konnte sich der Finne gegen Fernando Alonso nicht durchsetzen.

Nachdem es im Qualifying in Malaysia für den "Iceman" nicht gut ausgesehen hat (nur Startplatz 11), nahm sich Arrivabene seinen Schützling zur Brust und sprach Klartext mit ihm. "Kimi mag diese Art von Beziehung, wenn man ihm alles geradewegs ins Gesicht sagt. Er wird der Iceman genannt, aber abgesehen von diesem Image ist er jemand, der zwar keine Massage braucht, weil er stark, aber trotzdem sehr sensibel ist."

Wenn er merkt, dass das Team hinter ihm steht und für ihn puscht, so wie für Vettel, dann kann er gute Ergebnisse abliefern, so der Italiener weiter. "Wir alle haben das Rennen in Malaysia gesehen. Wir sind vor dem Podium herumgesprungen wie Kängurus, auch wenn es Malaysia war und nicht Australien - aber wenn man sich das Rennen von Kimi angesehen hat, war es fantastisch."

Arrivabene scheint mit dem eigenwilligen Charakter von Räikkönen richtig umgehen zu können und bekräftigt: "Die gute Nachricht für Ferrari ist, dass wir nun ein Team sind mit zwei sehr guten Fahrern." Zusätzlichen Aufwind bekommt Räikkönen auch von seiner Familie - er wurde Ende Januar zum ersten Mal Vater.

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