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Suzuka-Protest war „Missverständnis“

Toto Wolff erklärt, wieso Mercedes gegen seinen und Lewis Hamiltons Willen Protest gegen das Verstappen-Manöver einlegte und wieder zurückzog.

Nach dem umstrittenen Verteidigungsmanöver von Max Verstappen gegen Lewis Hamilton in Suzuka sorgte Mercedes für Verwirrung: Während der Brite, der mit Motorsportchef Toto Wolff und Niki Lauda nach Hause flog, via Twitter verlautbarte, dass es keinen Protest geben werde und dies "nur ein Idiot" behaupte, legte das Mercedes-Team tatsächlich Protest ein, um ebendiesen wenig später wieder zurückzuziehen. Daraufhin löschte Hamilton seinen Tweet.

Wie es zu diesen unkoordinierten und unglücklich anmutenden Ereignissen kommen konnte, blieb lange ein Rätsel, doch nun bringt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff Ordnung in das Chaos.

"Das war ein Missverständnis", sagt der Wiener. Offenbar hatte es nach dem Rennen im Team Uneinigkeit gegeben, ob man gegen Verstappens Spurwechsel auf der Bremse protestieren soll oder nicht.

"Als ich von der Strecke abreiste, habe ich gesagt, dass das Verstappen-Manöver zwar hart war, aber wir so etwas in der Formel 1 sehen wollen", schildert Wolff. "Wir haben uns entschieden, nicht einzugreifen." Während sich Wolff, Lauda und Hamilton für den Abflug bereit machten, handelte das Team - möglicherweise wegen neuer Indizien. "Es war dann ein unglücklicher Zufall, dass wir mit dem Flugzeug abhoben und das Team eine Minute Zeit hatte, um Protest einzulegen. Sie haben es getan."

Warum Lowe die Initiative ergriff und Protest einlegte

Hamiltons Twitter-Meldung machte die Konfusion perfekt. Als Wolff an Bord nach einer halben Stunde wieder Internetverbindung hatte, setzte er sich mit dem Technikverantwortlichen Paddy Lowe in Verbindung: "Wir haben entschieden, den Protest zurückzuziehen."

Wolff kann nachvollziehen, warum Lowe entgegen der ursprünglichen Abmachung Protest eingelegt hatte. "Aus Paddys Sicht ist es klar: Er muss die Fahrer verteidigen. Vielleicht wollte er herausfinden, wo die Grenzen sind", meint Wolff. Außerdem gehe es darum, "Lewis im WM-Kampf die maximale Unterstützung zukommen zu lassen."

Protest hätte Mercedes-Titelfeier verhagelt

Mit dem Protest hätte sich Mercedes aber PR-technisch ein Bein gestellt: Da Hamilton bereits abgereist war, hätte eine Anhörung erst jetzt in Austin stattgefunden. Der Konstrukteurs-Titel, den man bereits feierte, wäre also nicht offiziell gewesen. "Wir haben an diesem Tag den Titel geholt und uns dann entschieden, die Sache nicht weiter zu verfolgen", gibt Wolff einen Zusammenhang zu.

Er vertritt aber auch allgemein die Ansicht, dass ein Protest in so einer Situation, der vermutlich ohnedies gescheitert wäre, der falsche Weg ist. "Es ist nicht an uns, zu intervenieren, und ich persönlich finde es erfrischend, wie Max fährt."

Zudem sollen die Piloten derartige Zwischenfälle untereinander besprechen: "Wenn ein Fahrer mit Max' Fahrstil unzufrieden ist, dann sollten sie das das selbst beim Fahrerbriefing klären."

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