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Grand Prix von Österreich

Hamilton: 2016 mindestens zwei Strafen

Da Lewis Hamilton bereits die fünfte MGU-H und den fünften Turbo einsetzt, muss Mercedes einen geschickten Strafen-Plan für die restliche Saison erstellen.

Lewis Hamilton hat einen weiteren Rückschlag im Kampf um den WM-Titel zu verkraften. Wie im Vorfeld des Österreich-Grand-Prix in Spielberg bekannt wurde, wird der Mercedes-Pilot noch mindestens einmal in der Saison eine Zehn-Startplätze-Rückversetzung wegen des Wechsels einer Antriebskomponente hinnehmen müssen. "Eher sind es sogar zwei", befürchtet der Champion und seufzt lautstark: "Das Schlimmste ist, dass ich der einzige Mercedes-Pilot bin, dem das passiert."

Hamilton lässt für das Rennen in der Steiermark schon den fünften Turbolader und die fünfte MGU-H einbauen, ohne das diese Maßnahme vor dem Hintergrund eines Updates mit der Nutzung von Entwicklungstoken vonstatten ginge. Beim Verbrennungsmotor und der MGU-K ist er bei dem dritten Bauteil angelangt. Sollte er Nummer sechs zücken - auch bei jeder anderen Komponente - ginge es um zehn Plätze nach hinten. Und es sind erst acht von 21 Grands Prix absolviert.

Hinzu kommt, dass durch die zahlreichen Defekte am Hamilton-Auto zu Saisonbeginn einige Teile schrottreif sind und nicht einmal mehr für die Freien Trainings genutzt werden können. Das bringt die Ingenieure auch mit Updates in Bedrängnis, sodass Mercedes nach Informationen von auto motor und sport seine elf verbliebenen Token nicht für den Turbolader und MGU-H einsetzen will.

Hamilton wurmt die Sache. "Allen voran deshalb, weil wir das Werksteam sind. Man sollte doch glauben, dass wir den besten Antrieb hätten", schüttelt er den Kopf, dass weder Stallgefährte und WM-Rivale Nico Rosberg, der jetzt erst zu dritten Komponenten greift, noch die Kunden Force India, Williams und Manor so im Schlamassel stecken. Er wirkt hilflos: "Es hilft auch nicht, wenn ich mit irgendjemandem darüber spreche. Ich verstehe gar nicht komplett, warum was passiert ist."

Für den Briten gilt es, Strafen geschickt zu kassieren. Ein Wechsel des Turboladers auf der Mickey-Maus-Bahn in Budapest etwa wäre schmerzhafter als in Monza, wo es sich gut überholen lässt. "Ich werde schauen, dass ich sie auf Kursen bekomme, auf denen ich aufholen und trotzdem gewinnen kann. Auf manchen Strecken gibt es kaum ein Vorbeikommen", unterstreicht Hamilton, der ohne guten Startplatz um Einbußen im WM-Duell fürchtet. "Die Gefahr, dass Nico gewinnt und ich Zweiter werde oder weiter hinten lande, ist groß." Der Saisonbeginn war das beste Beispiel dafür.

Zu viel will sich Lewis Hamilton mit Horror-Szenarien auch nicht beschäftigen: "Ich schaue mir die Sachen nie so genau an. Sonst verliert man sich." Alles andere führt dazu, dass er sich am Kopf kratzt: "Das Team will immer 100 Prozent Zuverlässigkeit, aber es ist vernünftig, wenn wir 90 Prozent erreichen. In den vergangenen Jahren lagen wir vielleicht im hohen 80-Prozent-Bereich, was schon gut war. Dieses Jahr ist es anders, was ich mir nicht erklären kann."

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