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Grand Prix von Österreich

Nico Rosberg dominiert am Freitag

Im zeitweise verregneten zweiten Training war Nico Rosberg wieder der Schnellste, knapp vor Lewis Hamilton – High-Speed-Abflug von Vettel.

Land unter und Nico Rosberg oben auf im zweiten Freien Training zum Österreich-Grand-Prix am Freitag: Der Mercedes-Pilot setzte in einer von einem heftigen Regenguss unterbrochenen Session die zweite Bestzeit des Tages in 1:07.697 Minuten und blieb damit vor Teamkollege und WM-Rivale Lewis Hamilton, der sich um 0,019 Sekunden geschlagen geben musste. Allerdings setzte der Deutsche seinen Umlauf bereits vor der Sintflut in der Steiermark, der Brite kurz vor Schluss.

Denn als die Ampel auf Grün sprang, gingen alle Piloten angesichts des nahenden Gewitters sofort auf die Bahn. Im ersten Anlauf ging es mit Supersoft-Pneus nicht so schnell wie noch am Vormittag auf den Ultrasoft, als Rosberg eine Rekordrunde in den Asphalt brannte. Nach zehn Minuten goss es dann wie aus Kübeln. Im dritten Sektor war die Hand vor Augen kaum noch zu erkennen, während es in anderen Kurven nur etwas tröpfelte. Trotzdem war 40 Minuten kein Fahrbetrieb möglich.

Anschließend rückten die Piloten aufgrund der unterschiedlichen Streckenbedingungen auf den einzelnen Teilen des Red-Bull-Rings sofort wieder mit Intermediates aus und ließen die Zeiten purzeln, ehe 20 Minuten vor Schluss wieder die Zeit für Slicks angebrochen war. Der neue, sehr dunkle Asphalt in Spielberg trocknete rasch ab und erlaubte noch einige schnelle Runden.

Rosberg, der sich wie viele andere nicht mehr verbesserte, zeigt sich nach der Kurzarbeit zufrieden: "Der neue Asphalt scheint unserem Auto recht gut zu liegen, vielleicht sogar besser als der alte", sagt er und prognostiziert, dass die Pneus in Österreich ein heißes Thema wären. "Die Nutzung der Reifen wird der entscheidende Faktor, denn heute Vormittag gab es bei trockenen Bedingungen sehr viel Körnen. Am Nachmittag habe ich mit dem Auto eine gute Balance gefunden", so Rosberg.

Hamiltons wichtigste Erkenntnis war es, dass sein Silberpfeil keine Fisimatenten machte und er noch straffrei Richtung Qualifying schwamm: "Es war heute knifflig, in Schuss zu kommen und Runden zu drehen. Wir hatten keine Probleme, was auf jeden Fall gut ist, und da wird noch mehr kommen", verspricht sich der Weltmeister eine Verbesserung und sagt Rosberg den Kampf an.

Mit dem dritten Platz stellte Nico Hülkenberg (Force India/+0,613 Sekunden) seine Qualitäten bei kniffligen Bedingungen einmal mehr unter Beweis. Darauf könnte es erneut ankommen, denn für das Qualifying am Samstag und das Rennen am Sonntag sind erneut Regenschauer vorhergesagt.

Bremskraftverteilung jagt Vettel in heftigen Abflug

Sebastian Vettel landete mit 0,622 Sekunden Rückstand auf dem vierten Rang und sorgte kurz vor Ende für die spektakulärste Szene des Tages, als ihm vor Kurve 2 mit über 300 km/h das Heck beim Bremsen ausbrach und er mit qualmenden Reifen weit in die Auslaufzone schoss - aber nirgends einschlug. "Keine Ahnung, was da passiert ist", rätselte er noch im Funk. Nach seiner Rückkehr an die Box wusste der Deutsche dann mehr. Ein Problem mit der Bremskraftverteilung war schuld.

Vettel pustet durch, weil nichts am Auto zu Bruch ging und der Zeitpunkt günstig war: "Das kam völlig überraschend, glücklicherweise ist nichts Schlimmeres passiert. Ich habe nur ein paar Minuten verloren, es ist also nicht so wild." Er hat weiter die Hoffnung, Rosberg und Hamilton in Österreich herausfordern zu können: "Jedes Rennen ist eine Chance für uns. Wir wissen noch nicht genau, wo wir stehen, da wir nicht viel fahren konnten, aber insgesamt sollten wir vorn dabei sein."

Der fünfte Rang ging an Daniel Ricciardo im Red Bull (+0,682) vor Carlos Sainz (Toro Rosso/+0,746) und Teamkollege Max Verstappen (+0,794) sowie Kimi Räikkönen im Ferrari (+0,853). Während der Niederländer mit seinem Auftakt einigermaßen zufrieden ist ("Das Tempo war gut und ich habe nicht erwartet, so nahe ranzukommen"), sagt der Finne über den Rückstand auf Mercedes: "Wir werden es erst morgen richtig wissen. Wir hätten aber noch besser abschneiden können."

Dahinter auch in den Top 10: Valtteri Bottas im Williams (+0,974) und Jenson Button im McLaren (+0,974). Kevin Magnussen (15./Renault) leistete sich einen peinlichen Aussetzer: Der Däne fuhr im falschen Winkel aus der Garage und stand vor der Boxnemauer, ohne auf den Fahrstreifen kommen zu können. Seine Mechaniker mussten ihn zurückschieben, damit er das Lenkrad weiter einschlagen konnte. Erneut stark war Pascal Wehrlein im Manor (+2,067), der auf dem 17. Rang landete.

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