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Grand Prix von Österreich

P3 für Button: Das Glück des Tüchtigen

Wechselhafte Bedingungen und Rückversetzungen spülen Jenson Button im McLaren auf den dritten Startplatz vor – Der Brite lobt die Arbeit des Teams.

"Ich liebe diese Bedingungen! Können wir die bei jedem Rennen haben?" - Jenson Button lässt sich seine Begeisterung über das Qualifying zum Grand Prix von Österreich gerne anmerken. Der McLaren-Pilot konnte sich bei äußerst wechselhaften Bedingungen in Spielberg so gut positionieren, dass er zum ersten Mal seit Silverstone 2014 wieder aus der zweiten Startreihe ins Rennen gehen kann. Teamkollege Fernando Alonso verpasst hingegen die Top 10. Er startet lediglich von Rang 14.

Button jubelt dafür umso lauter. Dem Briten werden zu seiner sensationellen Nass-Trocken-Leistung auch noch zwei Startplätze geschenkt, weil Nico Rosberg und Sebastian Vettel wegen Getriebewechsel je fünf Ränge zurückgestuft werden. Dessen war sich Button zunächst gar nicht bewusst: "Wir starten sogar von Platz 4 vier morgen... Platz drei sogar? Das wusste ich natürlich, deswegen habe ich gar nicht alles gegeben", lacht er. "Das ist super. Es war eine tolle Session."

"Platz drei ist vielleicht Glück, aber Platz fünf war es nicht", betont Button. "Wir haben einfach tolle Arbeit geleistet. Für mich fühlt es sich an wie die Pole-Position. Was immer auch morgen passiert, jetzt genieße ich erst einmal, was heute passiert ist. Unter normalen Bedingungen hätten wir uns niemals als Fünfte qualifizieren können. Wir haben aber die richtigen Entscheidungen getroffen. Ich bin ein großes Risiko eingegangen, weil ich alles für die letzte Runde aufgehoben habe, in der es ja gelbe Flaggen hätte geben könne. Aber es hat sich gelohnt."

So gewöhnlich wie der Qualifikations-Samstag begann, so spannend endete er. Im dritten freien Training hatten sich das McLaren-Duo zwar bereits an die Top 10 heranrobben können, durch Q1 kamen sie aber nur im Mittelfeld. Q2 bedeutete dann schon das Aus für Alonso, Button gelang der Sprung gerade so. Es war das Ende dieses zweiten Durchgangs, als es schließlich zu regnen begann.

"Es war ein Durcheinander und ich habe mich in Kurve drei verbremst", berichtet Button. "In den Kurven 1 und 2 hat es schon genieselt. Ich dachte noch, das würde mir nichts ausmachen, aber in Kurve 3 bin ich dann rausgekommen. Da dachte ich schon: 'Oh nein'. Aber am Ende haben wir es hinbekommen."

Der Regen wurde etwas stärker und Q3 musste auf Regenreifen begonnen werden. Da der Schauer nicht so lange dauerte, fing ein Poker um den richtigen Zeitpunkt zum Wechsel auf Slicks an, den Button für sich nutzen konnte. "Es muss an der Art liegen, wie ich fahre", sucht er selbst nach einer Erklärung. "Es gibt Bedingungen, in denen ich nicht alles aus dem Auto rausholen kann und es gibt Bedingungen, da kann ich es. Ich taste mich von Kurve zu Kurve an den Grip heran, statt es aus der Erinnerung aus der vorangegangen Runde zu machen."

"Das größte Problem war der Dampf, weil es so schnell abgetrocknet ist", erklärt Button weiter. "Man konnte dadurch nicht den Asphalt sehen um zu beurteilen, wie trocken es schon ist. Das war sehr schwierig. Auf dem Intermediates hat es Spaß gemacht. Da weiß man, dass man den Grip hat, auch wenn man mit ein bisschen Wasser in Berührung kommt. So sind wir auf Platz zwei gekommen. Dann zieht man die Trockenreifen auf und weiß nicht genau, wo die trocken Stellen sind."

Der 36-Jährige hat sie dank seiner Erfahrung aus 16 Saisons getroffen und dabei eine Zeit von 1:09.900 Minuten gesetzt, die im schnellen Wechsel der Bestzeiten am Ende 1,978 Sekunden langsamer war, als die Pole-Zeit von Lewis Hamilton. Er startet nun hinter dem amtierenden Weltmeister und dem zweiten Glückspilz des Tages, Nico Hülkenberg im Force India. Neben ihm wird Kimi Räikkönens Ferrari ins Rennen gehen.

"Jetzt ist es doch ganz einfach", scherzt Button über seine Chancen im Rennen. "Ich habe es im Fernsehen gesehen: An der Spitze verschwinden sie nach dem Start einfach immer nach vorne. Also gehe ich mal davon aus, dass es so läuft." Ernsthaft fügt er hinzu: "Es wird morgen ein schwieriger Tag. Keiner weiß so recht, was uns die Reifen bringen werden."

Bei McLaren hofft man natürlich auch am Sonntag auf die eine oder andere nasse Überraschung in der Steiermark. Die Spitzenposition gegen die herannahenden Spitzenpiloten verteidigen zu könne, erwarten sie nicht, wie Teamchef Eric Boullier einräumt. "Aber was das Graining betrifft, könnte uns die Temperatur vielleicht etwas helfen", sagt er zu der erwarteten Abkühlung morgen. "Wir tun einfach unser Bestes."

"Ich nicht pessimistisch, aber realistisch", gibt auch Button zu: "Wir kämpfen hier nicht um das Podium. Es wird ein schwieriges Rennen, egal von wo wir starten. Aber es wird uns hoffentlich ein bisschen mehr Spaß bringen als sonst."

Nicht einmal der Hoffnungsschimmer, dass Hamilton in dieser Saison nicht gerade für gute Starts bekannt ist, kann Button aus der Reserve locken. "Wenn ich morgen in Kurve 1 führen sollte, wäre es das aber wahrscheinlich schon gewesen. Ich glaube nicht, dass wir das bis Kurve 2 halten könnten. Das wird morgen für jeden ein Ratespiel, wie die Pace und die Reifen mit viel Benzin an Bord aussehen werden. Ich glaube, wir haben eine gute Strategie und wir sind gut bei den Starts. Wir können ein gutes Rennen haben. Aber ich habe auch noch einen Mercedes hinter mir, zwei Ferraris und zwei Red Bulls, die alle viel schneller als wir sind."

Fakt ist: McLaren hat seit langem einmal wieder Grund zur Freude. Laut Button wäre man sogar mit Startplatz zehn zufrieden gewesen. Und der Brite teilt die Lorbeeren gerne: "Ich bin normalerweise gut bei solchen Bedingungen. Aber heute war es das Team, das die richtige Entscheidung getroffen hat. Als sie sagten, dass wir auf Slicks gehen, habe ich zuerst nicht gedacht, dass das eine gute Idee ist."

"Platz fünf erreichen zu können ist für uns alle in unseren momentanen Situation ein kleiner Tritt in den Hintern - mich eingeschlossen", fügt Button außerdem an. "Dieses Gefühl, dass wir in der Lage sind, weiter vorne mitzukämpfen, hilft uns hoffentlich auch in unserer Einstellung für die Zukunft."

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