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Sainz über RB-Vertrag: „Bin komplett machtlos“

Carlos Sainz gibt Einblicke in seinen RB-Vertrag: Wieso Helmut Marko über sein Schicksal entscheidet und er das Interesse anderer Teams nicht mitbekommt.

Carlos Sainz wird auch 2017 für Toro Rosso an den Start gehen. Red Bull hat die Option auf den Spanier gezogen. Doch was wäre passiert, wenn ihm plötzlich Renault oder das Ferrari-Team, mit dem er in Verbindung gebracht wurde, ein Angebot gemacht hätte? "Das ist nicht meine Entscheidung", sagt er - und gibt tiefe Einblicke, wie Helmut Marko die Karrieren in seiner Red-Bull-Nachwuchsschmiede steuert.

"Selbst wenn ich nicht bleiben will, aber Red Bull mich will, bin ich komplett machtlos. Sie haben den Vertrag, sie haben ihn ausgeführt, und dann muss ich bleiben", erklärt der Toro-Rosso-Pilot seine Lage. Diese Situation wird sich auch in den kommenden Jahren nicht ändern: "Sie haben noch weitere zwei oder drei Jahre diese Option auf mich."

Dazu kommt, dass Red Bulls mächtiger Motorsportkonsulent Marko für die Rennställe und für die Piloten verantwortlich zeichnet. Langwierige Verhandlungen können also ausgeschlossen werden. "Wenn Helmut mir nichts sagen möchte, dann weiß ich nicht einmal, ob andere Teams hier waren und Interesse haben", erklärt Sainz. "Meine gesamte Zukunft hängt von ihm ab."

Marko zieht die Fäden: Team- und Fahrermanager in Personalunion

Und selbst wenn Rennställe nicht auf Marko zugehen, sondern den direkten Kontakt suchen, dann sind die Möglichkeiten begrenzt: "Sie machen vielleicht auch den Fehler, mit meinem Vater zu sprechen. Er hat nichts zu sagen. Er unterstützt mich, trifft aber keine Entscheidungen. Ich bin nicht mein eigener Manager, mein Vater ist es auch nicht. Mein Manager ist Marko."

Doch gab es überhaupt andere Möglichkeiten für den talentierten Sohn der Rallyelegende? "Sainz wurde von Ferrari nicht direkt kontaktiert", sagt Marko selbst. "Von den Gerüchten habe ich gelesen, aber unsere Fahrer sind nicht verfügbar." Und der Toro-Rosso-Pilot schiebt die Gedanken ohnehin gleich weg: "Ich weiß es nicht, ob es andere Möglichkeiten gab, aber ich will darüber lieber nicht so viel nachdenken."

Ausstieg aus Red-Bull-Programm kaum möglich

Er könne zwar aus dem Red-Bull-Programm trotz laufenden Vertrags aussteigen, sein neuer Arbeitgeber müsste dann allerdings "sehr viel Geld bezahlen". Das ist auch damit zu begründen, dass Red Bull Millionen in die Ausbildung und Förderung aufstrebender Piloten investiert. Insofern muss Sainz hoffen, dass Marko weiter auf ihn setzt. "Wir wissen, wie hart er ist, insofern gibt es mir großes Selbstvertrauen, dass er mir ein weiteres Jahr das Vertrauen schenkt." Vor allem, dass es so früh in der Saison passiert ist. Dafür ist Sainz "dankbar".

Nun muss er hoffen, dass entweder Daniel Ricciardo oder Max Verstappen das Red-Bull-A-Team verlassen, damit er sich den Traum vom Topcockpit erfüllen kann. "Es stimmt, dass das A-Team derzeit ein bisschen überfüllt ist", schmunzelt Sainz. "Ich muss also warten."

Ricciardo verfügt einen Vertrag bis Ende 2018, auch Supertalent Verstappen ist langfristig an den österreichischen Energy-Drink-Konzern gebunden. Dass sich also schon vor 2019 etwas tut, gilt als unwahrscheinlich. Hoffentlich dauert es nicht bis 2019", sagt Sainz. "Ich will natürlich bald in einem Topteam sein, aber wenn das der schnellste Weg ist, dann muss ich ihn nehmen."

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