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Vettel: „Habe nichts Dummes versucht“

Riesenärger bei Sebastian Vettel: Nach dem erneuten Pirelli-Reifenplatzer ist der Ferrari-Pilot wütend – Warum Ferrari dies nicht voraussehen konnte.

Sebastian Vettel kann seinen Ärger nach dem Reifenplatzer in Spielberg in Runde 29 nicht verbergen. Auf die Frage, was passiert ist, schießt das unglückliche Geburtstagskind zurück: "Das habt ihr doch gesehen, was soll ich da noch erklären. Mir fliegt auf einmal der Reifen weg, und das war's."

Anzeichen gab es laut dem Ferrari-Piloten, der heute seine Glücksmünze vergessen hatte, überhaupt keine: "Ich war beim Kommandostand und habe nachgefragt, ob es dort irgendwelche Anzeichen gab, aber Fehlanzeige. Der Reifendruck war normal, alles sah so aus wie in den Runden davor."

Auch er selbst habe die Randsteine, vor denen vor dem Rennen nach den Aufhängungsdefekten im Training gewarnt wurde, nicht zu stark genutzt: "Ich habe nichts falsch gemacht, hab auch nichts Aggressives oder Dummes versucht."

Ferrari hat Pirelli-Anweisungen nicht missachtet

Hat es Ferrari in Spielberg wie im Vorjahr in Spa-Francorchamps bei der Strategie übertrieben? Hat man zu lange auf die Supersoft-Mischung gesetzt? Die Fakten sprechen dagegen: Pirelli hat vor dem Rennen gemeint, dass die Supersoft-Mischung nach 30 Runden in die Knie gehen wird. Diese Warnung betrifft aber nur die Leistungsfähigkeit des Pneus, nicht aber die Gefahr struktureller Schäden.

Und auch die Anfangsphase des Rennens deutete an, dass die Pneus wegen der niedrigen Temperaturen und des zusätzlichen Reifengummis auf dem Asphalt länger halten als ursprünglich geplant. "Wir haben gesehen, dass die Reifen bei allen gut halten", sagt auch Vettel. "Ursprünglich wurden sehr frühe Stopps erwartet, aber wir haben gesehen, dass das nicht der Fall war."

Vettel versuchte also, mit dem Supersoft-Pneu "so lange wie möglich draußen zu bleiben und so unser Rennen zu gestalten, aber so weit kam es nicht". Die Ereignisse erwecken Erinnerungen an den Grand Prix von Belgien, als Vettel in der Schlussphase des Rennens der Hinterreifen nach der Eau-Rouge-Mutkurve auf der Kemel-Geraden explodierte.

Erinnerungen an Spa 2015 werden wach

Der viermalige Weltmeister, der damals überraschend auf eine Einstoppstrategie setzt, übte damals offene Kritik an Pirelli. "Ich muss aufpassen was ich sage, aber Pirelli meinte, dass der Reifen 40 Runden hält. Wir hatten - ich weiß es nicht - knapp 30 drauf. So etwas darf nicht passieren", kritisierte er den Reifenhersteller. "Wenn das in Eau Rouge passiert, dann knalle ich mit 300 in die Wand."

Daraufhin bemühte sich Pirelli um eine bessere Kommunikation mit den Piloten und berief regelmäßige Sitzungen ein. Die Italiener legen wert darauf, dass die Kritik nicht öffentlich fällt, sondern all dies hinter verschlossenen Türen diskutiert wird.

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