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Neues aus der Gerüchteküche

Laut Medienberichten steht der deutsche Force-India-Pilot vor einem Wechsel zu den Franzosen in der Saison 2017.

Nico Hülkenberg steht offenbar vor einem Wechsel von Force India zu Renault. Das berichtet zumindest die Fachpublikation Auto Bild motorsport unter Berufung auf Quellen "aus dem Umfeld des französischen Werksteams". Sollte sich das bewahrheiten, würde er Force India nach fünf gemeinsamen Jahren verlassen.

Noch am Donnerstag hatte Hülkenberg Fragen nach einem möglichen Teamwechsel vom Tisch gewischt: "Sieht nicht so aus", antwortete er zunächst. Darauf festgenagelt, ob das zu 100 Prozent bedeute, dass er bei Force India bleiben wird, fiel ihm nur ein: "Ich habe die Gerüchte gehört. Aber Gerüchte sind Gerüchte, und Fakten sind Fakten." Das "Ja", das er dabei murmelte, war kaum als solches auszumachen - möglicherweise aus gutem Grund.

Immerhin räumte Hülkenberg bei dem Medientermin ein, dass ein Werksteam längerfristig die besseren Perspektiven bieten könnte als Force India, gerade angesichts der 2017 bevorstehenden Regeländerungen: "Könnte man sagen, klar." Aber: "Konstanz ist auch gut und wichtig." Die Frage, wie ihm denn das (Renault-)Gelb gefalle, beantwortete er nur mit einem Lächeln: "Ist nicht so mein Ding. Macht mich blass."

Der Knackpunkt ist: Force India könnte die Formel-1-Saison 2016 auf Platz vier der Konstrukteurs-WM beenden, hätte damit aber das Leistungspotenzial voll ausgeschöpft. Renault möchte in fünf Jahren um den WM-Titel kämpfen. Ob das mit Force India jemals möglich wäre? "Dafür muss sich was ändern: Budget, Ressourcen. Und es muss Fortschritte in vielen Bereichen geben. Ob das realistisch ist oder nicht, ist schwer zu sagen", bleibt Hülkenberg diplomatisch.

Jetzt ist auch klar, warum Force India zwar stets betont hat, dass die Verträge mit beiden Fahrern für 2017 unter Dach und Fach sind, bislang aber nur Sergio Perez mit einer Pressemitteilung hochoffiziell bestätigt wurde. Der bringt mit seinen mexikanischen Sponsoren viele Millionen ins Team, wohingegen Hülkenbergs Gehalt das Budget belastet. Da wäre ein zweiter Fahrer, der ebenfalls schnell ist, aber auch kommerzielle Vorteile ins Team bringt, attraktiv.

Wer das sein könnte, ist völlig offen. Bislang galt stets Pascal Wehrlein als gesetzt, aufgrund seiner Verbindung zu Force Indias Motorenlieferant Mercedes. Theoretisch käme auch Esteban Ocon in Frage, der soll aber bei Renault eingeplant sein. Nur: Auto Bild motorsport berichtet, dass dieser Deal zwischen Mercedes-Sportchef Toto Wolff und Renault-Teamchef Frederic Vasseur per Handschlag gemacht wurde - und Vasseur könnte 2017 schon Geschichte sein.

Dass es unbedingt ein Mercedes-Junior sein muss, ist zudem nicht gesagt. Das wäre zwar die naheliegende Variante, aber dass Force India den bis 2020 laufenden Mercedes-Vertrag erfüllen wird, ist nicht in Stein gemeißelt. Honda muss früher oder später ein zweites Team beliefern. Sollten die Japaner den Indern ein attraktives Paket anbieten, wäre Force-India-Honda mittelfristig eine denkbare Option. Für 2017 allerdings noch nicht.

Formel-1-Experte Marc Surer hält Hülkenbergs möglichen Wechsel zu Renault jedenfalls für den richtigen Schritt: "Renault wird in den nächsten Jahren stark werden. Dagegen ist die Zukunft von Force India wegen der Führungsprobleme und der dadurch entstehenden finanziellen Fragezeichen eher unsicher", erklärt der ehemalige Grand-Prix-Pilot gegenüber Auto Bild motorsport und unterstreicht: "Hülkenberg wäre bei Renault besser aufgehoben."

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