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Grand Prix von Japan

Nico Rosberg am Freitag vorne weg

Mercedes und Nico Rosberg geben am Freitag in Japan den Ton an - RBR und Ferrari zeigen mit starken Longruns auf - Vettel im Hintertreffen.

Nico Rosberg sicherte sich die Bestzeit im Freitagstraining zum Grand Prix von Japan in Suzuka . Der Mercedes-Fahrer hängte seinen Teamkollegen Lewis Hamilton um 0,072 Sekunden ab. Die Silberpfeile befinden sich damit erneut in der Favoritenrolle, denn selbst ihr allerengster Verfolger, Kimi Räikkönen (Ferrari), hatte bereits 0,323 Sekunden Rückstand.

Rosberg war in beiden Vormittags-Runs schneller als Hamilton, lag dann zu Beginn des zweiten Trainings zunächst hinten, steigerte sich aber im entscheidenden Moment auf eine Bestzeit von 1:32.250 Minuten. Allerdings erlebten die Fans des Deutschen eine kleine Schrecksekunde, als es beim Rausfahren aus der Box einmal mächtiger als sonst qualmte. "Wir wissen noch nicht, woran das lag", rätselt Mercedes-Technikchef Paddy Lowe.

Eine Wiederholung des Motorschadens von Malaysia steht aber nicht zu befürchten: "Die Session war ganz gut. Wir hatten keine Probleme und konnten alles erledigen, was wir erledigen wollten", gibt Lowe Entwarnung. Die beiden Fahrer seien "gut in Form, ähnlich wie in Malaysia", und sie seien vom Tempo her "ziemlich gleich". Übrigens mit einem konservativeren Motoröl und veränderten Motoreneinstellungen, was etwa eine Zehntelsekunde pro Runde kostet.

Aber Mercedes scheint sich diese Sicherheitsmaßnahme leisten zu können. Rosberg und Hamilton fuhren auch bei den abschließenden Longrun-Tests die konstantesten, wenn auch nicht die absolut schnellsten Zeiten. Die Longrun-Bestzeit erzielte nämlich Räikkönen mit 1:37.1 Minuten, auf seiner siebten Runde mit der weichsten Pirelli-Gummimischung. Hamilton fuhr 1:37.4 Minuten, allerdings nach über zehn Runden auf dem gleichen Pneu.

"Anfangs", bilanziert Rosberg, "hatte ich starkes Untersteuern. Am Nachmittag war der Medium nicht so stark wie in Malaysia. Mit dem Soft war unser Tempo aber gut. Es sieht so aus, dass wir vor den Ferraris sind, aber wo die Red Bulls stehen, das ist noch schwierig einzuschätzen." Hamilton ergänzt: "Wir müssen über Nacht noch ein bisschen Tempo finden. Aber zumindest hatten wir keine technischen Probleme."

Grundsätzlich liegen die drei üblichen Topteams an der Spitze; Red Bull fühlt sich nach dem Doppelsieg in Malaysia gut aufgestellt: "Unsere Longruns sehen auf beiden Reifen sehr gut aus", findet Max Verstappen, mit 0,811 Sekunden Rückstand Vierter der Freitagswertung. Teamkollege Daniel Ricciardo wurde nur Elfter, weil er seine schnelle Runde abbrechen musste. Esteban Gutierrez (17./Haas/+2,393) hatte mit Turboschaden eine virtuelle Safety-Car-Phase ausgelöst.

Der Australier gibt zu: "Ich wäre auch nicht schneller als Kimi gewesen, wenn ich die Runde zu Ende gefahren wäre." Bei der zweiten Zwischenzeit hatte er schon eine halbe Sekunde Rückstand auf die Bestzeit. Verstappen, der seine schnelle Runde wegen der Gelbphase ebenfalls mit einem nicht mehr ganz frischen Reifensatz drehte, ist hingegen ein realistischer Anhaltspunkt für die Konkurrenzfähigkeit von Red Bull im Qualifying-Trimm.

Sebastian Vettel (5./+0,853) fuhr die schlechtesten Longrun-Zeiten aus der Spitzengruppe, seine Bestzeit lag bei 1:38.4 Minuten (zehnte Runde auf Hard). Das war in etwa Force-India-Niveau. "Den Speed können wir noch nach oben schrauben", gibt Vettel zu. "Das Auto liegt noch nicht ideal. Es ist hier wichtig, dass man sich im Auto wohlfühlt, um wirklich alles herauszuholen. Da können wir uns noch steigern. Wir müssen die Balance besser treffen."

Dass Räikkönen den besseren Eindruck hinterließ als Vettel, kam für den "Iceman" selbst überraschend - und zwar erst beim Blick auf die Zeitentabelle. Bis dahin glaubte er an einen miserablen Freitag. Das Untersteuern fühle sich so an, als habe man seinen Frontflügel vergessen, lamentierte er am Funk. "Die Balance", sagt er, "ist nicht so, wie ich sie gern hätte. Das Auto untersteuert in den S-Kurven viel zu stark. Die Rundenzeit andererseits ist ganz okay."

Räikkönens Longrun-Bestzeit könnte etwas zum Positiven verzerrt sein, weil er während der Longrun-Tests einmal länger an der Box stand. Seine Mechaniker behoben einen Wackelkontakt, der zu Motoraussetzern geführt hatte. Als er dann wieder auf die Strecke ging, fand er mit noch relativ frischen Reifen bereits eine relativ griffige Fahrbahn vor. Denn der Longrun vor der Zwangspause war weit weniger berauschend.

Ähnlich stark wie zuletzt in Malaysia präsentierte sich auch heute wieder Force India. Am Ende des Tages war dann Sergio Perez (6./+1,320) um 0,303 Sekunden schneller als Nico Hülkenberg (7.). Fernando Alonso (McLaren/+1,735), dessen Mini-Crash heute Morgen ohne Folgen blieb, wurde Achter - und zwar laut Timingsystem mit den harten Reifen. Sollte das stimmen, wäre das ein kräftiges Lebenszeichen vom neuen Honda-Motor.

Praktisch auf Augenhöhe mit Alonso lagen Williams und Toro Rosso. Beide Teams haben Chancen auf einen Top-10-Startplatz, werden sich für einen solchen aber anstrengen müssen. Weiter hinten landeten die üblichen Verdächtigen - mit Ausnahme von Jenson Button (+2,148): Der enttäuschende 16. Platz des McLaren-Routiniers kam zustande, weil er a) einen schlechteren Motor als Alonso hat und b) keine fehlerfreie Runde hinlegte.

Pascal Wehrlein (20./Manor/+3,042) war heute um eine Zehntelsekunde schneller als sein Teamkollege Esteban Ocon. Daniil Kwjat (14./Toro Rosso/+2,055) baute in der letzten Kurve fast einen Crash, konnte sein Auto aber nach einem Dreher ohne Einschlag abfangen. Nur die DRS-Tafel musste dranglauben. Und Räikkönen hatte mehrmals Mühe mit der Haarnadel zu Beginn des zweiten Sektors. Dort waren aber auch andere in der Wiese.

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