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Grand Prix von Malaysia

Button genervt von „cruisendem“ Verkehr

Trotz eines Dreher und Ärger über den Verkehr im Qualifying, kann sich Jenson Button auf Rang neun platzieren – Besonders ein Manor nervt den Briten.

Bei kaum einem anderen Team erlebte man im Qualifying der Formel 1 in Malaysia den Unterschied zwischen Freud und Leid so stark ausgeprägt wie in der Box von McLaren-Honda. Jenson Button fuhr bei seinem 300. Grand Prix eine starke Qualifikation und stellte seinen MP4-31 auf Rang neun. Teamkollege Fernando Alonso wollte sich mit einer feststehenden Strafe von 45 Startplätzen lediglich qualifizieren und wurde dementsprechend Letzter.

Zumindest auf einer Seite der Garage herrschte somit Zufriedenheit: "Ich bin sehr glücklich und hatte im Qualifying Spaß", strahlt Jubilar Button nach der Session. Besonders freut ihn, dass das Team seinen Boliden im Vergleich zum Vortag stark verbessern konnte: "Gestern hatten wir Probleme mit der Balance, und das ganze Team hat große Fortschritte gemacht. Ich hatte heute viel Vertrauen ins Auto", stellt er erfreut fest.

Als Belohnung gab es den Einzug in Q3, wo er sich nur knapp dem Force India von Nico Hülkenberg geschlagen geben musste. "Es ist immer ärgerlich, wenn man 30 Tausendstelsekunden hinter einem anderen Auto liegt, aber Rang neun ist nicht so schlecht, wenn man die bisherige Pace der Force India an diesem Wochenende bedenkt", so Button. "Ich bin glücklich, dass wir vor beiden Williams liegen. Wir sind in einer guten Position und sollten mit den Autos um uns herum kämpfen."

Für die Leistung gab es für den Engländer auch Lob von seinem Chef, Rennleiter Eric Boullier: "Jenson ist super gefahren und hat nach einem schwierigen Trainingstag das absolute Maximum aus dem Auto geholt", sagt der Franzose. "Es hat Spaß gemacht und war zufriedenstellend, dass wir bis zu den letzten Minuten von Q3 attackieren konnten. Das ist definitiv ein Anzeichen, was von der Partnerschaft von McLaren-Honda noch kommen kann."

Button gegen Ocon: "So was musste ich noch nie machen"

Allerdings gab es für Button während der Session auch viele frustrierende Momente, die vor allem mit langsameren Konkurrenten zusammenhingen. Zunächst drehte sich der Routinier in Kurve 14, nachdem er bereits zuvor vier andere Autos überholen musste, später musste er sich noch über Esteban Ocon (Manor) ärgern, der nicht freiwillig Platz machen wollte. "Alle anderen haben da nur rumgecruist. Ich war einfach frustriert", meint Button, dessen Taktik nicht aufgegangen war. Er war früher rausgefahren, um drohenden Regen zu vermeiden, traf dabei allerdings während seiner fliegenden Runde auf die langsamen Leute mit normalem Zeitplan.

Speziell Ocon lieferte ihm einen unfreiwillig harten Zweikampf, wie Button schildert: "Ich habe Kurve 9 angebremst, aber er ist nicht rübergezogen. Also musste ich ihn ausbremsen und inne reinziehen. Ich denke nicht, dass ich das jemals im Qualifying machen musste", ist er etwas sprachlos über das Verhalten einiger Konkurrenten. Am Funk war er das gewiss nicht, denn er machte seinem Unmut schnell Luft und forderte eine Strafe für den Manor.

Im Nachhinein nimmt er seine Worte mit Humor: "Nächstes Jahr werde ich mich nicht beschweren, und dann werden sich die Leute am Fernseher langweilen", lacht er, kommt aber zum Kernthema zurück. Bei McLaren habe man ein gutes System gefunden, um Button und Alonso auf schnellere Fahrzeuge von hinten aufmerksam zu machen: mit einem Sekunden-Countdown. "Bei anderen Teams hat man entweder die Augen nicht so offen oder die Fahrer hören nicht. Das ist nicht gut genug", so der Routinier.

Alonsos Ziel: Vom letzten Platz in die Punkte

Apropos Routinier: Der andere bei McLaren hatte heute einen ruhigeren Tag zu verleben. Weil schon feststand, dass er eine Strafe von 45 Startplätzen aufgebrummt bekommen wird, fuhr Fernando Alonso lediglich eine Zeit, die für die Qualifikation reicht. Mehr als eine halbe Sekunde fehlte ihm am Ende auf den Vorletzten, Esteban Ocon, doch darauf kam es für den Spanier ja auch nicht an. "Wir wussten, dass wir von ganz hinten ins Rennen gehen würden, von daher haben wir versucht, so viele Reifen wie möglich für morgen zu sparen", erklärt er.

Alonso hatte im Training einen neuen Motorblock eingebaut, um diesen beim Honda-Heimspiel in Japan ohne Strafe nutzen zu können. Aus diesem Grund muss er in Malaysia mit dem letzten Startplatz leben, dennoch ist er angesichts des Rennens in Vorfreude: "Gestern hat das Auto gut reagiert, es fühlt sich gut an. Wir haben neue Reifen, um das Potenzial des Autos auszunutzen", fügt er an.

Was von Rang 22 aus gehen wird, da ist man bei McLaren gespannt. "Ich habe keinen Zweifel, dass er am Ende der ersten Runde nicht mehr auf dieser Position sein wird", kündigt Eric Boullier an, und auch der Spanier plant den Marsch nach vorne: "Punkte sind ein ambitioniertes Ziel, aber trotzdem möglich. Es kommt darauf an, was vor uns passiert und ob die erste Runde zu unseren Gunsten läuft", so der zweimalige Weltmeister. "Wir müssen einfach jede Möglichkeit ergreifen, die sich uns bietet."

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