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Grand Prix von Malaysia

Doppel-Gelb-Regel: Teams & Fahrer dafür

„Sicherheit hat höchste Priorität“: Teams und Fahrer stellen sich hinter die neue Regel bei Doppel-Gelb im Training, sowie Qualifying die Runde abzubrechen.

Die Formel-1-Teams und Fahrer unterstützen die neue FIA-Regelauslegung, nach der die Fahrer eine Runde abbrechen müssen, wenn diese die doppelt geschwenkte gelbe Flagge in den Trainingssitzungen oder während der Qualifikation angezeigt bekommen. Diese Veränderung wurde im Zuge der Fahrerbesprechung am Freitag vor dem Grand Prix von Malaysia von der FIA abgesegnet, nachdem es zuvor zu Missverständnissen bei der genauen Regelauslegung gekommen war.

Nach der nun deutlicher definierten Gelb-Regel, müssen die Fahrer ihre Geschwindigkeit "signifikant" reduzieren und jederzeit bereit sein, die Richtung zu ändern oder sogar anzuhalten, wie es in Punkt 8.1 der entsprechenden Mitteilung an die Teams heißt.

"Wir sind alle sehr zufrieden damit. Es war absolut die absolut richtige Entscheidung", ist sich Rob Smedley vom Williams-Rennstall sicher. "Wir wollen alle schnell fahren, aber die Sicherheit muss die höchste Priorität haben - für die Fahrer, Teammitglieder, die Menschen in der Boxengasse und die Streckenposten, die am ganzen Wochenende ehrenamtlich tätig sind," so der Williams-Chefingenieur.

"Haben jetzt 100 Prozent Gewissheit"

Die Fahrer könnten nie sicher sein, ob hinter einer Kurve gerade ein Auto von einem Streckenposten entfernt würde. Daher sei es laut Smedley die beste Lösung, bei einer doppelt geschwenkten gelben Flagge die Runde abzubrechen und langsam zurück in die Box zu fahren. Alles andere sei in den Augen von Smedley zu unsicher.

Nico Rosberg sah in Ungarn zwar Doppel-Gelb, fuhr zeitgleich aber die schnellste Rundenzeit während der Qualifikation. Die FIA bestrafte ihn daraufhin nicht, weil sich der Mercedes-Pilot nach Ansicht der Kommissare ausreichend verlangsamt habe. Diese Entscheidung führte zu kontroversen Diskussionen in der Formel 1. Als Folge entschied sich die FIA, bei einem solchen Zwischenfall, der Doppel-Gelb erfordere, zukünftig die Qualifikation abzubrechen.

Doch diese Ankündigung wurde in Singapur zuletzt nicht konsequent durchgezogen: Sergio Perez wurde wegen überhöhter Geschwindigkeit unter Doppel-Gelb bestraft, worauf sich dieser bei der Rennleitung beschwerte. "Wir mussten aus den Situationen erst einmal lernen", analysiert Sergio Perez die Regeländerung. "Aber jetzt ist es gut, 100 Prozent Gewissheit zu haben. Vom Sicherheitsaspekt ist das genau das richtige Verhalten. Wenn wir jetzt die doppelt geschwenkte gelbe Flagge sehen, brechen wir die Runde einfach ab. Das wird Missverständnisse mit der Rennleitung vermeiden."

Fahrer sollen FIA-Regelverschärfung bestärkt haben

Die Entscheidung sei gemeinschaftlich gefallen, wie Felipe Massa verrät. "Charlie berichtete, dass Perez unglücklich darüber sei, dass er eine Strafe bekam. Charlie sagte daraufhin, dass er zwar unglücklich darüber sein könne, Perez aber bei Doppel-Gelb ein Auto überholt habe. Perez argumentierte, dass das Auto sehr langsam gewesen sei. Aber Charlie sagte, er dürfe dennoch nicht überholen - außer, das Auto habe ein Problem wie beispielsweise eine Reifenpanne oder komme von der Strecke ab," bericht Massa über das nicht öffentliche Fahrerbriefing.

Laut Massa fragten die anderen Fahrer daraufhin Whiting, was denn in dieser oder jener Situation zu tun sei. Daher sollen eher die Fahrer die Rennleitung dazu getrieben haben, die Regel zu präzisieren, um den Graubereich trocken zu legen.

McLaren-Pilot Fernando lobt die schärfer definierte Regelauslegung. "Jetzt ist die Sache für alle gleich. Es ist andernfalls schwierig, bei den gelben Flaggen immer fair zu bleiben, da sonst immer die Frage ist, wo man sich gerade auf der Strecke befindet. Jetzt ist das viel deutlicher, was in Ordnung ist", bricht Alonso eine Lanze für die nicht immer einfache Arbeit der Rennleitung als Schiedsrichter der Formel 1.

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