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Grand Prix von Malaysia

FT2: Verstappen dominiert Longrun-Tests

Lewis Hamilton sichert sich die Bestzeit am Freitag – Im Renntrim hat Mercedes aber ernsthafe Konkurrenz durch RBR und Ferrari.

Das WM-Duell bleibt spannend: Nach der Bestzeit von Nico Rosberg am Vormittag sicherte sich dessen Teamkollege Lewis Hamilton mit der schnellsten Runde am Nachmittag den ersten Platz in der Gesamtwertung des Freitagstrainings in Sepang. Die beiden Mercedes-Fahrer gelten nun als Favoriten auf den Sieg beim Grand Prix von Malaysia .

Aber während ihnen auf die schnelle Einzelrunde niemand Paroli bieten kann, scheinen sie im Renntrimm sehr wohl Konkurrenz zu haben. Denn bei den abschließenden Longrun-Tests, die am Freitag traditionell als wichtigste Übung für den Rest des Wochenendes gelten, war Max Verstappen der mit großem Abstand schnellste Mann - auch wenn der Red-Bull-Pilot in der absoluten Freitags-Zeitenliste mit 1,093 Sekunden Rückstand nur den fünften Platz belegte.

Aber als in der Schlussphase (mutmaßlich) aufgetankt wurde, um die Haltbarkeit der Reifen bei bis zu 58 Grad Celsius Asphalttemperatur zu testen, knallte Verstappen eine 1:39er-Runde nach der anderen hin, während die Silberpfeile kein einziges Mal unter die 1:40er-Barriere kamen. Zwar waren Hamilton (Soft/Hard) und Rosberg (Soft/Medium) extrem konstant im tiefen 1:40er-Bereich unterwegs, aber der schiere Speed war beim Red Bull besser.

Das könnte allerdings auch mit unterschiedlichen Benzinmengen zusammenhängen, denn Verstappens Teamkollege Daniel Ricciardo (8./+1,393) schaffte auch nur eine Longrun-Bestzeit von 1:40.3 Minuten und war damit auf Augenhöhe mit Sebastian Vettel (Ferrari/+0,661), der heute auf die schnelle Einzelrunde erster Mercedes-Verfolger war. "Unsere Longruns sehen stark aus", meint Verstappen. "Auf eine einzelne Runde müssen wir hingegen noch was tun."

Unterm Strich liegen wieder die üblichen drei Teams vorne, wobei Ferrari momentan den größten Schritt gemacht zu haben scheint. "Es war ein ganz guter Tag, wir haben einiges getestet", spielt Vettel auf die Updates an, die Ferrari nach Malaysia gebracht hat, etwa ein neues Barge-Board. "Historisch gesehen läuft es für uns ganz gut, wenn es heiß ist - und Malaysia ist immer heiß. Das kann uns nur helfen. Unser Tempo war nicht so schlecht, denke ich."

Das spiegelt sich auch in den Zeiten von Kimi Räikkönen wider: P4 in der Freitagswertung, mit zwei Zehntelsekunden Rückstand auf Vettel, und sogar die zweitschnellste Longrun-Bestzeit hinter Verstappen. Aber: "Die Rundenzeiten sind besser als das Gefühl, das ich habe", gibt der Ferrari-Fahrer zu. Denn wegen Setup-Problemen vorne stand er lange an der Box, fuhr seine Bestzeiten somit später als alle anderen - und unter günstigeren Bedingungen.

Beeindruckend: Seine eigene 2015er-Freitagsbestzeit von 1:39.790 Minuten hat Hamilton heute um 4,846 Sekunden unterboten. Dabei hatte er zu Beginn der Session noch geklagt, dass seine Lenkung "nicht gerade" stehe. Später lobte er am Funk die Haltbarkeit der Reifen. Rosberg wiederum lag lange Zeit in Führung. Randnotiz: Nach der Stoppuhr-Panne von Hockenheim übte Mercedes heute einen Straf-Boxenstopp mit dem Deutschen.

Positiv überraschen konnten am Sepang-Freitag Force India (Nico Hülkenberg Neunter mit 1,446 Sekunden Rückstand, aber langsamer als sein Teamkollege) und vor allem McLaren. Mit der neuesten Honda-Ausbaustufe war Fernando Alonso (7./+1,352) um 0,419 Sekunden schneller als Jenson Button (10.) und mischte so die Weltspitze auf. Allerdings muss er den Antrieb morgen wieder ausbauen, um ihn für das Honda-Heimspiel in Suzuka zu schonen.

Toro Rosso und Williams schafften es nicht in die Top 10, aber insbesondere um das Mercedes-gepowerte Williams-Team müsse man sich keine Sorgen machen: "Wir werden so schnell sein wie sonst auch", glaubt Berater Alexander Wurz. Wenig berauschend hingegen Sauber, trotz eines neuen Unterbodens, und auch Manor, ebenfalls mit kleineren Updates. Pascal Wehrlein wurde 21., war am Ende um 0,112 Sekunden schneller als Esteban Ocon.

Geklärt ist inzwischen die Schrecksekunde des Freitags, die sich bereits am Vormittag ereignet hatte. Das Boxenfeuer bei Kevin Magnussen entstand, weil durch ein Entlüftungsventil statt Luft Benzin nach außen drang. Dadurch ging der Renault in Flammen auf. Nachdem das Auto über Mittag gereinigt wurde, konnte Magnussen nach etwa 45 Minuten der zweiten Session wieder auf die Strecke gehen. Am Ende wurde er mit 2,720 Sekunden Rückstand 19.

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