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Grand Prix von Malaysia

Lewis Hamilton überlegen auf Pole

Klare Pole-Position für Lewis Hamilton: Der Mercedes-Pilot verweist Nico Rosberg und Max Verstappen beim Qualifying in Sepang auf die Plätze.

Lewis Hamilton sicherte sich beim Grand Prix von Malaysia mit einer überragenden Leistung die 57. Pole-Position seiner Karriere und erreicht mit seinem 100. Start aus der ersten Reihe einen Meilenstein, den bisher nur Michael Schumacher (116) übertroffen hat. Damit hat er allerbeste Chancen, die Schlappe von Singapur, wo ihn Teamkollege Nico Rosberg vor zwei Wochen klar geschlagen hat, auszubessern.

"So wie Nico in Singapur hat hier Lewis die Kontrolle", analysiert Mercedes-Sportchef Toto Wolff, und Niki Lauda hält fest: "Das war eine reine Fahrerleistung, die letzten zwei, drei Zehntel herauszuquetschen." Und die wurde mit einem neuen Streckenrekord belohnt: Hamilton erzielte in Q3 eine Bestzeit von 1:32.850 Minuten und unterbot damit Schumachers Q2-Bestmarke aus der Saison 2004 (1:33.074 Minuten)!

Dabei sah es in Q1 noch so aus, als würde er sich dafür ganz schön strecken müssen. Rosberg kam bis auf 0,016 Sekunden an den Briten heran, fiel aber schon in Q2 (+0,563) wieder zurück. Nach dem ersten Q3-Run, bei dem er einmal leicht von der Strecke abkam, fehlten sogar 0,911 Sekunden auf die Pole-Position - und es war "ein bisschen Druck drauf", weil er statt in der vorprogrammierten ersten Reihe nur auf Platz fünf stand.

Rosberg verkürzte aber seinen Rückstand im Finish noch auf 0,414 Sekunden, trotz eines Fehlers in der nach außen hängenden letzten Kurve. "Da hat irgendetwas nicht gestimmt. Ich habe ein paar Zehntel verloren", sucht er in einem möglicherweise nicht idealen Setup die Erklärung für den großen Abstand. Aber Formel-1-Experte Marc Surer glaubt: "Er war immer ein bisschen im Rückstand. Die Zeit von Lewis hätte er nicht geschlagen."

Letztendlich sieht auch Rosberg ein, dass Hamiltons Runde "sehr schnell" war: "Für die Pole-Position hätte es nicht gereicht. Lewis fühlte sich heute halt ein bisschen wohler als ich." Dabei schaffte der wegen eines Fehlers im zweiten Q3-Run keine Steigerung mehr. Die Runde "hätte schneller sein können", lächelt Hamilton selbstbewusst - und meint in Bezug auf das Rennen: "Ich glaube ehrlich gesagt nicht, dass uns etwas aufhalten kann!"

Erster Herausforderer von Mercedes war diesmal nicht Ferrari, sondern Red Bull. "Wir haben nach Singapur ein paar Dinge verändert. Das scheint zu funktionieren", freut sich Max Verstappen, Longrun-Schnellster am Freitag und heute mit 0,570 Sekunden Rückstand Dritter. Der Niederländer konnte im zweiten Q3-Run nicht mehr zulegen, blieb aber trotzdem hauchdünn vor seinem Teamkollegen Daniel Ricciardo (4.).

Der verkürzte seinen Rückstand zwar von 0,106 auf 0,047 Sekunden, letztendlich kassierte er aber im zwölften gemeinsamen Qualifying die dritte Niederlage gegen Verstappen. "Meine Runde war sauber", erklärt Ricciardo. "Ich hatte in den ersten zwei Sektoren noch Vorsprung und habe dann im letzten etwas zu viel nachgelassen, um nichts mehr zu riskieren. Da hätte ich wohl nicht ganz so relaxt sein sollen!"

Nach hinten hatte Red Bull gut eine Zehntelsekunde Vorsprung auf die Ferraris, die sich für die dritte Startreihe qualifizierten. "Ich hatte immer das Gefühl, dass wir die eineinhalb Zehntel noch finden können", bedauert Vettel, der das Ricciardo-Schicksal teilt: "Im letzten Sektor war ich vielleicht ein bisschen zu konservativ." Trotzdem reichte es, um Teamkollege Kimi Räikkönen um 0,048 Sekunden zu distanzieren und im Stallduell auf 10:6 zu stellen.

Eines der besten Qualifyings der Teamgeschichte lieferte Force India ab, zumindest laut Sergio Perez. Der Mexikaner schob sich im zweiten Q3-Run (mit Nico Hülkenberg im Schlepptau) noch an Williams-Routinier Felipe Massa vorbei und sicherte sich mit 1,469 Sekunden Rückstand den siebten Platz. Hilfreich im WM-Duell gegen Williams: Vor Massa landete - in letzter Minute - auch noch McLaren-Oldie Jenson Button (9./+1,668).

"Die drei Topteams sind außer Reichweite, da können wir nicht mitreden. Aber Achter ist ein guter Startplatz", findet Hülkenberg, der phasenweise sensationell an dritter Stelle lag. Valtteri Bottas (Williams) war in Q3 gar nicht mehr dabei. Dem Finnen fehlten am Ende von Q2 gerade mal 0,039 Sekunden auf Perez. Er rutschte aus den Top 10, weil sich Button auf den allerletzten Drücker noch auf P8 verbesserte.

Button war es auch, der sich in Q2 lautstark über Manor-Nachzügler Esteban Ocon (20.) beschwerte: "Der muss eine Strafe bekommen! Die Jungs sollen ein bisschen besser aufpassen." Bei Romain Grosjean (12./Haas) war einmal plötzlich ein Rückspiegel locker. Und im Toro-Rosso-Stallduell war Daniil Kwjat erst zum dritten Mal schneller als Carlos Sainz; für die beiden blieben heute aber nur die Startpositionen 15 und 16.

Enttäuschend verlief der Samstag für Pascal Wehrlein. Schon während des Freien Trainings wurde in der Manor-Box hart an seinem Mercedes-Motor gearbeitet, der immer wieder ruckelte; und in der zweiten Q1-Runde hatte er dann Verkehr, "gleich in den ersten zwei Kurven. Deswegen konnte ich meine Runde nicht verbessern", seufzt er. Am Ende fehlten 0,136 Sekunden auf Teamkollege Ocon - zum ersten Mal seit dessen Debüt.

Langsamer als die beiden war nur Fernando Alonso (McLaren), aber der probierte wegen seiner Plus-45-Strafe (Wechsel von Antriebskomponenten) gar nicht erst, auf Zeitenjagd zu gehen. Alonso hatte am Freitagabend nach starker Trainingsleistung den Suzuka-Special-Motor von Honda wieder ausgebaut und konzentrierte sich heute von Anfang an voll auf sein Renntempo. Für morgen hofft er auf ein Regenrennen.

Das gilt mutmaßlich für alle Mercedes-Gegner. Aber: "Red Bull", glaubt Surer wegen der starken Freitags-Longruns, "hat im Rennen definitiv eine Chance." Lauda widerspricht: "Der Freitag ist mir wurscht. Keiner weiß, wer da wie viel Sprit drin hat. Die Mercedes können drei, vier Zehntel schneller fahren. Ich glaube, dass wir in einer guten Situation sind." Und Vettel meint sogar: "Mercedes ist Favorit. Die sind eine halbe Sekunde schneller als alle anderen."

Aber mit Spannung wird erwartet, ob Rosberg Hamilton mehr entgegensetzen kann als heute. Seine beste Chance wird der Start sein: "Wir haben dieses Jahr schon ein paar Mal gesehen, dass man auch vom zweiten Platz aus gewinnen kann", hofft der Deutsche. Lauda nickt zustimmend: "Nico ist nicht chancenlos. Man hat schon öfter gesehen, dass das Rennen einen ganz anderen Verlauf nimmt, wenn zum Beispiel der Start verhauen wird."

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Button genervt von „cruisendem“ Verkehr Button genervt von „cruisendem“ Verkehr Qualifying — Ergebnis Qualifying — Ergebnis

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