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Grand Prix von Malaysia

Mercedes vor dem dritten Titelgewinn

Weder neuer Asphalt noch die geänderte Überhöhung mancher Kurven dürfte Mercedes´ WM-Triumph sechs Läufe vor Saisonende verzögern.

Noch sechs Runden im Titelshowdown: Lewis Hamilton und Nico Rosberg müssen sich am Wochenende in der tropischen Hitze von Sepang messen. Erstmals seit Silverstone im Juli hat der Deutsche wieder die WM-Führung inne. "Ich hatte zuletzt einen guten Lauf und genieße den Moment", sagt Rosberg, der acht Zähler Vorsprung hat, aber keinen Gedanken auf den WM-Stand verschwenden will.

Neustart durch Streckenmodifikationen

Mit Spa, Monza und Singapur hat er zuletzt auf Kursen gewonnen, auf denen er in den vergangenen Jahren geschwächelt hatte; auch in Malaysia wäre ein Rosberg-Sieg eine Premiere. Bislang stand er dort drei Mal auf dem Podest, bei Hamilton reichte es 2014 einmal zum Sieg. Eine ordentliche Vorbereitung ist heuer schwieriger, da neun Kurven der Strecke leicht verändert wurden; zudem wurde ein neuer Asphalt aufgetragen. Die bislang äußerst raue Oberfläche könnte sich nun deutlich rutschiger und glatter präsentieren, was Hamilton helfen könnte, dessen Instinkt und Naturtalent bekannt sind.

Seitens Mercedes heißt es sogar, dass man an dieses Wochenende herangehen werde, als ob es auf einer gänzlich neuen Strecke stattfände. Streckenchef Razlan Razali verspricht: "Es wird den Teams vorkommen, als ob sie zum ersten Mal in Sepang fahren." Die Zielkurve werde die Piloten nun zum Weinen bringen, mutmaßt der Sepang-Verantwortliche, da sie nun über einen negativen Sturz verfügt, also nach außen hängt, wodurch sich die Ideallinie verändern könnte, was Überholmanöver auf der Außenbahn vereinfachen sollte, sofern diese nicht schlichtweg auf den beiden langen Geraden erfolgen.

Die Setuparbeit wird wegen des neuen Asphalts jedoch mit Sicherheit zu einer härteren Nuss. "Wir müssen uns darauf einstellen, dass sich die Strecke im Verlauf des Wochenendes stark verändern wird", vermutet Williams-Chefingenieur Rob Smedley. "Wenn dort das erste Mal wieder Formel-1-Autos fahren, wird sie sich unter der Belastung weiterentwickeln." Mit dem einen oder anderen Platzregen, der die Gummischicht wieder fortschwemmen würde, wäre das Schlamassel für Fahrer und Rennställe hinsichtlich Setup wohl perfekt.

Während des Rennens muss zudem von allen Teams einmal die härteste Reifenmischung benutzt werden. "Das ist ungewöhnlich", wundert sich der Mercedes-Verantwortliche Paddy Lowe. Im März des Vorjahrs wurden die "Silberpfeile" Opfer des hohen Reifenabbaus und zogen gegen Sebastian Vettel im Ferrari den Kürzeren. "Wir versuchen natürlich, das Vorjahresergebnis zu wiederholen", gibt sich der Ex-Weltmeister wie noch vor jedem Rennen zuversichtlich, doch der Reifenvorteil der Scuderia dürfte dieses Jahr keine große Rolle mehr zu spielen; zudem stolpert man wie in Singapur viel zu oft über technische Probleme.

Bei den überdies nominierten Pneus gibt es aber diesmal keine großen Unterschiede: Die Mercedes- und Ferrari-Piloten setzen auf je sieben Sätze der weicheren Mischung, Red Bull Racing auf sechs. Die härteste Mischung wird eher gemieden: Rosberg und Vettel haben sie nur zwei Mal gewählt, die anderen drei Mal. Wird Mercedes von Red Bull Racing dieses Mal, anders als in Singapur, rechtzeitig attackiert? "Es wird wieder heiß, schwierige Reifenwahl, aber das sollte dem Mercedes-Team helfen", glaubt Niki Lauda gegenüber RTL an sein Team. Der nächste Verfolger werde etwas abfallen – hofft er zumindest.

Monsunregen am Grand-Prix-Sonntag?

Das Layout wird die Schwächen des Renault-Motors offenbaren, doch in den schnellen Kurven ist auch Abtrieb – die Stärke des RB12 – von großer Bedeutung. Trotzdem müssen Daniel Ricciardo und Max Verstappen auf außergewöhnliche Umstände hoffen. Bei verrücktem Wetter oder aufgrund stark abbauender Reifen könnte man laut Teamchef Christian Horner eine Chance gegen die "Silberpfeile" haben, andernfalls werde es eher schwierig. Doch werden diese Hoffnungen erfüllt werden? Das ist nicht ganz auszuschließen, denn vor allem an den Nachmittagen drohen bei Höchsttemperaturen über 30 Grad Gewitter. Vor allem am Sonntag könnte der Himmel seine Schleusen öffnen.

Das wird auch darüber entscheiden, ob Mercedes seine Feier für einen weiteren Konstrukteurstitel verschieben muss. Sechs Rennen vor Schluss führt man 222 Punkte vor Red Bull Racing, 237 vor Ferrari. Holt man in den verbleibenden sechs Rennen 36 Zähler, ist erneut die Entscheidung zugunsten der Truppe von Motorsportchef Toto Wolff gefallen. Was heißt das für Sepang? So gut wie jedes solide Tramresultat wäre bereits der sichere Titel; nur wenn man mehr als sieben Punkte auf Red Bull Racing sowie mehr als 22 Punkte auf Ferrari verlöre, würde die Entscheidung noch vertagt.

In jedem Fall feiern darf an diesem Wochenende übrigens Jenson Button: Der Brite, der in seinem Weltmeisterjahr 2009 das Rennen in Malaysia für sich entscheiden konnte, sollte an diesem Wochenende seinen 300. Grand Prix absolvieren. Die Chancen auf ein gutes Ergebnis stehen gar nicht so schlecht, denn McLaren hat sich zuletzt immerhin als konstanter Punktesammler etabliert; zudem könnte Antriebspartner Honda die letzte Ausbaustufe seines Aggregats der Saison 2016 mitbringen.

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