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Grand Prix von Malaysia

Wolff: „Hamilton fährt in eigener Liga“

Trendwende bei Mercedes? Welche Chance Nico Rosberg gegen den auftrumpfenden Weltmeister in Sepang noch hat - Rennstart entscheidend.

Eine gescheitere Antwort auf die Reihe von Rückschlägen, die ihn in den vergangenen Wochen im Kampf um den WM-Titel ereilten, hätte sich Lewis Hamilton nicht malen können: Die Vorstellung im Qualifying zum Malaysia-Grand-Prix am Samstag rang Mercedes-Sportchef Toto Wolff Respekt ab. "Lewis war das ganze Wochenende in einer eigenen Liga", staunt er, nicht aber über das deutlich gewonnene Duell mit Nico Rosberg: "Diesen Abstand habe ich erwartet, er ist keine Überraschung."

Der Befreiungsschlag gelang Hamilton nach drei Rennen, bei denen fast alles schiefging und sein deutscher Erzrivale das Ruder in der Gesamtwertung herumriss. In Belgien musste der Weltmeister die unvermeidliche Motorenstrafe schlucken und Rosberg praktisch kampflos den Vortritt lassen. In Italien wirkte er ähnlich dominant, vermasselte aber den Start. Und in Singapur hätte er auch ohne eigene Fehler nichts gegen den wie entfesselt auftrumpfenden Kontrahenten unternehmen können.

Klar, dass Hamilton eine breite Brust demonstriert: "Ich habe mich richtig stark gefühlt und nicht gemerkt, dass ich unter Druck käme", formuliert er einen Satz, der wohl als weiterer Nadelstich gegen Rosberg einzuordnen ist. Der wiederum will sich nicht geschlagen geben, ehe das Rennen über die Bühne gegangen ist. "Der Start ist für mich eine große Chance", hofft er darauf, dass Hamilton mit der sensiblen Mercedes-Kupplung wieder patzt. "Danach wird es schwieriger."

Rennstarts im Mercedes: "Jedes Mal der gleiche Mist!

Einen mit Selbstvertrauen vollgetankten Champion auf der Strecke zu überholen - das könnte sehr schwierig werden. "Das Duell ist aber nicht entschieden", warnt Wolff. "Die Longruns der beiden waren ähnlich. Mit den aktuellen Autos und der Hitze wird es darauf ankommen, wie man Reifen und Motor schont. Es wird nicht eineinhalb Stunden Vollgas geben." Eben diese Komplexleistung war zuletzt Rosbergs Trumpf, doch das bedeutet für Malaysia nur bedingt etwas. In Sepang kann sich Mercedes mehr als auf jeder anderen Strecke des Jahres nicht nur auf sich selbst konzentrieren.

Bestes Beispiel: Die Niederlage gegen Sebastian Vettel und Ferrari im vergangenen Jahr. "Ich bin zuversichtlicher", sagt Wolff nach einem wegweisenden Sieg auf ungeliebtem Terrain, den Silber vor zwei Wochen einfuhr. "Die meisten Probleme waren damals - dann später in der Saison - auch in Singapur zu erkennen. Jetzt schienen wir konkurrenzfähig, was für unsere Longruns gilt. Wir sind eher dabei als in der Vergangenheit, trotzdem wird es kein Sieg mit einer Hand am Lenkrad."

"In Singapur war Red Bull eine große Gefahr, also sollten wir sie im Auge behalten", mahnt Nico Rosberg, während es Lewis Hamilton vor dem Start graust: "Das mit der Kupplung ist an jedem Wochenende der gleiche Mist", hadert er. Denn die Materialbeschaffenheit des Silberpfeils macht die richtige Einstellung für die grüne Ampel so schwierig wie in kaum einem anderen Auto. Dennoch hofft er: "Wir so verdammt hart daran gearbeitet, diese Starts hinzubekommen."

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