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Grand Prix von Mexiko

Grosjean: Quali-Debakel „inakzeptabel“

Das nächste Haas-Debakel: Wie Romain Grosjean den Start aus der letzten Reihe erklärt und die Leistungsschwankungen die Fahrer zur Verzweiflung bringen.

Was für eine Ohrfeige für das Haas-Team: Romain Grosjean kam beim Qualifying für den Grand Prix von Mexiko nicht über Platz 21 hinaus, Teamkollege Esteban Gutierrez startet sein Heimrennen als 17. Damit rangierte nur Renault-Pilot Jolyon Palmer hinter Grosjean - und der Brite fuhr wegen technischer Probleme keine Rundenzeit. "Das war wahrscheinlich das schlechteste Qualifying meiner Karriere", meint ein völlig entnervter Grosjean. "Ich bin glaube ich noch nie als Letzter gestartet. Und das ist für uns auch nicht akzeptabel."

Die US-amerikanische US-Truppe leidet diese Saison unter massiven Formschwankungen. Grosjean holte bei den vergangenen 14 Rennen nur zwei Mal Punkte, Gutierrez ging überhaupt komplett leer aus. "Irgendetwas hat sich nach dem ersten Freien Training verändert und ist das ganze Wochenende gleich geblieben", schildert der Franzose, der im ersten Training Elfter wurde, sein verkorkstes Wochenende. "Wir müssen jetzt wirklich herausfinden, woran es liegt, denn irgendetwas stimmt offensichtlich nicht. Das Auto ist nirgends."

Haas ist nicht das einzige Team, das auf dem atypischen Kurs in Mexiko bei der Abstimmung gefordert ist: Nach dem kühlen Freitag stiegen die Temperaturen deutlich an. Grosjean sieht das aber nicht als Grund: "Wir haben alles für das Qualifying vorbereitet und nicht für die niedrigen Temperaturen. Wir wussten, dass es heiß wird."

Bremsen nach wie vor als Problemzone

Was Grosjean besonders stutzig macht: Die beinahe willkürlich anmutenden Leistungsschwankungen der beiden Haas-Piloten. "Gestern war Esteban mit seinen Bremsen unzufrieden, heute war es besser. Ich war gestern zufrieden, dafür war ich es heute nicht", beschreibt er das Auf und Ab. "Dabei haben wir nichts verändert. Ich verstehe das nicht."

Gutierrez war im Qualifying um eine halbe Sekunde schneller als Grosjean - und drehte sich dan auch noch vor dem ehemaligen Lotus-Fahrer. Es ist nicht das erste Mal: Schon im Monaco-Qualifying machte Gutierrez einen Fahrfehler und stand ausgerechnet seinem Teamkollegen im Weg herum.

Diesmal hat Gutierrez Glück. "Das hat meine Rundenzeit nicht beeinträchtigt, denn ich war im Lademodus", erklärt Grosjean. Der Lokalmatador ist trotz der Umstände auf seine Runde stolz: "Wir wussten, wo wir liegen, aber das hat mich nicht daran gehindert, über das Limit zu gehen und eine Leistung zu zeigen, die im Verhältnis zum Auto überdurchschnittlich ist. Ich habe wie verrückt gepusht und mir gedacht: Wir haben nichts zu verlieren."

Haas leidet unter ungewöhnlichen Bedingungen stärker

Dennoch leidet auch er unter dem Handling seines Boliden: "Wir haben große Probleme mit den Reifen, haben kein Vertrauen in die Bremsen. Das ist kein gutes Gefühl." Er glaubt, dass das Neueinsteigerteam vor allem ins Schwimmen kommt, wenn die Bedingungen wie in Mexiko atypisch sind.

"Wenn die Situation komplexer ist und es zur Herausforderung wird, die Reifen auf Temperatur zu bringen, dann haben wir ein Problem", fällt dem Mexikaner auf. Das lässt den Schluss zu: Man weiß nicht, warum man zu Saisongeginn so stark war - und genauso wenig weiß man jetzt, warum man so schlecht ist.

In Brasilien will die Truppe von Günther Steiner aber zumindest einmal das Bremsenleiden in den Griff kriegen: Statt Brembo testet man in Interlagos Bremsen von Carbone Industries. "Gestern war ich mit meinem Bremsen wirklich zufrieden, und heute waren sie eine Katastrophe", klagt Grosjean. "Sie verhalten sich von einem auf den anderen Tag ganz anders. Ich freue mich darauf, etwas anderes zu probieren."

Ergebnis & WM-Stand Ergebnis & WM-Stand Palmer: Riss im Renault-Chassis Palmer: Riss im Renault-Chassis

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