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Grand Prix von Australien

Alonso trotz „bestem Rennen“ frustriert

Fernando Alonso verliert nach einer toller Fahrt in Melbourne einen WM-Punkt: "Wir sollten Letzter sein!", straft er nun McLaren-Honda ab.

Fernando Alonsos Ärger ist spürbar: Während sein Ferrari-Nachfolger Sebastian Vettel in Melbourne bejubelt wird, hielt er den McLaren-Honda bis zur Aufgabe wegen Schäden am Auto auf Platz zehn und damit in den Punkten. Gewürdigt wird seine Leistung aber nicht.

Daher betont er bei jeder Gelegenheit im Stakkato: "Wahrscheinlich war das heute eines meiner besten Rennen, wenn nicht das beste überhaupt. Das Auto ist derzeit offensichtlich nicht sehr konkurrenzfähig, also war es etwas überraschend, in den Punkterängen zu liegen. Außerdem musste ich sehr viel Sprit sparen. Ich weiß nicht, wie ich Platz zehn halten konnte."

Für den zweimaligen Weltmeister ist klar, dass McLaren nur wegen seiner Fahrkünste und wegen des untypischen Kurses auf dem Weg in die Punkte war: "Was die Performance angeht, sind wir Letzter. Wir waren Zehnter, weil die Qualifying-Runde gestern extrem gut war, außerdem habe ich es geschafft, einen Platz gutzumachen (Alonso überholte Nico Hülkenberg in der ersten Runde; Anm. d. Red.), durch Romain Grosjeans Aufgabe gewannen wir noch einen. Unter normalen Bedingungen und auf einem normalen Kurs wären wir aber Letzter und Vorletzter geworden."

 McLaren Honda Alonso Melbourne 2017

Was Alonsos Laune noch verschlechtert: Abgesehen von der schwachen Honda-Antriebseinheit, die ihn auf der Geraden 28 km/h auf Mercedes-Pilot Lewis Hamilton kostete, litt auch sein McLaren beim Australien-Grand-Prix unter technischen Problemen. Das beweist auch seine persönliche Schnellste Runde, die nicht nur um geschlagene 3,539 Sekunden (17.) langsamer ist als Kimi Räikkönens Bestmarke, sondern auch 0,637 Sekunden hinter Teamkollege Stoffel Vandoorne (15.) liegt.

Alonso hadert mit dem Schicksal

"Ich fühle mich sehr gut vorbereitet, ich bin fahrerisch auf dem Höhepunkt meiner Karriere, aber ich kämpfe um einen Punkt", kann er es nicht fassen. "Das ist wirklich frustrierend und enttäuschend. Solange ich mir aber nichts vorwerfen kann, ist es ein Problem für die Leute und nicht mehr für mich."

Aussagen wie diese sind es, die eine baldige Trennung nicht mehr unmöglich erscheinen lassen. Er selbst sei jedenfalls "sehr zufrieden" mit seiner Leistung - und "sehr stolz, was das Fahrerische angeht. Das ist das absolute Maximum, ich habe viel Selbstvertrauen, aber das Auto ist ganz und gar nicht konkurrenzfähig."

Alonsos Duell mit Ocon und Hülkenberg? "War kein Kampf!"

Nur einmal gelang es Alonso mit seinem unterlegenen Material während des Grand Prix, die Blicke auf sich zu ziehen: Als er sich gegen Force-India-Pilot Esteban Ocon und Renault-Mann Hülkenberg wehrte und Platz zehn verteidigte. Doch die Abwehrschlacht dauerte nicht lange: In Runde 53 wurde er von beiden auf der Start-Ziel-Geraden überholt. Wenig später gab Alonso auf.

Als er auf den "tollen Kampf" angesprochen wird, reagiert Alonso genervt: "Ich hatte einen Aufhängungsschaden, es war also kein Kampf mehr." Und auch die Antwort auf die Frage, ob er vielleicht später in der Saison in den Kampf zwischen Ferrari und Mercedes einsteigen werde, wirkt wie eine Provokation: "Ich bin bereit für den Kampf, aber wir als Team sind es nicht", antwortet der Asturier. Und daran wird sich aller Voraussicht nach auch nichts ändern, sollte McLaren entgegen der Gerüchte bis zum Saisonende an Honda festhalten.

Vandoornes Blindflug ohne Display

Was für Alonso kaum noch zu ertragen ist, nimmt Rookie Stoffel Vandoorne noch etwas leichter hin. Bei seinem zweiten Saisonrennen schaffte er es immerhin ins Ziel, obwohl er wegen technischer Probleme mit zwei Runden Rückstand 13. wurde. Und das drei Tage vor seinem 25. Geburtstag. "Ich habe mir ein Stück meiner Geburtstagstorte, die ich vom Team bekommen habe, verdient", verweist er auf sein forderndes Rennen. Schon in der vierten Runde fiel sein Lenkrad-Display aus, weshalb er bei den Gangwechseln mitzählen musste, dann klagte er auch noch über einen Leistungsverlust und legte in der neunten Runde einen Reparaturstopp ein.

"Dabei musste ich das Auto komplett neu hochfahren", erzählt er. Auch danach hatte er am Steuer des MCL32 "alle Hände voll zu tun. Ich musste viele Schalter umlegen, um das Auto nach Hause zu bringen." Im Gegensatz zu Alonso versucht er aber, das Positive zu sehen: "Das war der erste Meilenstein, denn nach Barcelona haben wir nicht damit gerechnet, das Rennen zu beenden. "Positiv ist auch, dass Fernando im Qualifying eine sehr gute Leistung brachte und den Punkten nahe kam. Es liegt aber noch ein weiter Weg vor uns, denn das Paket ist nicht konkurrenzfähig."

Auch für ihn gibt es Lob vom Chef. "In Anbetracht der Tatsache, dass er insgesamt er zwei Grands Prix absolviert hat, würde ich seine Leistung als hartnäckig und fleißig bezeichnen. Er hat sich durchgekämpft und eine sehr schwierige Aufgabe sehr gut gelöst." Für das zweite Saisonrennen erwartet man nun neue Teile.

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