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Grand Prix von Australien

Startgewinner gleich Renngewinner?

Droht beim Rennen in Australien morgen eine Prozession? Verstappen fürchtet: "Wer als Erster durch die erste Kurve fährt, gewinnt das Rennen".

Zerstört sich die Formel 1 mit einem langweiligen Rennen morgen alles, was sie mit ihren frischen Regeln aufgebaut hat? Höhere Geschwindigkeiten, ein aggressiveres Design und schwieriger beherrschbare Autos haben bei vielen wieder Lust auf den Saisonstart geweckt, doch der Schuss, der unhaltbar in den Winkel zu gehen scheint, könnte schnell im eigenen Tor landen.

Denn was bei einem einzelnen Auto auf der Strecke vielversprechend aussieht, könnte sich beim Hinzufügen weiterer Fahrzeuge zum großen Problem entpuppen. Die Ingenieure hatten vor der Saison bereits befürchtet, das Überholen 2017 zum Problem werden könnte, die ersten Eindrücke in Australien haben gezeigt, dass es vermutlich wahr werden wird. "Ich fürchte, dass es eine ziemliche Prozession werden wird", kündigt Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko an.

Die neuen Autos sind zum Überholen völlig ungeeignet, dabei ist die Problematik nicht neu. Weil die Autos aerodynamisch anfällig sind, können sie einem Vordermann kaum folgen. "Das fühlt sich echt scheiße an", bringt es Nico Hülkenberg nach den ersten Runden in Melbourne auf den Punkt. Wenn die Überholhilfe DRS nicht viel bringt, entscheidet sich am Start vermutlich schon das ganze Rennen.

"Der, der morgen als Erster durch die erste Kurve fährt, wird das Rennen auch gewinnen", ist sich Red-Bull-Pilot Max Verstappen sicher. Melbourne ist ohnehin nicht als überholfreundlicher Kurs bekannt, weil es kaum lange Geraden gibt, und weil die Autos nun deutlich schneller sind, wird das Vorhaben noch schwieriger.

Strategische Armut ein Teil der Problematik

Zudem sind die Autos nun auch deutlich breiter, zum anderen werden die Bremszonen durch die höheren Kurvengeschwindigkeiten kürzer - und dort liegen nun einmal die Überholchancen. "Die Einlenkpunkte fliegen regelrecht auf einen zu. Man muss da zu hundert Prozent fokussiert sein. Es ist schwierig - viel schwieriger als viele denken", nickt Carlos Sainz, der aber zufrieden sein dürfte, wenn er von Rang acht nicht weiter zurückfällt.

Ein ganz wichtiger Punkt wird aber meist vergessen: Nicht nur die Autos sorgen mutmaßlich für weniger Überholaction, auch die Rahmenbedingungen tragen ihren Teil bei. Pirelli bringt (ausdrücklich gewünscht!) deutlich haltbarere Reifen mit in die Saison. Zwar verhindert man damit, dass Piloten das ganze Rennen über nur am Reifensparen sind, jedoch geht damit auch strategische Variabilität verloren.

Man kann davon ausgehen, dass der Großteil des Feldes lediglich einmal zum Reifenwechsel an die Box kommen wird. Im Vorjahr waren noch drei Stopps die Regel, weswegen viele Attacken vor allem auf unterschiedliche Geschwindigkeiten, Reifenzustände und Strategien zurückzuführen waren. Durch die Änderungen dürften die künstlichen Manöver deutlich zurückgehen, gleichzeitig aber auch die "echten".

Hat Hamilton schon gewonnen?

Lewis Hamilton hat damit morgen die Vorteile auf der Hand. Kommt er von der sauberen Seite des Grids ordentlich weg, ist die Chance auf einen Sieg groß, da werden auch Sebastian Vettel, Valtteri Bottas Co. dahinter kaum etwas ausrichten können. "Man braucht schon einen großen Performance-Unterschied oder einen Fehler", sagt Bottas - und beides ist vom dreimaligen Weltmeister eher nicht zu erwarten, zumal Ferrari im Qualifying fast auf Augenhöhe unterwegs war.

"Wer auch immer am Start vorne liegt, hat einen richtig großen Vorteil", nickt Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. Und der wird in dieser Saison durch eine veränderte Startprozedur noch einmal schwieriger, weil es nun auf den Fahrer ankommt und nicht mehr nur auf den programmierenden Ingenieur.

Und wer jetzt denkt, er müsse morgen nicht einschalten, weil Lewis Hamilton nun eh gewinnt, dem muss Helmut Marko widersprechen: "Wir haben eine brisante erste Startreihe mit Hamilton und Sebastian", freut er sich schon auf einen interessanten Anfang. Auch danach sollte man nicht abschalten: "Das Wetter, wenn es so unsicher bleibt, kann natürlich auch alles durcheinander bringen. Dann kann es schon spannend werden." Und Fehler können nun auch immer passieren, wie Daniel Ricciardo heute bewiesen hat.

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