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Grand Prix von Bahrain

Wo kam die halbe Sekunde her?

Bei RBR war man ob des geringen Qualifying-Abstands in Bahrain positiv überrascht, rätselt aber über die Gründe - Aufhängung nicht schuld an Schwäche.

Innerhalb einer Woche konnte Red Bull einen großen Sprung machen: Fehlten Daniel Ricciardo in China noch mehr als 1,3 Sekunden auf die Pole-Position, waren es zuletzt in Bahrain weniger als 0,8 Sekunden. "Wir haben eine halbe Sekunde aufgeholt", nickt Ricciardo zufrieden, doch es gibt ein Problem: "Wir wissen nicht wieso."

Bei Red Bull rätselt man darüber, wo plötzlich so viel Performance aus dem Auto kam. Natürlich kann man versuchen, es mit der anderen Streckencharakteristik erklären. In Bahrain gibt es nicht die 1,3 Kilometer lange Gerade, auf der das Team viel Zeit verliert, dafür gab es jedoch andere Geradeausstücke, die zahlenmäßig die Vollgaspassagen aus China übersteigen. Red Bull fährt mit möglichst viel Abtrieb, um die Schwächen des Boliden zu kaschieren, trotzdem war man am vergangenen Wochenende näher dran.

Vielleicht lag es auch an den heißeren Temperaturen, die so im Saisonverlauf noch nicht aufgetreten waren. "Das scheint uns mehr zu helfen als den anderen", meint Ricciardo. "Ich habe erwartet, dass Ferrari bei der Hitze einen größeren Reifenvorteil hat, aber manchmal ist es schön, falsch zu liegen", so der Australier.

Ricciardo: Nichts halbe Sekunde wert

Hat Red Bull die Reifen bei den Temperaturen vielleicht besser verstanden als die Konkurrenz? Auch eine Möglichkeit - aber wohl ebenfalls nicht der Weisheit letzter Schluss: "Nichts hat sich so angefühlt, als sei es eine halbe Sekunde wert", merkt Ricciardo an, nimmt den Umstand trotz der Ratlosigkeit aber gerne hin: "Es ist ermutigend, dass der beste Ferrari nur drei Zehntelsekunden voraus war. Ich habe eine größere Lücke erwartet."

Fakt ist jedoch, dass Red Bull der Konkurrenz auch im dritten Rennen noch deutlich hinterherhechelt. Im Rennen konnten die Bullen nicht mit Mercedes und Ferrari mithalten, obwohl man sich eine Menge ausgerechnet hatte. Man weiß, dass speziell Mercedes seinen Motor in der Qualifikation noch einmal aufdrehen kann, doch im Rennen ist der Nachteil des Renault-Aggregats nicht mehr so drastisch.

Trotzdem kam Ricciardo 17 Sekunden hinter dem langsamsten Boliden der Rot-Silber-Front ins Ziel. Den WM-Titel hat man fast schon abgehakt, denn Siege sollen in naher Zukunft noch nicht drin sein, dafür hat man derzeit auch zu viel Rückstand auf die Konkurrenz. Das war in den vergangenen Jahren jedoch meistens so. Red Bull war zu Beginn im Hintertreffen, konnte sich im weiteren Saisonverlauf aber Stück für Stück heranarbeiten.

Verbotene Aufhängung laut Horner ohne Bedeutung

Eigentlich hatte man beim Team aus Milton Keynes erwartet, 2017 mit dem neuen Reglement wieder näher dran zu sein, doch das ist nicht der Fall. Lange Zeit galt man als großer Favorit, auch weil man neben Mercedes eine "Wunderaufhängung" hatte, die einen großen Vorteil bringen sollte, jedoch vor der Saison verboten wurde. Liegt es daran, dass Red Bull massiv an Boden verloren hat? Nein, sagt Teamchef Christian Horner.

"Ich würde das gerne daran festmachen, aber die Klarstellung hat einfach nur einen Entwicklungsweg gesperrt", sagt der Brite. Die aktuellen Systeme seien denen aus dem Vorjahr sehr ähnlich. Im Winter habe man versucht, eine neue Richtung einzuschlagen, die jedoch aus Gewichtsgründen nie wirklich am Auto war. "Und diese Route wurde nun gesperrt. Es hat sich nichts Grundlegendes geändert", betont Horner und schiebt die Schwäche auf die Aerodynamik.

Barcelona-Update: Viel Geld = große Wirkung?

Behoben werden soll das zumindest teilweise mit einem großen Update zum Europaauftakt in Barcelona, in das Red Bull große Hoffnung und laut Horner auch viel Geld steckt. "Hoffentlich wird es sein Geld wert sein", meint er weiter. In Kanada soll dann planmäßig ein großes Update von Motorenpartner Renault folgen, was aber zu einem ungünstigen Zeitpunkt kommen könnte.

Denn das bedeutet, dass man bis Monaco mit denselben Aggregaten auskommen muss, will man nicht in Kanada bereits den dritten Motor für das Update anreißen müssen - doch die Aufgabe sollte ein bisschen viel verlangt sein. Damit müsste man dann die verbleibenden 14 Rennen mit zwei Motoren absolvieren, will man keine Strafe kassieren - auch sehr unwahrscheinlich.

In Sotschi am kommenden Wochenende wird man zunächst noch einmal mit dem ursprünglichen Paket vorliebnehmen müssen, doch danach soll es aufwärts gehen. Und daran zweifelt Ex-Pilot Martin Brundle nicht: "Sie besitzen die Ressourcen, sie besitzen die Fähigkeiten, sie besitzen das Wissen. Sie haben alles, was sie brauchen", glaubt er. Und sie haben bewiesen, dass es in den Vorjahren auch so möglich war - doch Mercedes und Ferrari könnten dann schon weg sein.

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